Sonntag, 12. Mai 2019

Spanisch für Irrläufer

In der Dominikanischen Republik ist - wie fast überall in Mittel- und Südamerika - die Landessprache Spanisch, und jeder von uns (deutschen) Touristen spricht ein wenig davon. Selbst die eingefleischtesten Kegelclub-Mallorca-Fahrer kennen zumindest sì, no und cerveza. Weniger bekannt sind die Wörter "por favor" (bitte) und "gracias" (danke), darum habe ich sie hier noch einmal kurz erklärt. Möchte man besonders nett sein, und ein "danke" beantworten, tut man das übrigens nicht mit noch einem "bitte" wie bei uns, sondern sagt "de nada". Die Norddeutschen kennen das, da sagen viele auch statt bitte "dafür nicht".

Spanisch ist eine wunderschöne Sprache, finde ich. Ihr solltet einmal mein aktuelles Zimmermädchen hören. Sie ist Haitianerin, ihre Muttersprache also Französisch. Wenn die Spanisch spricht, mit sanfter Stimme, ganz leicht französischer Färbung und so klar, dass man jeden Buchstaben einzeln hört, das klingt so sexy, da kann sogar Shakira einpacken. Dabei haben die Kolumbianer den Ruf, das schönste Spanisch überhaupt zu sprechen. Das hatte mir allerdings mal ein Kolumbianer erzählt. Ja, liebe Fußballfans, ich weiß, Shakira ist die Ehefrau von Gerard Piqué, aber das macht sie doch nicht automatisch zur Spanierin, selbst wenn man das manchmal liest. Schon gar nicht sprachlich. Oder käme im Gegenzug jemand von Euch auf die Idee, Tina Turner als Schweizerin zu bezeichnen, auch wenn sie das ist? Oder gar Jorge Gonzales als Deutschen? Tina soll ja wenigstens ein paar Sätze hochdeutsch sprechen können...aber ich schweife ab.

Viele spanische Wörter ähneln deutschen, manchmal englischen, oder sind sogar die gleichen, nur etwas anders geschrieben. Dazu eine kleine Geschichte:

Natürlich seid Ihr mit dem Flugzeug gekommen, das ein piloto sicher auf dem aeropuerto gelandet hat. Geht doch, oder? Dann habt Ihr ein taxi genommen, das von einem taxista gesteuert wurde, bis Ihr am hotel angekommen seid. Eingecheckt wurdet Ihr an der recepción von einem recepcionista, und weil es hier so warm ist, habt Ihr im Zimmer erst einmal eine ducha genommen. War das jetzt etwa schwierig? Nein! Also weiter:

Hunger habt Ihr keinen mehr, aber ein Glas Wein wäre noch schön, der heißt vino und man bekommt ihn in der bar. Da selbst ungeübte wissen, dass es Wein in verschiedenen Farben gibt, wird noch schnell weiß (blanco) und rot (rojo) gegoogelt, und sicherheitshalber noch rosé (rosado). Mit Kennerblick bestellt Ihr nun: un vino rojo por favor! und bekommt in kürzestes Zeit - nochmal die Getränkekarte, weil das, was bei Weiß- und Roséwein bestens funktioniert hätte, bei Rotwein in die sprichwörtliche Hose geht. Hier heißt rot tinto (worunter ich persönlich mir eher etwas blaues vorgestellt hätte), und zwar nur beim Wein.

Nach dem Ihr jetzt warmgelaufen seid, ein kleines Rätsel zum Thema "Kommunikation", oder comunicacíon, wie es hier heißt. Ich nenne Euch einige spanische Begriffe zum Thema, und Ihr dürft herausfinden, was sie bedeuten:

télefono - fax - emilio - telegrama - carta

Wenn Ihr nicht gemogelt habt, sind vier richtig (bei zweifelnden Menschen vielleicht nur drei) und eines ganz sicher falsch. Tatsächlich handelt es sich bei emilio nicht um den Name des Postbeamten, sondern um das spanische Wort für E-Mail. Die Bedeutung von carta hingegen ist recht tricky: Im Kartenspiel ist es wirklich die Karte, aber bei der Post - der Brief.

Zum Schluß noch ein paar weitere "false friends":

aus einer taza kann man Kaffee trinken, aber in ein vaso stellt man keine Blumen. vaso ist das Trinkglas. Mit einem mesa kann man nicht schneiden, höchstens auf, denn das ist der Tisch. Ein camarero dreht keine Filme, sondern bringt Essen und Trinken. Und wenn er Euch freundlich fragt "una máz?" bietet er Euch kein besonders großes Bier an, sondern möchte wissen, ob ihr von dem gehabten - was auch immer - noch eins wollt. Und zum Schluss noch Augen auf bei der Berufswahl: ein bombero ist natürlich kein Angehöriger einer terroristischen Vereinigung, sondern ganz im Gegenteil, ein Feuerwehrmann, womit ich liebe Grüße an einen ganz speziellen Fan im Nürnberger Süden sende.

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