Um den jetzt folgenden Post möglichst mühelos zu verstehen, empfehle ich vorher, meinen kleinen Beitrag 2013/Oktober/Frau zwar zu lesen, aber nicht allzu ernst zu nehmen. Ich tue es auch nicht, damals nicht und heute genauso wenig. Aber jetzt zum Thema.
Ich habe heute mal ausgeschlafen, und sehr schön geträumt. Es war einer von diesen seltenen, kristallklaren Träumen, die wirken, als wären sie real. Kennt Ihr das? In diesem Traum war ich im Urlaub, an einem wunderschönen Strand, in einem ganz tollen Urlaubsresort. Dort gab es extrem leckeres Essen, tolle Drinks, super Unterhaltung, und man wohnte in einer riesigen Juniorsuite voller Luxus, in lila und pink. Der perfekte Platz für ein verliebtes Paar, dass sich morgens, noch müde aber glücklich, aneinander kuschelt und dem Tag entgegen träumt. Während ich ihre Nähe genieße, den Duft ihres Parfums einatme und sie ganz sanft und liebevoll streichele, wache ich allmählich auf. Alles ist noch da: Der Strand, das Hotel, das Zimmer, vermutlich auch das gute Essen, nur das riesige Bett ist leer bis auf den dicken Mann. Ich weiß noch genau, von wem ich geträumt habe, und könnte es Euch verraten. Mache ich aber nicht. Und falls der/die eine oder andere jetzt neugierig geworden ist, habe ich noch einen kleinen Tip: Ihr Vorname beginnt mit keinem X.
Zurück ins richtige Leben. Es ist neun vorbei, und ich trabe die immerhin 400m bis zum Restaurant, um zu frühstücken. Das Restaurant liegt ungefähr auf halbem Weg zum Strand, und so ist es durchaus klug, wenn man seine Badesachen schon einmal mitnimmt. Das mache ich auch, bis auf eine unwesentliche Kleinigkeit. Die - Badehose - befindet sich nämlich noch frisch gekauft in der Einkaufstüte, und die wiederum ist im Zimmer. 400m zurück, was gar nicht verkehrt ist, denn den Sonnenschutz habe ich auch vergessen aufzutragen. Dann 700m bis zum Strand (nur mal zur Erinnerung: das Hotel hat direkte Strandlage, anderswo sitzt man bei diesen Entfernungen schon in der zweiten Hotelreihe, und nein, Golfwagen oder Bähnle für den Gästetransport gibt es hier nicht). Nach kurzem Suchen finde ich zwischen großen Palmen und zahlreichen Touristen einen freien Liegestuhl. Eine Weile mache ich Aktivurlaub für Sonnenscheue (die Palmenschatten bewegen sich wegen der Äquatornähe sehr schnell, so dass man öfter den Liegestuhl verschieben muss), um mich dann vorsichtig dem Meer zu nähern.
Der Strand ist gut besucht von sportlich aktiven Touristen und auch solchen wie mir, dazwischen wuseln Händler, Fotografen und andere "Strandpiraten" herum. Nur das Meer ist leer. Also, Wasser ist schon drin, auch ein paar Boote, aber keine Menschen, was mich grübeln lässt, während ich mich vorsichtig nähere. Haben wir vielleicht Badeverbot? Gibt es giftige Tiere? Oder ist etwa das Wasser zu kalt? Ich sehe mich um. Am Flaggenmast wedelt nur die dominikanische Flagge, giftige Tiere sehe ich auch keine, und in dem Moment erreichen drei bis vier meiner zehn Zehen das Wasser. (Pause, ganz tief Luft holen).
Es ist wirklich zu kalt! Ich war schon so oft hier, aber das ist das erste Mal! Wenn das nicht besser wird, fahre ich nächstes Jahr an die Ostsee. Dort ist es zwar auch nicht billiger, eher im Gegenteil, aber man ist schneller dort. Naja, vielleicht auch nicht, aber es ist näher. Während ich Unsinn schreibe, habe ich es aber doch ins Wasser geschafft, auch wenn es die ersten Minuten unangenehm ist, was sich nur sehr langsam ändert. Aber: ich habe das ganze Meer für mich allein, zumindest kurze Zeit. Dann siegt der Herdentrieb, und ich bekomme Gesellschaft im Wasser. Nach einiger Zeit erscheint es mir auch wärmer, und ich möchte gar nicht wissen wieso.
Wieder draußen, mache ich alles richtig: ich schiebe meinen Liegestuhl in den Schatten, ziehe das nasse T-Shirt, was ich gegen die Sonne getragen habe, aus und hole mir einen Cocktail. Warum nicht? Ich habe vom Hotel ein kleines viersprachiges Heft bekommen, dessen Regeln ich genau befolge: immer eincremen, Sonne mittags meiden, wenig Schmuck tragen außerhalb des Hotels, und so weiter. Am Ende einer der kleinen Seiten steht "Trinken Sie stets viel". Na also, ich sehe mich bestätigt. Bis ich mal umgeblättert habe, denn die nächste Seite beginnt mit dem Wort "Wasser".

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