Freitag, 10. Mai 2019

Dominikanisches Aufzugsabenteuer

Heute ist ein besonderer Tag. Ich wiederhole mich, habe ich den Eindruck, aber zu einer Zeit, wo irgendwer jeden Tag des Jahres zu einem mehr oder noch weniger sinnfreien Gedentag kürt, kann das passieren. So hatten wir zum Beispiel am 20.März den Tage des brennenden Schneemanns, am 11. April den Unsichtbarkeitstag und am 9. Mai - glaubt es oder nicht - den Tag der verlorenen Socke. Am 10. Mai, leider weiß ich nicht mehr welchem, sicher ist nur, dass das Jahr mit einer "19" begann, habe ich zum ersten Mal auf einem Tanzparkett gestanden. Offiziell gefeiert wird dieser Tag natürlich nicht, und wie das mit dem heutigen Thema zusammen hängt, kann ich Euch jetzt auch nicht mehr so direkt sagen, vielleicht erinnert es mich nur an das nicht immer reibungsfreie Auf und Ab in meiner Zeit als aktiver Tänzer.

In diesem Hotel hier, das je nach dem Bereich, in dem man sich befindet, entweder aus Erdgeschoss oder Hochparterre und jeweils drei Obergeschossen besteht, gibt es eine kleine Anzahl von Aufzügen, die die zumeist übergewichtigen Gäste nach Wunsch zwischen den einzelnen (überhohen) Etagen hin- und her transportieren, jahraus, jahrein. Da, wo ich wohne, gibt es einen einzelnen Aufzug, nicht weit von der Rezeption, wurde eine Zwillingsanlage installiert. Vermute ich jedenfalls, denn es gibt zwei Türen. Allerdings kommt immer nur der rechte, egal welchen man ruft.

Über der Tür von jedem Aufzug gibt ein etwas verscheuertes Display darüber Auskunft, wo sich die Kabine vermutlich gerade befindet. In den oberen Etagen hat man sich das gespart. Grundsätzlich ist alles in Edelstahl gehalten, weil das ewig hält. Normalerweise.

Im Aufzug selbst, besonders in dem, den ich gerade benutze, gibt es ein unscharfes und ein blindes Display sowie eine Tastatur im Bestzustand. Naja, fast.



Fährt man mit diesem Aufzug aufwärts, ist alles gut. Fährt man damit abwärts, bleibt er im zweiten Stock immer kurzfristig an irgendetwas hängen, wahrscheinlich an der berühmten OTIS-Fangvorrichtung von 1853, deren Weiterentwicklung immer noch in Gebrauch ist. Der mehr oder weniger starke Ruck, der dabei jedesmal durch die Kabine geht, erklärt vielleicht auch, warum die Anzeige mit der Nummer "2" die Lust verloren und den dazugehörigen (und weiterhin funktionierenden) Knopf alleine gelassen hat.



Während man fährt, zeigt das halbblinde Display an, wo man sich gerade befindet. Zumindest sollte es das. Manchmal bleibt die Anzeige auch auf der Station hängen, wo man los gefahren ist. Manchmal zeigt es auch ohne jeden Bezug zur Realität irgendeine Zahl zwischen 0 und 3. Zuverlässige Informationen bekommt man nur, wenn man darauf wartet, dass sich die Aufzugtür öffnet und sich dann schnell die vierstellige Nummer des Zimmers gegenüber merkt, die Quersumme bildet, durch 14 teilt, von sich selbst abzieht und dann den Wert der ersten Ziffer addiert... Inzwischen ist der Aufzug entweder weiter gefahren, oder freundliche Mitreisende haben einen darauf aufmerksam gemacht, dass Endstation ist. Man könnte auch einfach nur die erste Zifferder Zimmernummer ablesen.

Nebenbei bemerkt - wer (wenn er denn laufen kann) braucht im Urlaub schon einen Aufzug? Also - bei mir war am 8. Mai Tag ohne Aufzug: runter sowieso (pro Etage üppige 20 Stufen), rauf nach dem Frühstück, bei 26°C, weil ich es wollte. Mittags bei 30°C, weil ich noch konnte, und abends, bei drückender Schwüle und 29°C, war der Aufzug kaputt und steckte irgendwo fest. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass es keinen Alarmknopf gibt?




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Das Allerletzte

Montag morgen, 9.30 Uhr. Ich genieße das wirklich sehr gute Frühstücksbuffet (das es gut ist, sollte man für 18€ auch erwarten). Eine halbe ...