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Montag, 28. April 2025

Das Allerletzte

Montag morgen, 9.30 Uhr. Ich genieße das wirklich sehr gute Frühstücksbuffet (das es gut ist, sollte man für 18€ auch erwarten). Eine halbe Stunde später wird jeder Gast persönlich gefragt, ob er noch etwas vom Buffet möchte, dann wird geschlossen, und ich bin satt. Da ich das Zimmer bis 12.00 Uhr behalten darf, fahre ich vom Restaurant im UG wieder hoch. Im EG stoppt der Lift, und draußen steht ein älteres Ehepaar, dass mir schon im Restaurant aufgefallen war. Die hatten wohl die Fahrstuhltür unten verfehlt. "Raus oder hoch?" fragt die Frau mich energisch.

"Hoch!" antworte ich ebenso.

"Ach, sie kommen von unten?" fragt sie. Und jetzt packt es mich wieder. Ich antworte: "Ja, sieht man das nicht?" und zeige den kleinen Teufel, den ich am Hals trage. Sie bleibt tatsächlich ernst, als sie antwortet "So genau habe ich jetzt nicht hingesehen!"

Mittags geht mein Zug. Zunächst mache ich mir Sorgen, weil der Zeitenmonitor behauptet, wir würden Nürnberg drei Minuten früher erreichen. Aber bis Würzburg wird es langsam besser, und als wir Nürnberg fünf Minuten zu spät erreichen, ist alles wieder in Ordnung.


So Ihr Lieben, das war es für diesmal. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß und fahrt das nächste Mal wieder mit.

Euer

Captain Spareribs

Sonntag, 27. April 2025

Feuriger Abschied

 

Palma de Mallorca, früh am Morgen. Noch in der Nacht haben wir angelegt, und ich bin von den Geräuschen der Gabelstapler, die emsig die Koffer ausladen, aufgewacht. Ein letzter Kaffee in der Kabine, bis 9.00 Uhr muss ich sie verlassen. Und mein Flug geht erst um 20.10 Uhr. Was also tun und wo? Immerhin - da ich die Flüge über TUI Cruises gebucht habe, darf ich an Bord bleiben, bis der Flughafenshuttle mich abholt, also bis 17.30 Uhr. Aber nicht nur mich, den ganzen Tag werden Passagiere abgeholt, aber auch neue gebracht. Die wenigen offenen Restaurants sind überfüllt, aber macht nichts, ich brauche kein Frühstück und setzte mich mit einer weiteren Tasse Kaffee und meinem Handgepäck (das diesmal etwas größer ist als sonst) an einen Tisch auf dem noch leeren Pooldeck, wo es schön ruhig ist. Noch. 

Gegen Mittag ertönt der Durchsagegong, und eine laute Stimme erzählt in sehrrr harrrtem Englisch etwas von "Brrravo, brrravo, brrravo", "Starrrborrd deck two" und "no drrrril", also es brennt auf Deck 2 (wo der Ausgang ist), und zwar wirklich. Eine mittelalte Dame am Nebentisch, gerade an Bord gekommen, fragt ihren Mann "Egon, was hat er denn gesagt? Du kannst doch Englisch!" worauf Egon überlegen antwortet: "Drill heißt Übung, also, die üben jetzt irgendwas!" An dieser Einstellung ändert auch die mehrfache Wiederholung der Durchsage nichts. Nach zehn Minuten endet eine ähnliche Durchsage mit den Worten "Under control", worauf sich der Kreuzfahrtdirektor nun auch endlich mal meldet, und erklärt, dass einer unserer Müllbunker brennt, das Feuer aber unter Kontrolle ist, und zu keiner Zeit Gefahr bestanden hat. Nun gut.

Den Nachmittag verbringe ich in der wenig besuchten TUI-Bar, dann geht es zum Flughafen, später ins Flugzeug, wo ich tatsächlich mit meinem Rucksack zwischen den Beinen fliegen muss, weil alle sooo viel Handgepäck dabei haben. 

Kurz nach Mitternacht bin ich endlich in meinem Hotelzimmerchen in Frankfurt, wo ich kurz aber gut schlafe.






Samstag, 26. April 2025

Letzter Seetag

Wir tuckern über das Mittelmeer, und verbringen unseren finalen Seetag. Heute Abend müssen die (gepackten) Koffer vor die Tür gestellt werden, und viele Leute sind jetzt schon damit unterwegs, um sie an der Rezeption zu wiegen. Von Mallorca, wo wir morgen ankommen, denn es führt ja nur der Weg durch die Luft nachhause, und da darf kein Koffer zu schwer sein.

Gegen Mittag gibt es ein weiteres Flottentreffen: wir begegnen unserer jüngsten und größten Schwester, der Mein Schiff Relax, die vor gerade einmal einer Woche mit ganz viel Pomp in Málaga getauft wurde.


Sie ist etwas länger und höher als wir, viel breiter und kann 1.000 Passagiere mehr transportieren als wir, also ungefähr 4.000. Echt zu groß für mich, aber trotzdem ein Erlebnis, denn man hat nur selten die Gelegenheit, ein absolut nagelneues Schiff zu sehen.

Gegen Abend heißt es Koffer packen, dann die letzte Show von Stephan Lucas besuchen,  und den letzten Tag an Bord zu beenden.

Freitag, 25. April 2025

Málaga

Die letzte Nacht war etwas kurz, nicht nur wegen dem längeren Getränkemissbrauch, sondern auch wegen der letzten Zeitumstellung. Auf unserer Fahrt Richtung Osten haben wir von atlantischen Ozean auf die Straße gewechselt, nämlich die von Gibraltar, und befinden uns jetzt im Mittelmeer, wo wir in Málaga anlegen.

Hier gibt es ein Hard Rock Café, und es ist nur vier Schiffe weit entfernt, so dass man ganz gut zu Fuß hin gehen kann. Und zurück. Und dann müde ist, wegen der Sonne. Und nicht befriedigt, weil das Hard Rock Cafe nur sehr wenig Auswahl an T-Shirts hatte. Aber immerhin, zwei Stück habe ich dann doch gefunden. Das reichen muss.


Donnerstag, 24. April 2025

Portionsgrößen

 Essen ist auf Kreuzfahrtschiffen bekanntlich ein großes Thema, und  - je nach Schiff - sehr unterschiedlich. Nehmen wir zum Beispiel das Gericht "zweierlei Fischbrötchen". Das bekommt man im Restaurant "Fischhalle" als amuse-gueule bevor man sich für ein Gericht entschieden hat:


Auch wenn diese Portion für zwei Personen gedacht ist - von der Hälfte würden manche Leute satt und könnten wieder gehen.

Irgendwann gab es im Hauptrestaurant "Atlantik-Klassik" die "zweierlei Fischbrötchen" als 1. Gang, also als Vorspeise:


Das hatte mich so überrascht, dass ich anschließend in der "Hohe-Luft-Bar" auf Deck 15

einen Jägermeister bestellt habe. Und bekommen:







Mittwoch, 23. April 2025

Flottentreffen

Sieben Uhr morgens, und wir laufen gerade Funchal an, Inselhauptstadt von Madeira und Geburtsstadt von Cristiano Ronaldo, um auch einmal etwas nicht vorhandenes Fußballwissen abzusondern.

Aber was. ist das? Eine Fata Morgana? Es ist sieht aus, als wären wir schon da..


Tatsächlich handelt es sich um unsere gleich große, aber jüngere "Schwester" Mein Schiff 7, die hier übernachtet hat und nach dem Mittagessen wieder losfahren wird. Aber bis dahin wird es voll in Funchal, zumal auch noch ein drittes Schiff unbekannter Herkunft aber ähnlicher Größe im Hafen liegt.

Das Wetter ist herrlich, und es gibt sogar einen (teuren) Shuttlebus, der zwischen dem Schiff und der Seilbahnstation hin- und her pendelt. Ja, seit dem Jahr 2000 gibt es hier eine Luftseilbahn, die vom Küstenniveau in Altstadtnähe bis nach Monte ganz oben fährt. 

Da der Alpinismus in Portugal wenig verbreitet ist, hat damals eine Firma aus Österreich die Seilbahn gebaut, von der aus man einen herrlichen Blick auf Funchal und den Hafen hat. Allerdings steht man an einem Tag wie heute bis zu zwei Stunden an, um mitfahren zu können. Viele Gäste sind deshalb not very amused.

Viel geboten wird am Aussteigeort des Shuttlebus leider nicht, außer sich an der Seilbahnschlange anzustellen oder in der prallen Sonne auf den Bus zurück zu warten. Und, wenn man ein paar Hindernisse überwindet, ein schöner Blick auf den Hafen.



Montag, 21. April 2025

Ein langer Seetag

Hatte ich schon erwähnt, dass in diesem Jahr die Seetage lediglich noch erwähnt, aber nicht mehr gezählt werden, also, im offiziellen Programm? Besser ist das für TUI Cruises, denn hätte man den Leuten vorgerechnet, dass von ohnehin nur sechzehn Tagen Reise ganze neun auf See sind, wer weiß, ob das Schiff dann nicht etwas leerer wäre. Das hätte der Reederei wohl kaum gefallen, mir dagegen schon sehr. Vielleicht noch mit passender Beratung ..."also, für Kinder sind Seetage ja viel zu langweilig"... - ok, man darf ja mal träumen.

Der heutige Seetag, der sechste der großen Atlantiküberquerung, ist dann auch der längste, da ohne Zeitschlupf. Tatsächlich sind wir der echten Zeit inzwischen etwas voraus, aber das vertrödeln wir bis morgen früh wieder bis Land in Sicht ist.

Heute Abend gehe ich ins Theater, zum ersten und einzigen Mal zu einer Abendshow, denn die langweilige Coverband aus der Showbar, genannt Los Fritones (zu deutsch "die Gebratenen", was für ein dämlicher Bandname). Jetzt werdet ihr Euch, insofern ihr noch nicht eingenickt seid, vielleicht fragen, warum ich mir eine langweilige Coverband im Theater ansehe, wo es noch nicht einmal Getränke gibt. Nun, es ist eine Rockshow versprochen, und nachdem ich in diesem Jahr "Rock Meets Classic" verpasst habe, hoffe ich auf einen kleinen Ersatz. Und werde nicht enttäuscht. Die fünf rocken eine Stunde lang das Schiff vom feinsten, und hätten wir keine Stahlwände, würde wahrscheinlich der Putz rieseln. Ein Spitzenkonzert, auch wenn danach die Ohren geklingelt haben.



Wie sieht es aus?

Ich werde oft gefragt: „So mitten auf dem Meer - wie sieht das denn aus?“ und mit meiner Antwort „Einfach nur Meer, weiter nichts“ überfordere ich die Fantasie der meisten Fragesteller. Deswegen heute mal in Farbe auf Dunkelblau:

Sieht man vorne aus dem Schiff, sieht es so aus

Sieht man seitlich aus dem Schiff, sieht es so aus

Sieht man hinten aus dem Schiff, sieht es so aus

Und sieht man auf das Schiff, sieht es leider so aus


Sonntag, 20. April 2025

Kommt der Osterhase?

Es ist Ostersonntag. Als ich vor zwei Jahren ebenfalls über Ostern mit einem Schiff der Mein Schiff Flotte unterwegs war, klopfte es früh um acht, meine Kabinenstewards  standen draußen und überreichten ein gut gefülltes Osternest mit den Worten „Flohe Osteln!“ Cindy meinte gestern, man hat an Bord so viel  eingespart, dass es das in diesem Jahr bestimmt auch nicht mehr gibt. Und tatsächlich, niemand klopft. Aber als ich nach dem Frühstück zurück auf die Kabine komme, war er doch da, der Osterhase.




Samstag, 19. April 2025

Schon wieder ein Seetag

Die Mein Schiff 1 schaukelt weiterhin einsam über den Atlantik, seit der Abfahrt sind uns gerade mal drei Schiffe begegnet, und selbst das mit dem schaukeln geht bei maximal drei Metern Wellenhöhe bei einem Schiff, das fast ein Schiff lang ist, gegen null. Zum Glück. Bleibt also Zeit darüber zu schreiben, warum wir kein Fernsehen haben. Das ist einfach zu erklären: hier wohnt niemand, und folglich braucht man keine Satelliten, die das Gebiet mit Fernsehen bestrahlen. Immerhin gibt es täglich die aufgezeichnete Tagesschau von gestern und vorgestern sowie eine Auswahl von Filmen und Fernsehsendungen in der Videothek, auf die man von der Kabine aus Zugriff hat.

Und warum gibt es kein Internet? Das wüssten wir alle gerne, denn hat es in früheren Zeiten auf dem Atlantik wenigstens gelegentlich funktioniert, ist nach der Einführung von Elon Musks vielgelobten Starlink gar nichts mehr los. Noch nicht einmal die SchiffsApp funktioniert, obwohl die über das bordeigene WLan betrieben wird. Egal, man kann sie auch über das Kabinenfernsehen benutzen (zum Beispiel um Speisekarten zu studieren ohne das Restaurant zu betreten), und das funktioniert.


Freitag, 18. April 2025

Wo gibt es Bier?


10.00 Uhr morgens. Ich frühstücke gerne - wenn ich es überhaupt tue - auf Deck 5 im Tag&Nacht-Bistro, denn es bietet zeitlich länger Frühstück an als die Bedienrestaurants, hat kürzere Wege zwischen Buffet und Sitzplatz und hält - trotz recht eingeschränkter Auswahl - alles bereit, was ich morgens gerne esse und trinke (außer Sekt, aber das mache ich eigentlich auch nicht mehr). Man hat hier Platz und Ruhe. Naja, manchmal. Also - Platz ist immer noch ok, Ruhe derzeit eher weniger, zumindest auf dem Kleinherden-auf-und-Abtrieb-Hauptweg, der von meinem Tisch nur durch ein paar künstliche Birkenstämme abgetrennt ist, die zum Schallschutz nur sehr rudimentär beitragen. Daher esse ich etwas flotter, zapfe mir noch schnell ein gold-gelbes Getränk mit kleiner Schaumkrone und mache mich auf den Weg zu meiner Kabine auf Deck 9, in der Hoffnung, die mir nach einer Woche noch immer persönlich unbekannten Stewards haben sie schon fertig gemacht.

Im Aufzug steht steht ein Pärchen, dass mich irgendwie an den Hamburger Kiez erinnert.

Er: Wo gibt’s denn jetzt schon Bier?

Ich: (wahrheitsgemäß) Das ist Apfelsaft!

Er: sieht aber aus wie Bier! (er hat nicht ganz Unrecht)

Ich : Die TUI-Bar auf Deck 4 hat schon auf!

Sie : (erkennend und mehrfach nickend) Bier auf vier!

Ich: auf 12 kriegst Du auch welches! 

Er: Ach nee, das ist alles voller Kids! (keine Wunder, das ist das Pool Deck, und die Sonne scheint)

Ich: auf 14 ganz hinten

Sie: auf 15 ganz oben

Ich: Da kannst Du aber nicht hinfahren, sonst landest Du im Fitness-Studio!

Er: Und da gibt’s kein Bier.

Ich: da musst du auf 14 aussteigen und den Rest laufen.

Der Aufzug, der, wie seine neun Kollegen hier an Bord recht flott arbeitet, stoppt gerade auf Deck 12.

Ich: Jetzt habe ich vor lauter Quatschen vergessen auszusteigen!

Schallendes Gelächter. 

Später, nach einem ereignislosen Nachmittag auf der Kabine, keinem Abendessen und den ersten Aufwärmdrinks in der TUI-Bar, gehen Cindy & Bert (einem sehr netten und lustigen Ehepaar aus dem Ruhrpott), Walter und ich zum Eingang der Schaubühne, und weil wir diesmal in der ersten Reihe sitzen wollen, schon eine Dreiviertelstunde bevor die Vorstellung beginnt. Die Gefahr ist nämlich groß, dass die Menge der Interessenten das Platzangebot deutlich übersteigt. Das letztemal wurden deshalb Cindy & Bert und eine gute Kopie vom Tamme Hanken (einem weiter entfernten "Mittrinker") schon als Türsteher „missbraucht“. Bert ist groß, „Tamme“ riesig, Cindy laut, das hilft der eigentlich zuständigen kleinen Nike ganz gut weiter. Die kommt dann kurz vor Öffnung vor die Tür, und erklärt, dass es wegen einem kleinen technischen Problem leider fünf Minuten länger dauert. Aber die Störung wird in drei Minuten behoben sein. Ich frage sie, so ernst es nach den ersten Drinks nur geht, warum wir dann fünf Minuten warten müssen. Damit hatte sie nicht gerechnet, aber ihr Funkgerät rettet sie, gibt ok, und sie öffnet die Türen.

Cindy, Bert und ich setzen uns in die erste Reihe (der „Mittmach-Aeria“), Walter traut sich nicht und nimmt weiter hinten Platz. Und tatsächlich, diesmal ist mitmachen angesagt, ich werde auf die Bühne gebeten, und jemand aus dem Publikum muss mich was fragen, zum Beispiel wo mein T-Shirt her ist. Nachdem das doof ist weil es drauf steht, stellt er mir die Frage, warum ich hier bin, in dieser Show. Und etwas später, bei einem kleinen Singlespiel, muss eine sehr attraktive Frau, die hinter mir sitzt, raten, wie ich meinen Kaffee trinke, und ob ich eher früh oder spät aufstehe. 

Später, Stephan hatte im Anschluss an seine Show noch eine Talkrunde veranstaltet und danach setze ich mich in die TUI-Bar. Neben mir ein älterer Herr: „Hallo, ich habe sie im Fernsehen gesehen!“ War ich da? Tatsächlich, denn wer nicht zu einer Veranstaltung kommen konnte oder wollte, hatte die Möglichkeit, sie auf der Kabine im Bordfernsehen live zu verfolgen.

Noch später: Walter ist schon weg, die TUI-Bar will schließen, ich lasse mir ein letztes Bier zapfen, um damit ins T&N-Bistro zu gehen, das fast immer auf hat, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Allmählich füllt es sich mit einem guten Dutzend wohl erzogener Teenies. Einer fragt mich sehr höflich, wo ich denn das Bier her hätte (es ist, nicht ganz unwichtig zu wissen, immerhin schon zwei Uhr Morgens vorbei). Die TUI-Bar hat zu, ich empfehle die Abtanzbar (das ist hier die Disco). Da dürfen sie unter 18 nur noch mit Eltern rein. Diamantbar - kostet aber - einer der Jungs hat sogar eine Suitenkarte, wo es nichts kostet, aber er weiß: er bekäme nur ein einziges Bier, und sie sind zu viert. Also bleiben sie bei Cola und Wasser sitzen und unterhalten sich so erwachsen es geht. Solche Teenies mag ich!



 

Donnerstag, 17. April 2025

Kultur auf See

Mit dem Auslaufen gestern Abend hat nun die Überquerung des Atlantik begonnen: sechs Seetage am Stück. Zum Glück sind fünf davon nur 23 Stunden lang (wir müssen ja die sechs Stunden Zeitumstellung von der Dominikanischen Republik zurück holen). Und damit niemandem langweilig wird (es gibt weder Internet noch Fernsehen), haben sich die Entertainment-Verantwortlichen alle möglichen Aktivitäten einfallen lassen: Sport, Sonderangebote, Filme, Mitmachaktionen und auch Kunstvorträge. Da ich bekanntlich extrem kunstinteressiert bin, sitze ich jetzt gerade im ersten von fünf im großen Theater, obwohl er von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr dauert. Ich sehe die eine oder andere sich runzelnde Stirn. OK, der Vortrag dauert nur eine Stunde, der Rest ist die ab jetzt stattfindende mittägliche Zeitverschiebung. Kunstinteressiert bin ich tatsächlich, aber die Hauptmotivation diese Vorträge zu besuchen liegt darin, dass ich den Lektor Marc Benseler vor ein paar Tagen zufällig beim Abendessen kennen gelernt habe und er mich neugierig gemacht hat. Und ich sage Euch: es hat sich gelohnt!


Mittwoch, 16. April 2025

Die dritte Insel

Nach einer angenehm ruhigen Nacht auf See liegen wir heute vor der Insel Dominica. Das schöne an der Hafenstadt Roseau ist der wenige Verkehr und die Nähe zum Zentrum. Das weniger schöne ist, dass hier bis auf bunte Häuschen und einen spektakulären Gewürzmarkt nur wenig geboten wird und man stets aufpassen muss, nicht in eines der tiefen Löcher zu treten, die jeden Gehsteig in unregelmäßigen Abständen zieren.

Am Abend gibt es die erste, großartige One-Man-Show von Stephan Lucas, die so gefragt ist, dass bei weitem nicht alle Interessenten in die Schaubühne passen. (Und wenn jetzt jemand denkt, es müsse „auf“ die Schaubühne heißen, irrt er, denn die Schaubühne ist nicht die Bühne an sich, sondern das kleine Theater insgesamt heißt so. Der alte Name war „Klanghaus“, den hätten sie wohl besser behalten sollen…)



 

Dienstag, 15. April 2025

Noch sind wir nicht weiter gefahren

Immer noch Barbados. Die Nacht war laut und hell, aber mit geschlossener Balkontür hat man nichts gehört. Während viele Gäste noch ihr Frühstück in sich hinein schaufeln, beginnt bei mir ein Landausflug, der die charmanten Städtchen von Barbados zeigt, mit viel Freizeit, um zum Beispiel noch ein paar Ostergeschenke einzukaufen. Hätte ich mir aber auch schenken können, den Ausflug. Obwohl Barbados als reiche Insel gilt und eine teure Insel ist, wirkt es abseits der Touristenzentren recht herunter gekommen, und auch die Arbeit außerhalb der Touristensaison ist sehr knapp, sofern man nichts mit dem Hafen zu tun hat. Ostergeschenke kaufe ich natürlich auch nicht, für wen auch? Aber immerhin - schön, auch mal die andere Seite gesehen zu haben.




Montag, 14. April 2025

Es wird weniger. Oder?

Bridgetown, Hauptstadt der Insel Barbados. Wir liegen in einem sehr geschäftigen Industriehafen, wo Tag und Nacht jede Menge Container bewegt werden, und das metallische Quietschen und Rumpeln der Hafenkräne niemals endet. Ihr kennt das schon, denn ich bin nicht zum ersten Mal hier. Schlecht ist, dass wir hier übernachten werden. Gut dagegen ist, dass heute etwa 1.400 Passagiere aussteigen. Schlecht ist, dass ungefähr genau so viele neu dazu kommen. Und ganz übel ist, dass sich mit dem Passagierwechsel die ohnehin schon große Menge der mitfahrenden und überall laut herumtrampelnden Schreihälse verdoppelt. Aber das wird schon gehen, man muss sich nur fern halten: vom Pool, vom Buffetrestaurant, von der Eisdiele, vom Dönerstand, von - Moment, jetzt sitzen auch schon welche an der Theke der TUI-Bar. Das geht jetzt aber wirklich etwas weit…

 

Sonntag, 13. April 2025

Die erste Insel

Lautes Hundegebell weckt mich, und die Aussicht zeigt als erstes einen grünen, mit bunten Häuschen durchsetzten Hügel. 

Da Hunde nicht erlaubt sind, und wir auch garantiert keinen Hügel mit uns herum schleppen, müssen wir wohl irgendwo angelegt haben. Und das ist auch so. Wir liegen vor Kingstown, dem größten Hafen des kleinen Inselstaats St. Vincent und die Grenadinen (was ja fast erfunden klingt) und sind das letzte Kreuzfahrtschiff dieser Saison (Kreuzfahrten in die Karibik gibt es nur Spätherbst bis Winterende). Die Hälfte der Geschäfte im Kreuzfahrtterminal hat auch geschlossen, wegen Saisonende oder weil Sonntag ist, so dass es sich. nicht lohnt, ein Taxi in die Stadt zu nehmen. Die Insel ist sehr grün und für Naturverbundene sicher reizvoll, aber touristisch noch kaum erschlossen und fällt deswegen jetzt langsam in einen Dornröschenschlaf.

Als wir abends ablegen, sind die Hunde wieder wach. Gut, dass sie nicht mitfahren. Wäre doch ein bißchen laut auf die Dauer. Aber das ist es sowieso. Warum, erzähle ich Euch morgen.


Samstag, 12. April 2025

Es geht weiter

Nach einem schnellen Kaltgetränk in der Hoheluftbar ganz hinten oben, wo es mir aber auch zu warm ist, geht es erst einmal auf die Kabine, wo ich  eine prima Aussicht habe auf die guten zweihundert Meter durch die tropische Wärme. Allerdings sind die jetzt komplett besetzt von einsteigewilligen Passagieren, die bis zu einer Stunde in der Wärme ausharren müssen, weil das Einsteigen so langsam geht. Fragt mich nicht, warum.


Ich halte nach der langen Reise erst einmal ein Schläfchen, und als mich danach der Wecker nicht ohne Mühe aus den Träumen reißt, steht der Koffer vor der Tür, und ich kann mich zum Abendessen umziehen. Vorher ist aber noch Sicherheitsübung, wie der Kreuzfahrtdirektor aus dem Lautsprecher unter meinem Schreibtisch erklärt. OK, kennt man ja alles, und auch das heute angebotene Menue ist nicht neu aber lecker.

Nach dem Abendessen führt mein Weg in die TUI-Bar, wo ich fast umgehend eine neue Bekanntschaft schließe: Walter, ein Frührentner irgendwo aus einer waldreichen Gegend in Hessen, schwer verständlich, aber sehr nett. Die Unterhaltung klappt trotzdem, und nicht lange, schon steuere ich unbarmherzig auf den Peinlichkeitsmoment dieser Reise zu. Stell Euch vor: ich sitze an der Bar, auf dem vorletzten Hocker rechts, mein Gesprächspartner Walter, auf dem letzten Hocker rechts, und rechts von ihm wiederum kommen und gehen ständig wechselnde Leute, die mal eben ein Getränk an der Theke abholen wollen. Von diesen Leuten kriege ich kaum etwas mit, weil Walter, zwar schlank aber groß, diese verdeckt. Wir sind gerade beim Thema „Künstler und Promis an Bord“ angelangt, und mein Originalsatz, den ich gerade zu Walter sagen will, hätte lauten sollen:

„Diesmal fährt ja niemand interessantes mit, außer Stephan Lucas, mit dem würde ich mich gerne mal unterhalten“ (Wem der Name nichts sagt, weil er keine Gerichtsshows guckt: Stephan Lucas war und ist in vielen Folgen von Richter Alexander Holt und Richter Ulrich Wetzel als Staatsanwalt zu sehen, und wird an Bord mehrere juristisch gefärbte, unterhaltende One-Man-Programme aus seinem Leben als Strafverteidiger zeigen.

Zurück ins hier und jetzt. Ich schaue Walter an, und beginne meinen Satz „Diesmal fährt ja niemand interessantes mit.“ Manchmal mache ich Pausen, wo ich es besser lassen sollte. Ich wende den Blick also meinem Glas zu, nehme einen Schluck, schaue wieder zu Walter, neben dessen Kopf der von Stephan Lucas auftaucht, und mich mit gerunzelter Stirn ansieht. Nach einem kurzen Uuups-Moment kläre ich ihn auf und quatsche ein bißchen mit ihm. Er ist sehr nett und findet die Situation ähnlich lustig wie wahrscheinlich Ihr jetzt, macht gleich Reklame für seine Shows und ist auch sonst sehr offen und freundlich. Man merkt: er würde lieber mit uns an der Theke sitzen, anstatt seine mitgebrachte Familie mit Mineralwasser zu beliefern. Und ich sage Euch eins: Gerichtsshows werden für mich nie wieder das selbe sein.

Freitag, 11. April 2025

Es geht los

Der Flieger soll um 9:40 Uhr starten, deshalb plane ich, den ICE um 6.00 Uhr zu nehmen. Oder den um 6.27 Uhr, der ist dann immer noch drei Stunden vor Abflug am Flughafen. Das könnte gerade so reichen. Es wird der spätere, in den man aber sehr früh einsteigen kann, mit dem guten Gefühl, dass die sehr kurze Bahnreise keinen Raum für Abenteuer bieten wird. Bis die erste Durchsage kommt, in der sich die Zugchefin dafür entschuldigt, dass sie den Tag mit einer schlechten Nachricht beginnen muss, weil man heute nicht am Flughafen halten kann. Ich will schon aufspringen und flüchten, so lange die Türen noch offen sind, da kommt sie um die Ecke mit „der Zug hält nicht am Fernbahnhof, sondern am Regionalbahnhof“, was nur ein anderer Eingang ist und sich nachträglich als Vorteil heraus stellt, weil näher an meinem Ziel, der Halle C des Terminals 1. Heute scheint ein guter Tag zu sein, denn die in dieser Halle übliche mehrfach gewundene Riesenschlange fehlt. Es gibt drei Schalter für die Holzklasse (die bei Condor „Economy“ heißt), da ringelt es sich minimal, einen für die für die Business Class, wo gar keiner ist, also, kein Kunde, und einen Schalter für die Klasse dazwischen, die Premium Economy, wo ich hin muß, und gerade mal einer steht, der gerade abgefertigt wird. Bis ich dort bin, ist der auch schon weg. Ich bin sofort dran, und habe damit meinen Koffer zum letzten Mal auf dieser Reise mehr als drei Meter weit selbst bewegt. Zum Glück, denn er wiegt diesmal 19kg, was für meine Verhältnisse ungewöhnlich viel ist. Zumindest war das der Plan.

Auch am Nadelöhr Sicherheitscheck ringelt sich nichts außer den Drängelabsperrungen davor. Ich werde auf dem kürzesten Weg herein gebeten, und dann ist auch das erledigt. Pünktlich eine halbe Stunde vor Abflug sitzen alle in einem lustig gestreiften Flugzeug, und es geht pünktlich los. 


Wir könnten sogar früher, dürfen wir aber nicht. Dass neben mir ein molliger, breitschultriger Mann sitzt, der ständig zu mir herüber quillt, macht den Flug leider etwas unbequem. Der Mann ist sehr nett und würde lieber zu seiner Frau auf der anderen Seite quellen, aber die ist leider noch dicker als er. Links von mir ist zum Glück der Gang, aber der ist so schmal, dass ständig Leute anstoßen, also an mir, nicht mit mir: andere Passagiere auf dem Weg zur Toilette und zurück, der mollige Flugbegleiter, die hübsche schlanke Flugbegleiterin, aber zum Glück kein einziges Mal der harte Servicewagen. So etwas habe ich auch schon mal erlebt, bei Air Berlin. Trotz gutem Essen und freien Getränken bis alles weg ist zieht sich der Flug, vor allem wegen der Enge. Aber die Stimmung ist gut, zudem haben wir Rückenwind und sind eine halbe Stunde früher da als geplant. In La Romana (Dominikanische Republik) ist das kein Problem, da fliegt kaum einer hin. Wir müssen weder Pässe vorzeigen noch unsere Koffer vom Band wuchten (falls sie überhaupt eins haben), sondern werden direkt vom Flugzeug in die Transferbusse zum Schiff geschickt. Ein paar Minuten Fahrt bis zum Cruise Terminal, und dann heißt es warten im klimatisierten Bus, denn niemand hatte Bescheid gegeben dass wir früher kommen, und wir sind die ersten heute. In Windeseile wird der Check-In eröffnet, und der Inhalt von mittlerweile dem ganzen Flugzeug ringelt sich zu den Schaltern. Für Suitengäste gibt es einen Extraschalter, damit die nicht so lange anstehen müssen, und den dürfen auch Schwerbehinderte benutzen, was ich gerne mache. Eine kurze Kontrolle, ein Foto, nochmal gute zweihundert Meter durch die tropische Wärme zu Fuß, und dann ist das Schiff erreicht. 

Da morgen Seetag ist, wo nichts passiert, es aber über heute noch viel zu erzählen gibt, werde ich das morgen tun. Habt viel Spaß!


Donnerstag, 10. April 2025

Einführungsrunde

Der Plan ist wie folgt: ich nehme den ICE 26 um 15.30 Uhr, bin dann um 18.00 Uhr am Fraport, gebe den Koffer beim Vorabend-Check-In ab, habe ihn dadurch morgen früh schon von der Backe und muss nur noch beim Sicherheitscheck Schlange stehen. Mein Hotel für die erste Nacht liegt am Bahnhof, wohin ich dann mit der S-Bahn zurück fahren würde.

Mein Zug hat schlappe 70 Minuten Verspätung, woraus später noch 80 werden. Nicht so schlimm, um 16.00 Uhr kommt wieder einer. Der allerdings ist ausgebucht, hat zwei Wagen weniger als geplant und wird dennoch von vielen Leuten gestürmt, die eigentlich 15.30 Uhr hätten fahren wollen. Ich beschließe, auf den richtigen Zug zu warten, denn immerhin wartet dort ein reservierter Platz auf mich.

Mit Hundert Minuten Verspätung komme ich schließlich am Frankfurter Hauptbahnhof an, beziehe mein Hotel (das näher am Bahnhof liegt als ich morgen an Strecke zurück legen muss um den Flughafen zu durchqueren) und schlafe kurz und gut. 

Und das, obwohl ich morgen wieder mit der Deutschen Bahn fahren muss!





Mittwoch, 9. April 2025

Vorbericht


Ein Dreivierteljahr ist es her, dass mein letztes (offizielles) Reiseabenteuer unter der Überschrift „Abenteuer Bahn“ geendet hat, wohl wissend, dass all die Schwierigkeiten mit den Verspätungen und technischen Problemen nur große Ausnahmen waren. Egal, was man in der Zeitung so liest, es kann ja nicht immer so schwierig sein, mit der Bahn zu fahren.

Oder?


 

Das Allerletzte

Montag morgen, 9.30 Uhr. Ich genieße das wirklich sehr gute Frühstücksbuffet (das es gut ist, sollte man für 18€ auch erwarten). Eine halbe ...