Freitag, 11. April 2025

Es geht los

Der Flieger soll um 9:40 Uhr starten, deshalb plane ich, den ICE um 6.00 Uhr zu nehmen. Oder den um 6.27 Uhr, der ist dann immer noch drei Stunden vor Abflug am Flughafen. Das könnte gerade so reichen. Es wird der spätere, in den man aber sehr früh einsteigen kann, mit dem guten Gefühl, dass die sehr kurze Bahnreise keinen Raum für Abenteuer bieten wird. Bis die erste Durchsage kommt, in der sich die Zugchefin dafür entschuldigt, dass sie den Tag mit einer schlechten Nachricht beginnen muss, weil man heute nicht am Flughafen halten kann. Ich will schon aufspringen und flüchten, so lange die Türen noch offen sind, da kommt sie um die Ecke mit „der Zug hält nicht am Fernbahnhof, sondern am Regionalbahnhof“, was nur ein anderer Eingang ist und sich nachträglich als Vorteil heraus stellt, weil näher an meinem Ziel, der Halle C des Terminals 1. Heute scheint ein guter Tag zu sein, denn die in dieser Halle übliche mehrfach gewundene Riesenschlange fehlt. Es gibt drei Schalter für die Holzklasse (die bei Condor „Economy“ heißt), da ringelt es sich minimal, einen für die für die Business Class, wo gar keiner ist, also, kein Kunde, und einen Schalter für die Klasse dazwischen, die Premium Economy, wo ich hin muß, und gerade mal einer steht, der gerade abgefertigt wird. Bis ich dort bin, ist der auch schon weg. Ich bin sofort dran, und habe damit meinen Koffer zum letzten Mal auf dieser Reise mehr als drei Meter weit selbst bewegt. Zum Glück, denn er wiegt diesmal 19kg, was für meine Verhältnisse ungewöhnlich viel ist. Zumindest war das der Plan.

Auch am Nadelöhr Sicherheitscheck ringelt sich nichts außer den Drängelabsperrungen davor. Ich werde auf dem kürzesten Weg herein gebeten, und dann ist auch das erledigt. Pünktlich eine halbe Stunde vor Abflug sitzen alle in einem lustig gestreiften Flugzeug, und es geht pünktlich los. 


Wir könnten sogar früher, dürfen wir aber nicht. Dass neben mir ein molliger, breitschultriger Mann sitzt, der ständig zu mir herüber quillt, macht den Flug leider etwas unbequem. Der Mann ist sehr nett und würde lieber zu seiner Frau auf der anderen Seite quellen, aber die ist leider noch dicker als er. Links von mir ist zum Glück der Gang, aber der ist so schmal, dass ständig Leute anstoßen, also an mir, nicht mit mir: andere Passagiere auf dem Weg zur Toilette und zurück, der mollige Flugbegleiter, die hübsche schlanke Flugbegleiterin, aber zum Glück kein einziges Mal der harte Servicewagen. So etwas habe ich auch schon mal erlebt, bei Air Berlin. Trotz gutem Essen und freien Getränken bis alles weg ist zieht sich der Flug, vor allem wegen der Enge. Aber die Stimmung ist gut, zudem haben wir Rückenwind und sind eine halbe Stunde früher da als geplant. In La Romana (Dominikanische Republik) ist das kein Problem, da fliegt kaum einer hin. Wir müssen weder Pässe vorzeigen noch unsere Koffer vom Band wuchten (falls sie überhaupt eins haben), sondern werden direkt vom Flugzeug in die Transferbusse zum Schiff geschickt. Ein paar Minuten Fahrt bis zum Cruise Terminal, und dann heißt es warten im klimatisierten Bus, denn niemand hatte Bescheid gegeben dass wir früher kommen, und wir sind die ersten heute. In Windeseile wird der Check-In eröffnet, und der Inhalt von mittlerweile dem ganzen Flugzeug ringelt sich zu den Schaltern. Für Suitengäste gibt es einen Extraschalter, damit die nicht so lange anstehen müssen, und den dürfen auch Schwerbehinderte benutzen, was ich gerne mache. Eine kurze Kontrolle, ein Foto, nochmal gute zweihundert Meter durch die tropische Wärme zu Fuß, und dann ist das Schiff erreicht. 

Da morgen Seetag ist, wo nichts passiert, es aber über heute noch viel zu erzählen gibt, werde ich das morgen tun. Habt viel Spaß!


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