Montag, 13. Mai 2019

Dominikanischer Wechselstrom

Es war im späten 19. Jahrhundert, als in den USA der sogenannte Stromkrieg tobte, zwischen dem Gleichstromsystem von Edison und dem Wechselstromsystem von Westinghouse/Tesla. Was sich weltweit durchgesetzt hat, sollte allgemein bekannt sein, und eigentlich ist es auch hier so. Meine europäischen Elektrogeräte haben sich jedenfalls noch nicht beschwert. Aber irgendwas ist hier anscheinend trotzdem anders.

Heute früh zum Beispiel, ich war beim bloggen, und  plötzlich tut es einen Knall. Kein Licht, kein Kühlschrank, keine Klimaanlage mehr. Das Notebook hat es nicht interessiert sondern weiter an seinem Akku genuckelt, und das an sich flotte Internet war wohl gerade nicht bei der Sache und hat erst einmal ohne Strom weiter gearbeitet. Nicht lange, der Notstromgenerator springt blubbernd an, und alles ist wieder schick. Da hat das Hotel ganz clever einfach mal so den Strom gewechselt. Dafür ist nun das Internet im Thema und fällt aus, was ihm der Notstromgenerator nach kurzer Zeit nachmacht. Ich vermute, er wurde nicht aufgetankt, man kann ja mal was vergessen, und tut das auch gerne, dafür sind wir in der Dominikanischen Republik.

Nicht lange, und die Stromversorgung wechselt zurück auf Elektrizitätswerk, für vielleicht fünf Minuten, gerade lange genug, bis es das Internet auch gemerkt hat. Dann gehen die Lichter wieder aus, zeitgleich mit allem anderen. Naja fast, Ihr wisst schon, das Internet.

Schnelle zwanzig Minuten später wechselt der Strom wieder auf Notstromversorgung, wahrscheinlich mussten sie erst einmal jemanden zur Tankstelle schicken wegen einem Kanister Diesel. Einem sperrigen 20-Liter-Kanister, balanciert auf dem Rücksitz eines Mopeds. OK, das hatte ich mir heute nur ausgedacht um die Zeit dramaturgisch zu überbrücken, aber gesehen habe ich solche Sachen in diesem schönen Land schon öfter.

Nach wenigen Minuten wechseln wir von Notstrom auf kein Strom, trotz vollem Tank. Wahrscheinlich sind jetzt im Generator die Filter verstopft, von dem Dreck, der sich im leeren Tank abgesetzt hatte. Die muss man jetzt wechseln, und das kann dauern und wird es auch. Zum Glück hat das Internet nichts davon mitbekommen und ist gar nicht erst angesprungen.

Eine Stunde später, es ist schon unangenehm warm, aber man kann nicht einmal duschen, weil die elektrischen Wasserpumpen nicht gehen, wechseln wir wieder auf den Strom vom E-Werk, und bleiben dann auch dabei. Nach der Mittagspause gibt es sogar wieder Internet.

Ich finde es wirklich gut, dass sich damals weltweit das Wechselstromsystem durchsetzen konnte. Mit Gleichstrom wäre man doch hierzulande völlig überfordert...



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