Montag, 13. Mai 2019

Dominikanischer Wechselstrom

Es war im späten 19. Jahrhundert, als in den USA der sogenannte Stromkrieg tobte, zwischen dem Gleichstromsystem von Edison und dem Wechselstromsystem von Westinghouse/Tesla. Was sich weltweit durchgesetzt hat, sollte allgemein bekannt sein, und eigentlich ist es auch hier so. Meine europäischen Elektrogeräte haben sich jedenfalls noch nicht beschwert. Aber irgendwas ist hier anscheinend trotzdem anders.

Heute früh zum Beispiel, ich war beim bloggen, und  plötzlich tut es einen Knall. Kein Licht, kein Kühlschrank, keine Klimaanlage mehr. Das Notebook hat es nicht interessiert sondern weiter an seinem Akku genuckelt, und das an sich flotte Internet war wohl gerade nicht bei der Sache und hat erst einmal ohne Strom weiter gearbeitet. Nicht lange, der Notstromgenerator springt blubbernd an, und alles ist wieder schick. Da hat das Hotel ganz clever einfach mal so den Strom gewechselt. Dafür ist nun das Internet im Thema und fällt aus, was ihm der Notstromgenerator nach kurzer Zeit nachmacht. Ich vermute, er wurde nicht aufgetankt, man kann ja mal was vergessen, und tut das auch gerne, dafür sind wir in der Dominikanischen Republik.

Nicht lange, und die Stromversorgung wechselt zurück auf Elektrizitätswerk, für vielleicht fünf Minuten, gerade lange genug, bis es das Internet auch gemerkt hat. Dann gehen die Lichter wieder aus, zeitgleich mit allem anderen. Naja fast, Ihr wisst schon, das Internet.

Schnelle zwanzig Minuten später wechselt der Strom wieder auf Notstromversorgung, wahrscheinlich mussten sie erst einmal jemanden zur Tankstelle schicken wegen einem Kanister Diesel. Einem sperrigen 20-Liter-Kanister, balanciert auf dem Rücksitz eines Mopeds. OK, das hatte ich mir heute nur ausgedacht um die Zeit dramaturgisch zu überbrücken, aber gesehen habe ich solche Sachen in diesem schönen Land schon öfter.

Nach wenigen Minuten wechseln wir von Notstrom auf kein Strom, trotz vollem Tank. Wahrscheinlich sind jetzt im Generator die Filter verstopft, von dem Dreck, der sich im leeren Tank abgesetzt hatte. Die muss man jetzt wechseln, und das kann dauern und wird es auch. Zum Glück hat das Internet nichts davon mitbekommen und ist gar nicht erst angesprungen.

Eine Stunde später, es ist schon unangenehm warm, aber man kann nicht einmal duschen, weil die elektrischen Wasserpumpen nicht gehen, wechseln wir wieder auf den Strom vom E-Werk, und bleiben dann auch dabei. Nach der Mittagspause gibt es sogar wieder Internet.

Ich finde es wirklich gut, dass sich damals weltweit das Wechselstromsystem durchsetzen konnte. Mit Gleichstrom wäre man doch hierzulande völlig überfordert...



Sonntag, 12. Mai 2019

Spanisch für Irrläufer

In der Dominikanischen Republik ist - wie fast überall in Mittel- und Südamerika - die Landessprache Spanisch, und jeder von uns (deutschen) Touristen spricht ein wenig davon. Selbst die eingefleischtesten Kegelclub-Mallorca-Fahrer kennen zumindest sì, no und cerveza. Weniger bekannt sind die Wörter "por favor" (bitte) und "gracias" (danke), darum habe ich sie hier noch einmal kurz erklärt. Möchte man besonders nett sein, und ein "danke" beantworten, tut man das übrigens nicht mit noch einem "bitte" wie bei uns, sondern sagt "de nada". Die Norddeutschen kennen das, da sagen viele auch statt bitte "dafür nicht".

Spanisch ist eine wunderschöne Sprache, finde ich. Ihr solltet einmal mein aktuelles Zimmermädchen hören. Sie ist Haitianerin, ihre Muttersprache also Französisch. Wenn die Spanisch spricht, mit sanfter Stimme, ganz leicht französischer Färbung und so klar, dass man jeden Buchstaben einzeln hört, das klingt so sexy, da kann sogar Shakira einpacken. Dabei haben die Kolumbianer den Ruf, das schönste Spanisch überhaupt zu sprechen. Das hatte mir allerdings mal ein Kolumbianer erzählt. Ja, liebe Fußballfans, ich weiß, Shakira ist die Ehefrau von Gerard Piqué, aber das macht sie doch nicht automatisch zur Spanierin, selbst wenn man das manchmal liest. Schon gar nicht sprachlich. Oder käme im Gegenzug jemand von Euch auf die Idee, Tina Turner als Schweizerin zu bezeichnen, auch wenn sie das ist? Oder gar Jorge Gonzales als Deutschen? Tina soll ja wenigstens ein paar Sätze hochdeutsch sprechen können...aber ich schweife ab.

Viele spanische Wörter ähneln deutschen, manchmal englischen, oder sind sogar die gleichen, nur etwas anders geschrieben. Dazu eine kleine Geschichte:

Natürlich seid Ihr mit dem Flugzeug gekommen, das ein piloto sicher auf dem aeropuerto gelandet hat. Geht doch, oder? Dann habt Ihr ein taxi genommen, das von einem taxista gesteuert wurde, bis Ihr am hotel angekommen seid. Eingecheckt wurdet Ihr an der recepción von einem recepcionista, und weil es hier so warm ist, habt Ihr im Zimmer erst einmal eine ducha genommen. War das jetzt etwa schwierig? Nein! Also weiter:

Hunger habt Ihr keinen mehr, aber ein Glas Wein wäre noch schön, der heißt vino und man bekommt ihn in der bar. Da selbst ungeübte wissen, dass es Wein in verschiedenen Farben gibt, wird noch schnell weiß (blanco) und rot (rojo) gegoogelt, und sicherheitshalber noch rosé (rosado). Mit Kennerblick bestellt Ihr nun: un vino rojo por favor! und bekommt in kürzestes Zeit - nochmal die Getränkekarte, weil das, was bei Weiß- und Roséwein bestens funktioniert hätte, bei Rotwein in die sprichwörtliche Hose geht. Hier heißt rot tinto (worunter ich persönlich mir eher etwas blaues vorgestellt hätte), und zwar nur beim Wein.

Nach dem Ihr jetzt warmgelaufen seid, ein kleines Rätsel zum Thema "Kommunikation", oder comunicacíon, wie es hier heißt. Ich nenne Euch einige spanische Begriffe zum Thema, und Ihr dürft herausfinden, was sie bedeuten:

télefono - fax - emilio - telegrama - carta

Wenn Ihr nicht gemogelt habt, sind vier richtig (bei zweifelnden Menschen vielleicht nur drei) und eines ganz sicher falsch. Tatsächlich handelt es sich bei emilio nicht um den Name des Postbeamten, sondern um das spanische Wort für E-Mail. Die Bedeutung von carta hingegen ist recht tricky: Im Kartenspiel ist es wirklich die Karte, aber bei der Post - der Brief.

Zum Schluß noch ein paar weitere "false friends":

aus einer taza kann man Kaffee trinken, aber in ein vaso stellt man keine Blumen. vaso ist das Trinkglas. Mit einem mesa kann man nicht schneiden, höchstens auf, denn das ist der Tisch. Ein camarero dreht keine Filme, sondern bringt Essen und Trinken. Und wenn er Euch freundlich fragt "una máz?" bietet er Euch kein besonders großes Bier an, sondern möchte wissen, ob ihr von dem gehabten - was auch immer - noch eins wollt. Und zum Schluss noch Augen auf bei der Berufswahl: ein bombero ist natürlich kein Angehöriger einer terroristischen Vereinigung, sondern ganz im Gegenteil, ein Feuerwehrmann, womit ich liebe Grüße an einen ganz speziellen Fan im Nürnberger Süden sende.

Samstag, 11. Mai 2019

Dominikanische Gründlichkeit

Heute ist Tag des fleckigen Bettlakens. OK, das habe ich jetzt erfunden, aber es passt zur dominikanischen Gründlichkeit, über die ich mich nicht zum ersten Mal äußern darf. Und vermutlich auch nicht zum letzten Mal, während der restlichen Tage, oder falls ich noch einmal wieder komme.

Beispiel Frühstück: Sitzt man am schön, wenn auch ohne Kaffeelöffel, gedeckten Tisch und bestellt café con leche, also Kaffee mit Milch, kommt der Kellner, gleich welchen Geschlechts, nach kurzer Zeit mit einer Thermoskanne voller Kaffee und einem stählernen Milchgießer voller dampfender Milch, jedoch ohne Kaffeelöffel, gießt beides in einem für mich angenehmen Mischungsverhältnis (=reichlich Milch) ein und lässt beide Vorratsgefäße da. Ich möchte aber keine warme Milch, und so bestelle ich am nächsten Morgen café con leche, pero frío, also Kaffee mit Milch, aber kalt. Da er keinen kalten Kaffee hat, bringt er das gleiche wie gestern. Später quäle ich den google-Übersetzer wegen einer Lösung, und bestelle am nächsten Morgen siegessicher café con leche frio, also Kaffee mit kaltem Milch. "con leche fría!" bestätigt der Kellner leicht korrigierend, denn die Milch ist auch in diesem Land weiblich, die Antworten des google-Übersetzers hingegen geschlechtslos. Kurze Zeit später kommen der Kaffee und ein Glas Milch. Tatsächlich ist sie kalt weil vom Müslibuffet, nur das unfallfreie eingießen in die Tasse braucht etwas Übung. Zucker geht einfacher. Aber was heißt jetzt Kaffeelöffel auf Spanisch?

Während jeder Mahlzeit wuseln zwei Putzfrauen im Restaurant herum, die jeden kleinsten Fleck vom Boden sofort entfernen. Falls sie ihn mal sehen. Gestern habe ich beobachtet, wie ein Oberkellner eine der Putzfrauen auf so einen Fleck aufmerksam gemacht hat. Jetzt weiß ich wenigstens, wofür es hier Oberkellner gibt. Für die Arbeit ja nicht.

Beispiel Zimmer: Sauberkeit ist ein großes Thema hier. Die Zimmermädchen werden zum Beispiel alle paar Tage ausgewechselt. Nicht, weil sie dann schon verschlissen sind, sondern weil jede etwas anderes nicht macht. Zur Einstimmung gleich ein passender Flachwitz: Warum putzt eine dominikanische Putzfrau nur die untere Hälfte der Brausestange? Weil sie nur 1,50m groß ist. Und warum putzt sie nicht die Armatur darunter? Das frage ich mich auch... Dann kommen die Waschbecken dran, und anschließend, wie immer sehr gründlich, die Whirlwanne. Ich weiß nicht warum so gründlich, denn ich habe sie seit ich hier bin noch nicht benutzt.

Der Boden wird immer gewischt, manchmal mit Wasser, manchmal mit aufgesprühtem, etwas scharf riechendem Reinigungsmittel, der Balkon nur manchmal. Jedenfalls gab es dort, wohl noch vom Vormieter, den Rest eines geplatzten Luftballons (eines richtigen, nicht was Ihr jetzt denkt) in quietschgelb, volle vier Tage lang. Und der lag nicht in 2m Höhe!

Kurz vor Ende der Runde, die Glasflächen auf allen Möbeln sind bereits geputzt, erreicht sie die Minibar, putzt in der Regel nicht die Abtropffläche des Giftschranks und entdeckt dann, dass ein Glas und eine Kaffeetasse benutzt wurden. In der Kaffeetasse steht sogar noch ein Rest, den sie mit Schwung in das frisch geputzte Waschbecken kippt, Tasse und Glas wild spritzend unter laufendem Wasser am Waschbecken spült und darauf das Waschbecken ein zweites Mal poliert. Aber die Zeit spart sie, weil sie den benutzten Filter nicht aus der Kaffeemaschine holt, und auch die Kanne nicht sauber macht. Nicht immer, aber es kommt vor.

Die Königsdisziplin aber ist das Betten machen. Es gibt hier ein riesiges King-Size-Bett, also 2x2 Meter (welche Verschwendung!), bestehend aus einem Untergestell, das der Schönheit halber mit einem Bettlaken bedeckt ist, das den Blick auf die Beine des Betts verwehrt. Darauf liegt eine Riesenmatratze, bestimmt 30cm dick und sehr fest, darauf ein Matratzenschoner, dann ein Laken zum darauf liegen, eines zum zudecken, für die Köpfe drei Jugendherbergskissen nebeneinander, und für die Tagesdekoration zwei Sofakissen in lila, eines in pink, und eine Art Tischläufer in lila, der den Job der Tagesdecke macht. Das ist der Plan. Was tatsächlich täglich gemacht wird: die beiden oberen Bettlaken werden gewechselt. Dazu muss das Riesenbett aus seiner Nische gezogen (es hat keine Räder!) und nach dem Wechsel zurück bugsiert werden, was noch niemand geschafft hat, ohne zwei- bis dreimal an den Bettkästen anzuecken. Erstaunlich, dass die nach acht Jahren Dauerstress noch so gut aussehen. Was die Tagesdeko betrifft, sind die drei Kissen inzwischen auf das Sofa umgezogen, wo jetzt auch der Läufer, zu einem Schwan gefaltet, seinen Platz gefunden hat. 


Am Fußende des ganz unteren Lakens, also das, auf dem nur die Matratze liegt, befindet sich ein undefinierbarer Fleck, sicher auch noch länger, denn es ist keinem einzelnen Menschen möglich, diese Matratze zu bewegen. Das ginge nur zu viert.


Die Bezüge der komischen kleinen Kopfkissen hingegen könnte man schon einmal wechseln. Das wäre auch sehr kleinen Menschen möglich.




Freitag, 10. Mai 2019

Dominikanisches Aufzugsabenteuer

Heute ist ein besonderer Tag. Ich wiederhole mich, habe ich den Eindruck, aber zu einer Zeit, wo irgendwer jeden Tag des Jahres zu einem mehr oder noch weniger sinnfreien Gedentag kürt, kann das passieren. So hatten wir zum Beispiel am 20.März den Tage des brennenden Schneemanns, am 11. April den Unsichtbarkeitstag und am 9. Mai - glaubt es oder nicht - den Tag der verlorenen Socke. Am 10. Mai, leider weiß ich nicht mehr welchem, sicher ist nur, dass das Jahr mit einer "19" begann, habe ich zum ersten Mal auf einem Tanzparkett gestanden. Offiziell gefeiert wird dieser Tag natürlich nicht, und wie das mit dem heutigen Thema zusammen hängt, kann ich Euch jetzt auch nicht mehr so direkt sagen, vielleicht erinnert es mich nur an das nicht immer reibungsfreie Auf und Ab in meiner Zeit als aktiver Tänzer.

In diesem Hotel hier, das je nach dem Bereich, in dem man sich befindet, entweder aus Erdgeschoss oder Hochparterre und jeweils drei Obergeschossen besteht, gibt es eine kleine Anzahl von Aufzügen, die die zumeist übergewichtigen Gäste nach Wunsch zwischen den einzelnen (überhohen) Etagen hin- und her transportieren, jahraus, jahrein. Da, wo ich wohne, gibt es einen einzelnen Aufzug, nicht weit von der Rezeption, wurde eine Zwillingsanlage installiert. Vermute ich jedenfalls, denn es gibt zwei Türen. Allerdings kommt immer nur der rechte, egal welchen man ruft.

Über der Tür von jedem Aufzug gibt ein etwas verscheuertes Display darüber Auskunft, wo sich die Kabine vermutlich gerade befindet. In den oberen Etagen hat man sich das gespart. Grundsätzlich ist alles in Edelstahl gehalten, weil das ewig hält. Normalerweise.

Im Aufzug selbst, besonders in dem, den ich gerade benutze, gibt es ein unscharfes und ein blindes Display sowie eine Tastatur im Bestzustand. Naja, fast.



Fährt man mit diesem Aufzug aufwärts, ist alles gut. Fährt man damit abwärts, bleibt er im zweiten Stock immer kurzfristig an irgendetwas hängen, wahrscheinlich an der berühmten OTIS-Fangvorrichtung von 1853, deren Weiterentwicklung immer noch in Gebrauch ist. Der mehr oder weniger starke Ruck, der dabei jedesmal durch die Kabine geht, erklärt vielleicht auch, warum die Anzeige mit der Nummer "2" die Lust verloren und den dazugehörigen (und weiterhin funktionierenden) Knopf alleine gelassen hat.



Während man fährt, zeigt das halbblinde Display an, wo man sich gerade befindet. Zumindest sollte es das. Manchmal bleibt die Anzeige auch auf der Station hängen, wo man los gefahren ist. Manchmal zeigt es auch ohne jeden Bezug zur Realität irgendeine Zahl zwischen 0 und 3. Zuverlässige Informationen bekommt man nur, wenn man darauf wartet, dass sich die Aufzugtür öffnet und sich dann schnell die vierstellige Nummer des Zimmers gegenüber merkt, die Quersumme bildet, durch 14 teilt, von sich selbst abzieht und dann den Wert der ersten Ziffer addiert... Inzwischen ist der Aufzug entweder weiter gefahren, oder freundliche Mitreisende haben einen darauf aufmerksam gemacht, dass Endstation ist. Man könnte auch einfach nur die erste Zifferder Zimmernummer ablesen.

Nebenbei bemerkt - wer (wenn er denn laufen kann) braucht im Urlaub schon einen Aufzug? Also - bei mir war am 8. Mai Tag ohne Aufzug: runter sowieso (pro Etage üppige 20 Stufen), rauf nach dem Frühstück, bei 26°C, weil ich es wollte. Mittags bei 30°C, weil ich noch konnte, und abends, bei drückender Schwüle und 29°C, war der Aufzug kaputt und steckte irgendwo fest. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass es keinen Alarmknopf gibt?




Donnerstag, 9. Mai 2019

Hätte ich gerne eine Freundin?

Liebe Freunde, erst einmal sorry dafür, dass ich Euch gestern mit einem vermeintlich sinn- und zusammenhanglosen cliffhanger in die Nacht geschickt habe. Mein müder Zeigefinger ist wohl zu früh auf den "senden"-Knopf gefallen, und bis ich herausfinden konnte, wie man die Veröffentlichung zurück holt, hatte sie schon jemand gelesen. Aber macht nichts, zurück zum Thema:

Da Zeit war für weitere Fehler (ich schreibe jetzt etwas zeitübergreifend) habe ich die auch gemacht und übersehen, dass die Sonne ja nicht nur über dem Meer scheint. Ein T-Shirt anziehen, im wandernden Halbschatten, und das am ersten Draußen-Tag in dieser gut beheizten Destination, wäre schön gewesen, muss aber nicht sein. So bin ich jetzt wieder einmal leicht flamingofarbig (wobei ich nicht die weißen meine). Wenn mir die Kellnerin in der nächsten Zeit bei Tisch liebevoll über den Rücken streichelt, wie man das heutzutage dem Servicepersonal in guten Restaurants so beibringt, wird das kein allzu schönes Gefühl für mich sein.

Unter all diesen Umständen beantworte ich daher die Frage in der heutigen Überschrift mit einem ganz entschiedenen: "Kann sein, aber frühestens in ein paar  Tagen" Grund: siehe 2013/Oktober/Frau.

Mittwoch, 8. Mai 2019

Ich hätte gerne eine Freundin

Um den jetzt folgenden Post möglichst mühelos zu verstehen, empfehle ich vorher, meinen kleinen Beitrag 2013/Oktober/Frau zwar zu lesen, aber nicht allzu ernst zu nehmen. Ich tue es auch nicht, damals nicht und heute genauso wenig. Aber jetzt zum Thema.

Ich habe heute mal ausgeschlafen, und sehr schön geträumt. Es war einer von diesen seltenen, kristallklaren Träumen, die wirken, als wären sie real. Kennt Ihr das? In diesem Traum war ich im Urlaub, an einem wunderschönen Strand, in einem ganz tollen Urlaubsresort. Dort gab es extrem leckeres Essen, tolle Drinks, super Unterhaltung, und man wohnte in einer riesigen Juniorsuite voller Luxus, in lila und pink. Der perfekte Platz für ein verliebtes Paar, dass sich morgens, noch müde aber glücklich, aneinander kuschelt und dem Tag entgegen träumt. Während ich ihre Nähe genieße, den Duft ihres Parfums einatme und sie ganz sanft und liebevoll streichele, wache ich allmählich auf. Alles ist noch da: Der Strand, das Hotel, das Zimmer, vermutlich auch das gute Essen, nur das riesige Bett ist leer bis auf den dicken Mann. Ich weiß noch genau, von wem ich geträumt habe, und könnte es Euch verraten. Mache ich aber nicht. Und falls der/die eine oder andere jetzt neugierig geworden ist, habe ich noch einen kleinen Tip: Ihr Vorname beginnt mit keinem X.

Zurück ins richtige Leben. Es ist neun vorbei, und ich trabe die immerhin 400m bis zum Restaurant, um zu frühstücken. Das Restaurant liegt ungefähr auf halbem Weg zum Strand, und so ist es durchaus klug, wenn man seine Badesachen schon einmal mitnimmt. Das mache ich auch, bis auf eine unwesentliche Kleinigkeit. Die - Badehose - befindet sich nämlich noch frisch gekauft in der Einkaufstüte, und die wiederum ist im Zimmer. 400m zurück, was gar nicht verkehrt ist, denn den Sonnenschutz habe ich auch vergessen aufzutragen. Dann 700m bis zum Strand (nur mal zur Erinnerung: das Hotel hat direkte Strandlage, anderswo sitzt man bei diesen Entfernungen schon in der zweiten Hotelreihe, und nein, Golfwagen oder Bähnle für den Gästetransport gibt es hier nicht). Nach kurzem Suchen finde ich zwischen großen Palmen und zahlreichen Touristen einen freien Liegestuhl. Eine Weile mache ich Aktivurlaub für Sonnenscheue (die Palmenschatten bewegen sich wegen der Äquatornähe sehr schnell, so dass man öfter den Liegestuhl verschieben muss), um mich dann vorsichtig dem Meer zu nähern.

Der Strand ist gut besucht von sportlich aktiven Touristen und auch solchen wie mir, dazwischen wuseln Händler, Fotografen und andere "Strandpiraten" herum. Nur das Meer ist leer. Also, Wasser ist schon drin, auch ein paar Boote, aber keine Menschen, was mich grübeln lässt, während ich mich vorsichtig nähere. Haben wir vielleicht Badeverbot? Gibt es giftige Tiere? Oder ist etwa das Wasser zu kalt? Ich sehe mich um. Am Flaggenmast wedelt nur die dominikanische Flagge, giftige Tiere sehe ich auch keine, und in dem Moment erreichen drei bis vier meiner zehn Zehen das Wasser. (Pause, ganz tief Luft holen).

Es ist wirklich zu kalt! Ich war schon so oft hier, aber das ist das erste Mal! Wenn das nicht besser wird, fahre ich nächstes Jahr an die Ostsee. Dort ist es zwar auch nicht billiger, eher im Gegenteil, aber man ist schneller dort. Naja, vielleicht auch nicht, aber es ist näher. Während ich Unsinn schreibe, habe ich es aber doch ins Wasser geschafft, auch wenn es die ersten Minuten unangenehm ist, was sich nur sehr langsam ändert. Aber: ich habe das ganze Meer für mich allein, zumindest kurze Zeit. Dann siegt der Herdentrieb, und ich bekomme Gesellschaft im Wasser. Nach einiger Zeit erscheint es mir auch wärmer, und ich möchte gar nicht wissen wieso.

Wieder draußen, mache ich alles richtig: ich schiebe meinen Liegestuhl in den Schatten, ziehe das nasse T-Shirt, was ich gegen die Sonne getragen habe, aus und hole mir einen Cocktail. Warum nicht? Ich habe vom Hotel ein kleines viersprachiges Heft bekommen, dessen Regeln ich genau befolge: immer eincremen, Sonne mittags meiden, wenig Schmuck tragen außerhalb des Hotels, und so weiter. Am Ende einer der kleinen Seiten steht "Trinken Sie stets viel". Na also, ich sehe mich bestätigt. Bis ich mal umgeblättert habe, denn die nächste Seite beginnt mit dem Wort "Wasser".






Dienstag, 7. Mai 2019

Heute gibt es Kleckerlis

Liebe Leser meines Blogs, es ist wieder einmal (oder vielleicht erstmalig?) so weit: Ich rufe Euch zur Mitarbeit auf - nein, zu unhöflich - ich bitte Euch um Eure Meinung. Wer sich im Blog nicht anmelden mag, der kann mir auch per WA oder Email schreiben und wird dann nicht veröffentlicht. Eure Meinung interessiert mich aber sehr. Zunächst habe ich für Euch alle ein kleines Bilderrätsel in zwei Stufen, zu dem ich Eure Meinung hören möchte. Wir sehen ein Detail aus dem "Giftschrank".




Man könnte sagen, da wurde nicht korrekt geputzt. Jede normale deutsche Hausfrau würde sagen, da wurde gar nicht geputzt. Das kommt ungefähr auf dasselbe hinaus, und ich würde es normalerweise nicht erwähnen. Aber jetzt wird es pikant. Da sind also Flecken unter der Wodka- der Rum- und der Whiskyflasche. Und wer mich kennt, der weiss, dass ich normalerweise nur an der Rumflasche zapfe, vielleicht auch mal beim Gin, aber da ist kein Fleck, und da war ich auch noch nicht dran. Zufällig habe ich am ersten Tag den "Giftschrank" fotografiert (Ihr erinnert Euch, wegen dem fehlenden Rum), und da war der Pegelstand zumindest beim Wodka erkennbar höher.

Ich wäre jederzeit bereit, mit jedem hier vom sehr liebevollen Personal meine Vorräte zu teilen, aber nur wenn er/sie fragt. Und auch wenn neue Flaschen die Gäste nichts extra kosten, sie gehören den Gästen, und ich finde, man kann Diebstahl nicht einfach hinnehmen. Ich möchte echt kein Fass aufmachen, bin aber doch gespannt, was der Manager dazu sagt. Ihr auch?






Montag, 6. Mai 2019

Fast alles wie es war

So langsam habe ich alles hier gesehen und mit dem verglichen, was sich dank Fotos + Videos + ein oder zwei grauen Zellen noch in meiner Erinnerung befindet. Natürlich hat sich in einem Land wie der Dominikanischen Republik in nur fünf Jahren nichts wesentliches verändert. So stehen an den großen Kreuzungen der Hauptstraße vom Flughafen Punta Cana in den Ferienort Bavaro (denn der ist gemeint, wenn jemand davon spricht, dass er in Punta Cana Urlaub macht) nach wie vor - nein, sie sind weg, die Polizeiautos mit nach oben ausfahrbaren Blau- und Rotlichtern als Warnung, sondern es gibt jetzt riesige Ampelanlagen mit Lampen, groß wie Autoreifen. Funktionieren tun sie auch, und die Verkehrsteilnehmer halten sich sogar an die dreifarbigen Verhaltensvorschläge. Jedenfalls die meisten.

Nicht lange, und man erreicht das Elektrizitätswerk, wo man gar nicht hin will, aber es ist nun einmal da, und schon erreicht man das riesige Areal der RIU-Hotelkette, wo es sechs verschiedene Hotels gibt. Da wollen wir hin. Schon von weitem grüßt der  beeindruckenden Rundbau des RIU NAIBOA, einem der kleineren Hotels in der zweiten Reihe. Es scheint aber schlecht drauf zu sein, nicht nur, dass es nicht grüßt, es ist gar nicht zu sehen. Stattdessen blitzt und blinkt als unwesentliche Veränderung ein Monster aus Stahl und buntem Kunststoff, die nagelneue SPLASH WATER WORLD, wo sich den ganzen Tag lang laut schreiende Wenig- bis Minderjährige nass spritzen und auf einem guten Dutzend Wasserrutschen vergnügen können. Das Riesenteil sieht aus, als ob es fast am Strand steht, aber zum Glück täuscht das. Das NAIBOA ist doch noch dazwischen und schirmt den Lärm gegen das RIU PALACE BAVARO ab, das offenbar friedlich und unbeschädigt am Strand steht. Auch mein farblich sehr harmonisch gestaltetes Zimmer (identisch mit dem von 2013, weshalb ich wegen der nicht unwichtigen Beschreibung neue oder vergessliche Leser bitten möchte, sich nach 2013/Oktober/Zimmer zu begeben, und danach natürlich zurück zu kehren) präsentiert sich nahezu unverändert. Selbst die Wolldecke der ersten Nacht zeigt sich in einem zarten lila. Nur der Wecker ist weg. (Wer im letzten Satz einen Gag sucht: einfach mal laut lesen).

Geht man auf den Balkon, sieht man das benachbarte Hotel RIU PALACE MACAO, allerdings nicht mehr so deutlich wie früher. Mag sein dass es daran liegt, dass zwischenzeitlich die Palmen gewachsen sind. Dazwischen liegt die karibische Straße, mit Läden für alles was man braucht und was man nicht braucht. Und da war ich gestern, womit ich auf die Überschrift vom Samstag zurück komme. Als ich Anfang 2018 leicht eingelaufen von meiner Reha zurück kam, hatte ich meinem Kleiderschrank alles entrissen, was in Elefantengröße war. Manchmal aber auch mehr als das. Also, Badehose einpacken war nicht. Aber jetzt ist wieder alles gut.

Eine Neuerung gibt es im Speisesaal - pardon - Hauptrestaurant. Da steht jetzt rechts vom Eingang, klein und schüchtern, ein automatischer Desi-Spender. Viele Leute übersehen ihn, ist mir am Anfang auch passiert. In einem Land, wo Arbeitskräfte wenig kosten, gäbe es andere Ideen. Im DREAMS LA ROMANA, wo ich 2014 war (im Dezember, wer nachlesen möchte) hatte der Küchenchef zwei junge Damen postiert, die jedem Gast mit herausforderndem Lächeln einen Desispender entgegen gehalten haben. Denen ist kaum jemand durchgeschlüpft, egal ob männlich oder weiblich.

Einen habe ich noch, und dafür muss ich Euch einstimmen. Frage: was ist falsch an folgendem Bild und warum?


Richtig. Die Kirschen sind falsch herum, und weil es hier keine gibt, wussten das die einheimischen Handwerker vermutlich nicht. Ganz ehrlich, seit Jahren, und besonders seit ich diese Reise gebucht habe, frage ich mich immer wieder, ob es jemals jemand gemerkt hat (von den Verantwortlichen). Und, Überraschung, tatsächlich wird auch in diesem Land manchmal etwas gründlich gemacht: seht selbst.








Sonntag, 5. Mai 2019

Alles auf Anfang

Eine kurze, kalte Nacht ist vorbei. Kurz war sie zwar nicht wirklich gewesen, es fühlte sich nach der langen Reise nur so an. Aber kalt war sie, zumindest in meinem Zimmer. Normalerweise decke ich mich in heißen Ländern mit gar nichts bis maximal einem Bettlaken zu, doch diesmal war die - zum Glück vorhandene und ganz oben im Schrank verstaute - Wolldecke bitter nötig. Der Grund dafür: die Klimaanlage. Sie ließ sich an der dafür gedachten Regelanlage weder wärmer drehen noch ausschalten. Auch nicht kälter, nur der Vollständigkeit halber bemerkt. Dass es am anderen Ende des Zimmers für Notfälle noch einen überdimensionalen digitalen Schieberegler gegeben hätte, habe ich erst morgens entdeckt. Diesen Schieberegler nennt man Balkontür, und hätte ich sie nur einen winzigen Spalt geöffnet, wäre die Klimaanlage sofort ausgegangen. Aber egal, ich habe es eilig, denn die Reiseleitung lädt dringend zum Begrüßungscocktail (leider ohne Cocktail), denn die Bars haben früh um neun noch nicht auf. Das ist zwar gelogen, aber mit uns kann man es ja machen. Es gäbe nämlich eine Bar die offen hat, weil sie niemals schließt. Alternativ wäre auch ein Glas Sekt aus dem Restaurant gegangen, die haben seit sieben auf. Aber zurück zur Veranstaltung: Am Flughafen wurde schon darum gebeten, unbedingt zur Begrüßung zu erscheinen, denn es gäbe viel neues, auch was TUI betrifft, und das sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Hauptneuerung ist, kurz zusammen gefasst, dass TUI das Papier abgeschafft hat, auf Druck der Kunden heißt es, und man jetzt alles über das Smartphone machen muss, also Ausflüge buchen, Infos sammeln, nachsehen, ob es einen Heimflug gibt, Beschwerden schreiben, Gummibärchen kaufen... (ok, das letzte habe ich jetzt erfunden). Und wer keins hat, könne notfalls zur Reiseleitung gehen und nachfragen. Ich weiß nicht, ob sich TUI damit einen Gefallen getan hat, denn es gibt sogar junge Leute, die bewusst kein Smartphone haben. Ich wüsste da sogar ein konkretes Beispiel.

In diesem Moment wird es einem einfach gestrickt aussehenden Paar aus Dunkeldeutschland zu langweilig, und die beiden verlassen die Veranstaltung. Genau jetzt zückt die Reiseleiterin für jede Partie eine kleine Mappe, zum einen mit Prospekten aus Papier, zum anderen mit zwei Formularen, die man ausgefüllt für die Ausreise braucht. Leider sind die Gelangweilten nun schon über alle Berge. Das gibt noch Theater!

Mit den besten Wünschen für einen schönen Urlaub endet die Diätveranstaltung (= ungefrühstückt, vorher habe ich noch geschlafen, und jetzt gibt es nichts mehr), und so gehe ich zur Rezeption, um dort meine Mängelliste vorzubeten. Also, nicht meine, die vom Zimmer: das von der Klimaanlage wisst ihr schon, dann klemmt die Kühlschrankschranktür, das "Bitte-nicht-stören-Schild" fehlt, und am schlimmsten: es ist kein Rum im "Giftschrank"




Nach einer guten Stunde erscheinen nahezu zeitgleich ein Kellner, ein Zimmermädchen und ein Haustechniker. Der Kellner ersetzt den Rum, das Mädchen drückt mir das fehlende rote Türschild in die Hand, und der Haustechniker gerät ins schwitzen. Zwar hat er den Fehler der Klimaanlage schnell gefunden, Steuerung kaputt, was ich dem Rezeptionisten auch gesagt hatte, er geht eine holen und repariert das dann. Bitte fragt mich nicht, warum er das Ersatzteil nicht gleich mitgebracht hat, das ist wahrscheinlich eine landestypische Tradition. Die Kühlschrankschranktür (der Kühlschrank steht in einem Schrank, dessen Tür wiederum klemmt) stellt den Techniker vor größere Probleme, woraufhin wir beschließen, die Reparatur zu vertagen. Wahrscheinlich verjährt sie sogar.

Aber immerhin: als ich vom Mittagessen zurück komme, hat die Klimaanlage eine neue, funktionierende Steuerung. Geht doch!



Samstag, 4. Mai 2019

Pack die Badehose ein

Samstag morgen, 7:31 Uhr. Während Deutschland teilweise noch schläft, setzt sich mein Zug zum Flug nach Frankfurt mühsam in Bewegung. Eine Minute zu spät, das gilt bei der Bahn AG als äußerst pünktlich, besonders im Fernverkehr. Ganz anders soll das in Japan sein: da fahren sie auf die Sekunde los, egal ob der Koffer noch auf dem Bahnsteig steht. Oder der Kinderwagen, gerne auch mit Inhalt. Hier an Bord ist er jedenfalls nicht, und deswegen handelt es sich um eine sehr ruhige Reise, abgesehen vom quietschen und knattern des völlig veralteten IC-Wagens. Aber dafür gibt es viel Fußraum und sehr viel Platz für Gepäck, was die aktuelle Luxusflotte des ICE nicht zu bieten hat.

Am Flughafen ist - warum auch immer - noch mehr los als sonst. Besonders am Sicherheits-Check-In ringelt sich die Einwohnerschaft einer kleinen Kleinstadt auf den Eingang zu, teilweise recht nervös wegen spät. Aber die Flughafenangestellte am vorderen Ende des humorlosen Gaudiwurms verteilt die Reisenden souverän und freundlich auf die zehn Sicherheitsschalter und behält jederzeit den vollen Überblick. Bewundernswert, denn sie ist nicht größer als 1,50m und den Pickeln nach Auszubildende im 1. Lehrjahr.

Nach angemessener Zeit in einem spartanisch eingerichteten und eher knapp bemessenen Warteraum am Gate B61 werden die Passagiere gebeten, die bereit gestellten Busse zu besteigen. Offenbar leistet sich noch nicht einmal mehr CONDOR, ihre Maschinen an gut zugänglichen, modernen Rüsseln anzulegen. Nun gut. Die Stimmung im Bus ist es auch, bis das Flugzeug irgendwo ganz weit draußen erreicht ist, die Bustüren aber geschlossen bleiben. Mehrere Minuten lang kann man sehen, wie kleine Menschen mit riesigen Wäschepaketen und Müllsäcken aus dem Flugzeug kommen, davor Absperrungen errichten und mit Flughafenautos wild herum rangieren. Die Temperatur im Bus steigt und steigt, die Laune sinkt, und die Stimmung wird langsam hitziger. Eine kurze informative Durchsage wäre schön gewesen, muss aber nicht sein, denkt sich der Busfahrer. Vielleicht weiß er aber auch nichts. Während sich der eine oder andere Passagier bereits theoretisch mit der Funktion des Notöffnungshebels beschäftigt, wird am Flugzeug die Gangwaybeleuchtung eingeschaltet, und plötzlich gehen die Bustüren auf. Zum Glück fällt keiner vor Schreck raus, und da nur ein einziger Fußkranker unter den Passagieren ist, füllt sich das riesige Flugzeug nahezu blitzartig. Das habe ich bei meiner letzten Reise mit einem viel kleineren Flugzeug ganz anders erlebt.

Der Flug geht dann tatsächlich pünktlich los, ist ruhig und ereignisarm bei netter Gesellschaft, und ich freue mich schon auf den hier üblichen Flugzeug-Parkplatz-Spaziergang, hinein in die Ankunftshalle ohne Wände. Aber nein, sie haben jetzt eine Rüsselanlage. OK, war gelogen, und wer Punta Cana kennt, hat es auch nicht geglaubt. Aber wahr ist: man muss jetzt Bus fahren, auf die Gebäuderückseite, kommt so zu einem neuen, klimatisierten Ankunftsterminal und zeigt da seinen Pass vor. Anschließend geht es, na ratet Ihr es schon - in das alte Ankunftsgebäude, denn da stehen nach wie vor die Kofferbänder. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn heute funktionieren sie wieder einmal nicht. Zum Glück ist mein Koffer schon da, und ich kann zum Zoll, der mein Handgepäck sehen möchte. Hier haben sie ganz besondere Mitarbeiter: Während in Frankfurt meine beiden Kameras mit einem neuartigen elektronischen Gerät getestet wurden, immerhin ohne dass ich sie hätte auspacken müssen, hat der dominikanische Zöllner alles im Blick: er deutet auf die geschlossene Fototasche, ich sage "Kameras!", er nickt und sagt "ok". Das war die Zollkontrolle.

Ein paar Minuten noch mit dem Bus, dann bin ich im Hotel, wo schon das Zimmer vom letzten Mal und ein Welcome-Back-Gruß auf mich warten. Und zum Glück auch ein großes Bett, denn das habe ich jetzt nötig.



Freitag, 3. Mai 2019

Here Comes Summer

Liebe Fans und Freunde meiner Reiseberichte! 

Morgen ist ein besonderer Tag. Zum ersten Mal seit fast fünf Jahren - und das ist bekanntlich ein halbes Jahrzehnt - geht es auf eine Fernreise. Wer sich darauf einstimmen möchte, dem empfehle ich meine Geschichten aus dem Oktober 2013. Ansonsten wünsche ich Euch viel Spaß mit der neuesten Reise in den Sommer.

Euer

Captain Spareribs



Das Allerletzte

Montag morgen, 9.30 Uhr. Ich genieße das wirklich sehr gute Frühstücksbuffet (das es gut ist, sollte man für 18€ auch erwarten). Eine halbe ...