Freitag, 1. November 2019

Wellness-Tag?

Wann immer sich die Gelegenheit ergibt, lasse ich mich massieren. Ich liebe es nämlich, wenn man mir weh tut (Späßle). Den Termin (eigentlich sind es mehrere) habe ich schon von zuhause aus gebucht, und während ich noch ein paar Minuten warten muss, freue ich mich schon angesichts der vielen sympathisch aussehenden Masseurinnen, die hier herum laufen, auf meine Ganzkörpermassage. Nach kurzer Zeit werde ich auch schon aufgerufen, betrete den angegebenen Behandlungsraum, wo mich, sympathisch, klein, braun, aber scheiße - ein Mann erwartet! Er heißt Ravi, ist Inder, und spricht zu allem Überfluss genauso deutsch, wie mein Ex-Chef, wenn er einen Inder nachmacht. Da hat sich immer alles vor Lachen gebogen. Allerdings beschränkt sich Ravis deutsch auf einige wenige Kernsätze, und ich habe den Verdacht, mit seinem Englisch ist auch nicht viel mehr los.

"Bitte au'iehn, ich wa'te d'außen" weist er mich an. Das war schon die Hälfte von seinem deutsch. Im Laufe der nächsten 50 Minuten zieht er mir Arme und Beine lang, rollt über meine Schultern, lockert Waden und Schenkel, versucht meine Zehen und Finger auszureißen, kocht meine Füße mit heißen Handtüchern, packt mich in Badetücher, macht alles noch einmal, und beendet seine Bemühungen mit den Worten "Bitte an'iehn, ich wa'te d'außen". Nachdem er die zweite Hälfte von seinem deutsch abgesondert hat, ist er weg. Ach nein, er kann noch "Alle' O'dnung, Si'?", aber ich glaube, er versteht die Antwort nicht, jedenfalls dann, wenn sie kräftig von "ja" abweicht. Wenigstens hat er vorher noch die Masagebank in die tiefste Position gebracht, so daß es nicht allzu weh tut, falls ich runter falle.

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