Das ist ein schwieriges Thema auf einem Kreuzfahrtschiff, jedenfalls für die Mannschaft, die oft in Legehennenhaltung wohnen müssen. Wir Passagiere dagegen haben für jeden Gast oder jedes Paar eine eigene "Burg", die Sicherheit und Abgeschiedenheit verspricht, besonders wenn man das "Bitte-nicht-stören" Schild vor die Tür hängt. Und auch wenn nicht - falls der Steward oder die Stewardess tatsächlich einmal in die Kabine müssen, zum Beispiel zum putzen, Tickets übergeben oder Turn-Down, klopfen sie höflich an, und flöten "room service". Kommt keine Antwort, tun sie es noch einmal, jedoch mit mehr Nachdruck. Wenn es noch immer keine Antwort gibt, schließen sie auf und wiederholen die Prozedur bei leicht geöffneter Tür. Erst dann wird die Tür ganz geöffnet, der Job getan, und nichts wie weg. Es gab mal eine Folge von "Verrückt nach Meer" wo sie gezeigt haben, wie das trainiert wird. Und wehe, die Tür wurde auch nur einen Spalt weiter geöffnet als vorgeschrieben, dann hat man die Übung mehrmals wiederholt. Das war Fernsehen. Mein aktueller Steward klopft ab 7:30 Uhr morgens gnadenlos an und kommt fast gleichzeitig rein. Nachdem er bei dieser Gelegenheit schon zweimal den Anblick eines dicken schlafenden Manns ertragen musste, macht er es nicht mehr. Stattdessen klopft er alle 20 Minuten wieder. Es ist egal, welches Schild draußen hängt. Jetzt werdet Ihr Euch - falls Ihr noch dabei seid - vielleicht fragen, warum ich die Tür nicht von innen verriegele und die Decke über den Kopf ziehe. Tatsächlich geht das, vor allem das mit der Decke, aber der Türmechanismus ist noch vom alten Pächter (Insider) und taugt höchstens, um ausgeleierte Türen daran zu hindern, dass sie von selbst aufspringen. Ansonsten haben wir jetzt elektronische Schlösser, und gegen den dazugehörigen Generalschlüssel ist kein Kraut gewachsen. Seit ich das weiß, schließe ich das Bad immer ab wenn ich drin bin. Das funktioniert nämlich noch, und tatsächlich, neulich frühmorgens, ich denke nichts böses, bewegt sich doch die Türklinke, dicht gefolgt von einem klopfen an die Klotür und dem englischen Hinweis, wann er wieder kommt. Kein Hinweis, wer er ist und was er will. Hätte er mal "Verrückt nach Meer" angeschaut, dann wüsste er jetzt, dass man "room service" sagen muss. Aber zum fernsehen haben die armen Mitarbeiter hier leider keine Zeit.
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