Der Tag beginnt sehr früh, also, zumindest versucht er es. Um vier Uhr morgens fangen die armen guten Geister des Schiffs an, mit zwei lautstarken Kränen das Gepäck der abreisenden Passagiere auszuladen. Das macht dermaßen viel Radau, dass selbst ich, der eigentlich auch auf einem Flugzeugtriebwerk schlafen könnte (oder zumindest sehr nah dran) die Balkontür schließen muss, um weiterschlafen zu können.
Nach dem Frühstück und einer interessanten Begegnung, von der ich später noch erzähle, geht es mit dem Shuttlebus in die Stadt. Während ich auf die Abfahrt mache, verlässt der griechische Captain das Schiff. Nein, ihm sind nicht die Passagiere zu wenig geworden, aber auch ein Captain braucht mal Urlaub. Da er in Manila lebt, wird es wohl ein längerer Urlaub.
Die Innenstadt von Funchal besteht aus Souvenirgeschäften, Cafés, Blumenläden, Cafés, Souvenirgeschäften, Kirchen, Banken, und von vorne. Wohnhäuser gibt es natürlich auch, und die ganzen berühmten Sehenswürdigkeiten wie Fischhalle, Botanischer Garten, Kaisergärten, Korbschlitten, Seilbahn, und so weiter. Aber die kenne ich alle schon. So reichen mir zwei Stunden, und gekauft habe ich auch nichts, außer zwei Kühlschrankmagneten. Aber schön war es schon, besonders das sonnige Wetter. Fast zu warm.
Als ich zurück an Bord bin, wimmelt es dort von mir unbekannten Menschen, denen man ansieht, dass sie noch nach dem rechten Weg suchen. Nicht im Leben, aber möglicherweise ins Restaurant. Oder zum Pool.
Am Abend, im Restaurant, komme ich mit zwei davon ins Gespräch, älteren Damen, die so klingen, wie Schauspielerinnen, die Damen aus der „feinen Gesellschaft“ parodieren. Wir sprechen über Essen und Trinken, Ausflüge und das Showprogramm.
„Letzte Woche soll ja die Mary Roos da gewesen sein!“ meint die eine
„Ja, das stimmt“ kann ich bestätigen
„War die auch wirklich da?“ zweifelt die andere
Jetzt komme ich zurück auf heute Morgen und ziehe den Trumpf:
„Heute morgen hatte ich sie noch im Arm“ (das ist die Wahrheit, auch wenn es nur für kurz war)
Beide Damen: „Nein, das gibt es doch nicht“
Ich zeige ihnen das Foto, um das ich Mary Roos gebeten hatte, als ich sie heute morgen zufällig getroffen habe. Eigentlich lasse ich Promis immer in Ruhe, wenn sie gerade privat sind. Aber hier konnte ich nicht widerstehen.
Mary Roos war sehr nett und sieht selbst morgens, ungeschminkt, im Sonnenlicht, noch immer unfassbar gut aus. Das Bild wird zuhause, an meiner Promiwand, einen besonderen Platz bekommen.

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