Freitag, 14. Februar 2020

Die Menschen ändern sich


Heute früh, also, eigentlich eher heute spät, jedoch noch vor dem Mittagessen, muss ich feststellen, dass es mit dem Frühstück so ganz knapp doch nicht mehr klappen wird, denn selbst die Grillhütte auf dem Pooldeck hat schon die letzte vertrocknete Wurst weggeräumt und gegen frische Salate für das Mittagsgeschäft (lustig, wo doch alles kostenlos ausgegeben wird) ersetzt. Da es heute wieder richtig warm ist, macht der Eismann nebenan auch schon auf. Obschon das „schon“ hier wohl nicht angebracht ist und vielleicht gegen „gerade“ ersetzt werden sollte.
Zurück zum Frühstück. Wenigstens eine gute Tasse Kaffee wäre nicht schlecht. Da haben wir mehrere Möglichkeiten: Frisch gebrüht im Hauptrestaurant „Atlantik“ (passend zu dem Meer, auf dem wir unterwegs sind), aber das hat leider gerade zu. Aus einem Vollautomaten im Buffetrestaurant „Anckelmanns Platz“, wo auch gerade auf Mittagessen umgerüstet wird. Oder aus einem Instant-Automaten hier am Cliff 24, der aus pulverisierten Grundstoffen und heißem Wasser leckeren Milchkaffee machen sollte. Das versucht er auch, allerdings ist der Erfolg minimal. Er kann auch noch schlechten schwarzen Kaffee, Teewasser dessen Qualität ich nicht kenne, und erstaunlich guten Kakao. Das ist für mich zumindest eine Alternative akzeptabel.



Zurück zur Überschrift. Gestern war ja Passagiertausch, und das geht so: tausend Passagiere gehen von Bord, und je nach Tauschkurs (=Termin) bekommt man mehr oder weniger dafür. Mehr ist in dem Fall schlecht, weil das Schiff dann voller wird. Zudem sind von den gestern zugestiegenen 1.100 neuen Passagieren einige ziemlich klein, was bedeutet, dass ich irgendwo die Schulferien übersehen haben muss, und jetzt theoretisch ca. 100 Kinder hier herumtoben. Praktisch sind etliche davon noch zu jung zum toben, was es nicht besser macht, weil sie stattdessen unangenehme, laute Schreie ausstoßen können, gelegentlich unterbrochen von schrillen, nicht weniger unangenehmen klingenden Massregelungen, die ihre Mütter mit erhobenen Stimmen von sich geben. Auch die Passagierstruktur ist jetzt anders, und ich vermute, dass die aktuelle Woche von Madeira bis Teneriffa im Angebot war. Grund: ein großer Teil der bisher coolen Menschen an Bord wurde gegen einfache und/oder uncoole ersetzt, also Familien, Rentnerpaare, deren Frauen die typischen Mumien-Frisuren tragen, (zumeist schwäbische) Paare im späten Berufsalter, deren Frauen ebenfalls die typischen Mumien-Frisuren tragen und pausenlos über Häusle, Gärtle sowie Enkele schwätzen und über Schwiegertöchterle herziehen sowie offenbar stumme Männer geheiratet haben (außer man trifft diese allein), und, und, und. Obwohl - es gibt auch eine ganze Menge mehr gut aussehende jüngere Frauen als letzte Woche an Bord, leider zumeist solche, die schon morgens gestresst wirken, wenn sie sich ein Brötchen aussuchen sollen. Dabei gibt es nur drei Sorten, also, hier an Bord.
Mittagessen ist auch lustig. Seit heute erfreut sich die Grillhütte Cliff 24 zur Mittagszeit größter Beliebtheit, und es bilden sich lange Schlangen, die sich im hinteren Bereich mit den von der Gegenseite wachsenden Schlangen am Eisstand ins Gehege kommen und gemeinsam den Zugang ins richtige Buffetrestaurant erschweren. Aber da will ja offenbar sowieso keiner hin. 
Zwischenzeitlich ist das Schiff losgefahren, in Ermangelung einer Kollegin ohne große Show. Aber das beim Auslaufen obligatorische 3-fache Hupen hört man laut und deutlich genug.


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