Man glaubt es kaum: Meine zweiwöchige Reise ist eigentlich eine Kombireise, also zwei einwöchige Reisen. Die erste Reise, die jetzt bald zu ende ist, besteht aus sage und schreibe 3 1/2 Seetagen. 3 1/2 von 7! Normal ist das nicht, und trotzdem haben viele das tatsächlich so gebucht. Wenn man sich jetzt noch ordentlich Wellen vorstellt, wäre das kein reines Vergnügen. Aber das Wetter ist mit uns, immer um die zwanzig Grad mit Windstärke 3 - 5, da gibt es kaum jemanden, dem das unangenehm ist. Aber es gibt.
Der Tag geht seinen Gang, und schaukelt sich dem abendlichen Höhepunkt entgegen. Aus dem Tagesprogramm und allen Aufzügen lächelt sie einen an: Die Grand Dame des Schlagers, Mary Roos, wird heute an Bord ihr Abschiedskonzert geben (wohl eines ihrer Abschiedskonzerte), und das gleich zweimal, damit sie auch jeder sehen kann, denn das Theater fasst nur etwa die Hälfte der Passagiere.
Natürlich muss ich da auch hin und ergattere für das erste Konzert einen sehr schönen Platz. Begleitet wird sie von einer jungen vierköpfigen Band (ihre unehelichen Söhne, wie sie scherzt), und gelegentlich zwei reiferen Cellisten (die anscheinend dem Tonmeister zu wenig Bier ausgegeben hatten, denn man hört sie kaum. Späßle. Obwohl, solche Dinge geschehen…)
Natürlich muss ich da auch hin und ergattere für das erste Konzert einen sehr schönen Platz. Begleitet wird sie von einer jungen vierköpfigen Band (ihre unehelichen Söhne, wie sie scherzt), und gelegentlich zwei reiferen Cellisten (die anscheinend dem Tonmeister zu wenig Bier ausgegeben hatten, denn man hört sie kaum. Späßle. Obwohl, solche Dinge geschehen…)
Das Konzert dauert mehr als eine Stunde, ist perfekt und unterhaltsam. Zwischendrin veräppelt Mary Roos sich und andere („Dieter Bohlen, also der ist ja echt ein bißchen doof. Aber er hat tolle Lieder geschrieben“ oder „Man nennt mich auch die Helene Fischer aus der Bronzezeit“. Zwischendrin entschuldigt sie sich dafür, dass sie sich die Reihenfolge ihrer Lieder nicht merken kann, und man ihr dafür einen Zettel auf die Bühne geklebt hat. Den kann sie aber auch nur noch lesen, wenn sie sich tief nach unten beugt, das Alter halt. Als sie das Publikum fragt, ob dem auch heiß ist, und ein „nein“ zurück kommt, kontert sie mit „Sie sitzen ja auch im Schatten“. Egal ob englisch, deutsch oder französisch - Texthänger sind ihr unbekannt, und falsche Töne erst Recht. Alles kommt exakt auf den Punkt, und obwohl sie ihre Zeit schon überzogen hat, gibt es noch zwei Zugaben. Alles ist begeistert, egal ob Schlager- Rock- oder Technofan. Und, man muss es mal erwähnen, wie alle Shows an Bord war auch diese kostenlos.



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