Freitag, 7. Februar 2020

Diätvorschläge auf hoher See


Immer wenn ich auf Reisen bin, überlege ich mir, wie man Kalorien sparen kann, die Verlockungen sind doch groß. Ich fange mal bei den Sachen an, deren Verzicht mir leicht fällt: Kaffee und Kuchen am Nachmittag ist so etwas. Und als ich es letzten Herbst dann doch einmal probieren wollte (auf der Artania) durfte ich nicht herein, weil ich kurze Hosen an hatte. Im Aufzug fand ich mich dann mit einer ganzen Gruppe alter Männer in kurzen Hosen wieder, die dann aber alle keine Lust auf Umziehen hatten und nicht mehr zurück gekommen sind. Der eine oder andere hatte damit möglicherweise eine Ehekrise herauf beschworen, aber ich verplaudere mich. Man könnte auch bei den Menues einzelne Gänge weg lassen oder kalorienarm auswählen. Ich habe es heute übertrieben und gleich zwei Mahlzeiten weggelassen, wenn auch nicht ganz freiwillig. Als ich aufgewacht bin, saß in meinem Mund ein Hamster und die Frühstückszeit war gerade abgelaufen. Darum hatte ich mich noch einmal fünf Minuten umgedreht. Nach den fünf Minuten war Kaffeezeit, mein Kopf wieder auf ein erträgliches Maß geschrumpft, und ich fange an, mich für das Abendessen vorzubereiten. In diesem Zusammenhang ein Hoch auf das housekeeping: obwohl ich kein Bitte-nicht-stören-Schild aufgehängt habe, hat noch niemand den Versuch unternommen, zu mir vor zu dringen. Anders als auf der Artania üblich, und wenn man die Tür noch so sehr verrammelt. Eigentlich möchte ich auch kein Abendessen, aber leider findet ausgerechnet heute Abend eine kostenpflichtig gebuchte Craft-Beer-Verkostung statt, und die sollte man nicht ohne Unterlage besuchen. Als ich die Kabine verlasse, hängen überall blaue Tüten, und die Erkenntnis, dass das Schiff schaukelt, und nicht mein Mageninhalt, verbessert mein Befinden schlagartig. 
Beim Abendessen versauen sie diesmal den Hauptgang, der weder - wie versprochen - ein Rinderfilet ist, noch es rechtzeitig aus der Pfanne geschafft hat. Gruselig! Aber dafür hat es sich gelohnt, bis zur Bierverkostung durchzuhalten.



In einer gut gemischten kleinen Gruppe von acht Menschen beiderlei Geschlechts werden unter fachkundiger Anleitung eines jungen Barkeepers vier Sorten Bier erklärt und verkostet - jeder bekommt jeweils eine eigene Flasche von jeder Sorte, die er auch austrinken darf, was aber keiner macht. Tatsächlich aber trinkt jeder seine persönliche Lieblingssorte aus oder mehr, es entstehen lebhafte Tauschgeschäfte um die übrig gebliebenen Reste.
Nach zwei Stunden bekommt jeder noch eine fünfte Sorte Bier, natürlich verschlossen, als Souvenir mit, und alle gehen zufrieden auseinander. Bier macht übrigens nicht dick, aber viel Appetit. Außerdem gilt Bier als das gesündeste isotonische Getränk überhaupt. Und, wann kommt’s? Jetzt kommt’s: leider nur das alkoholfreie!

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