Sonntag, 6. Oktober 2013

Seltsam


Frühmorgens wache ich auch, 3/4 11. In einer Viertelstunde schließt das Frühstücksrestaurant. Das ist in etwa die Zeit, die ich brauchen werde, um es zu finden, denn das Hotel ist nicht ganz klein. Und um neun wäre Begrüßungstreffen der Reiseleitung gewesen. Egal, Kaffee gibt es auch auf dem Zimmer, und der schmeckt meistens besser als im Restaurant, und die Begrüßung der Gäste kenne ich schon, glaubt es oder nicht. Auf dem Balkon mache ich es mir gemütlich. Zwei umklappbare Plastikstühle gibt es da, einen kleinen Plastikhocker/-tisch für die Kaffeetasse, und einen Handtuchhalter an der Wand. Vergittert ist die Vorderseite des Balkons nicht, man hat den früheren Gefängnislook durch Glasplatten ersetzt, wie sie an den Kabinenrelings auf Kreuzfahrtschiffen üblich sind. Nur die Salzwasserspritzer fehlen. Die Höhe hingegen kommt gut hin, Ein Blick geradeaus zeigt Kokosnüsse (noch am Baum), drei Etagen tiefer ist die karibische Straße voller süßer, kleiner, putziger, bunter und teurer Souvenirläden. Na gut, der Rest des Zimmers kommt später dran, denn inzwischen ist es Mittagszeit, und ab und zu müssen auch dicke Menschen etwas essen. Ich marschiere durch die sengende Mittagshitze quer durch die Anlage bis zum Hauptrestaurant. Weiter aber auch nicht, denn es hat überraschenderweise zu. Während ich mich so umsehe, fallen mir noch mehr seltsame Dinge auf: Kaum Leute auf den Wegen, keine laute Musik, nur ab und eine fleißige Putzfrau. Was ist hier los? Ich wälze meinen Hotelplan, und finde als mittägliche Alternative das Strandrestaurant. Es heißt "Taino", genau wie das im alten RIU Palace, und es schüttelt mich bei dem Gedanken an den "Gefängnisfraß" (Entschuldigung, das ist noch höflich), den es dort meistens gab. Aber es liegt auf dem Weg zum Strand, wo ich sowieso hin will, und so gehe ich mal rein. 
Wie es sich gehört, hat das Restaurant keine Wände, aber die Miefquirle an der Decke tun ihr bestes, ebenso das Personal. Tische und Stühle sind edel und bequem, und es gibt genug davon. Also - auch hier keine Spur von Überfüllung, es gibt viele freie Plätze. Muß das hier scheußlich schmecken! Dabei sieht alles so lecker aus. Aber wo sind die vielen Leute? Vielleicht vergiftet? Der Sache muß ich auf den Grund gehen, denn seit meiner schrägen Abenteuer mit Captain Spareribs bin ich auf alles gefasst. Ich fülle also einen Teller, probiere alles was drauf ist durch und bin sehr überrascht: fast alles, was ich esse, schmeckt gut bis sehr gut, hat die richtige Temperatur, und die richtige Konsistenz. Wahrscheinlich haben Sie den früheren Koch vom Iberostar gleich nebenan...
Nächster Test: der Strand. Gemäß Holidaycheck (dem bekannten Bewertungsportal) ist es hier sehr schwierig, einen Liegestuhl im Schatten zu ergattern, noch dazu nahe der Strandbar, wo zu allem Überfluß lautstarke Animation betrieben wird. Kann ich nur teilweise bestätigen: da es hier keine Sonnenschirme gibt, sondern nur hohe Palmen, ist deren Schatten recht "wanderlustig", man muß halt seinen Liegestuhl ab und zu verschieben. Aber sonst - freie Liegen, schönes Wetter, dezente Bachatamusik, worüber könnte ich nur meckern? Ich weiß was: keine Bedienung im Liegestuhl! Man muß sich doch tatsächlich die Getränke selbst holen. Aber dafür wird der Caipirinha noch handgemacht und kommt nicht aus dem Getränkecontainer. Das schmeckt man. Aber Wo sind nur die ganzen Leute? Vielleicht finde ich sie ja beim Abendessen.

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