Montag, 7. Oktober 2013

Informativ


Also, daß mit dem Abendessen gestern hat dann nicht mehr ganz geklappt. Nach dem Mittagsschlaf war Mitternacht, und wir wissen: kein Restaurant nach 22:00 Uhr. Aber immerhin bin ich jetzt wach, und schreibe ein bißchen. Die Internetverbindung hingegen ist endgültig eingeschlafen. Nicht so die brüllaffenähnlichen Horden von amerikanischen Touristen, die laut lärmend um die Häuser ziehen. Aber das macht nichts, erstens habe ich es gewusst, zweitens hält die Balkontür einigermaßen dicht, und drittens bin ich sowieso wach. Außerdem regnet es in Strömen, was einerseits ein kräftiges Eigengeräusch produziert, und andererseits vergnügliche Outdoor-Aktivitäten von Discobesuchern einschränkt. Irgendwann gehe ich dann auch wieder schlafen, bis mich früh um fünf die angeregte Unterhaltung meiner Nachbarn weckt. Nicht, daß sie besonders laut sind, aber der Mann käme im Bedarfsfall problemlos ohne Mikrofon aus. Heute zum Beispiel erklärt er seiner Frau die verschiedenen Belichtungsprogramme seiner Kamera. Mehrfach. Ohne Ergebnis. Bis er aufgibt. Die restlichen Touristen drumherum werden auch froh sein, denn die verstehen noch nicht einmal deutsch. Dreiviertel neun (für meine rheinländischen Leser: Viertel vor neun) wälze ich mich aus dem Bett und sprinte in die Lobby, weil, Nicole, die zuständige Reiseleiterin, hat gemerkt, daß ich gestern gefehlt habe, und mir eine neue Einladung geschickt. Eine sehr freundliche, sonst wäre ich nicht hingegangen. Und das hätte mir Leid getan, doch davon später.
Nicole, die aussieht wie eine kleine ultragenaue Chefsekretärin, trägt jeden in einer Liste ein, überreicht eine Einladung zu einem Spaziergang in einer Woche (Wehe, man kommt nicht), und führ uns dann ins Theatro, was für mich heißt, den halben Weg wieder zurück. Aber gut, es ist früh am Morgen, und noch nicht so heiß. Auf der Bühne erwarten uns Pat und Patachon in Gestalt von einer großen dürren Frau mit langen braunen Locken, und einer kleinen pummeligen, die wohl in ihrer Karriere als Fitnesstrainerin zu viel Bauch-Beine-Po gemacht und andere Körperteile vergessen hat. Mit ihrer adretten Kurzhaarfrisur (meine Mutter wäre begeistert) sieht sie eher aus wie ein netter, pummeliger Junge, und gar nicht sportlich. Und Pat? Na, das ist das eigentliche Highlight. Ich bewundere ja zutiefst enschen, die sich Gesichter merken können. Ich zum Beispiel würde in der Stadt wahrscheinlich an meinem besten Freund vorbeirennen, was nicht schlimm ist, weil wir beide nicht gerne in die Stadt gehen. Aber die Leute aus der Reisebranche, die sind wirklich toll. Ich komme um die Ecke, sie sieht mich, ruft "Hey", und dann klickt es auch bei mir: Alejandra war vor zwei Jahren, als ich im alten RIU Palace gewohnt habe, meine Reiseleiterin. Und hat mich sofort wieder erkannt. Schön, wenn man mal umarmt wird.
Den Rest der Veranstaltung, ich sagte es bereits, kannte ich schon. Aber immerhin weiß ich jetzt, warum es überall so leer ist. Es sind einfach nur sehr wenige Touristen da. Wenn man ins Meer geht, sieht man links beim Iberostar einen vollen Strand, rechts bei den alten RIU-Hotels auch, und bei uns nicht. Ich glaube, viele Leute haben das neue Hotelkonzept nicht begriffen, und lieber woanders gebucht. Das System muß man aber auch erst durchschauen. So, jetzt seid Ihr hoffentlich neugierig, und könnt es kaum noch erwarten, morgen weiter zu lesen.



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