Freitag, 18. Oktober 2013

Katzentag

Sechs Uhr morgens, der Wecker klingelt, oder vielmehr piept. Warum? Ach ja, da war dch etwas. Heute ist Bus fahren angesagt, es geht nach Santo Domingo, und eigentlich müsste es regnen. Tut es aber nicht. Die Sonne scheint zwar auch nicht, aber für die ist es wahrscheinlich noch zu früh. Bis zur Frühstückspause in La Romana ist dann aber alles wunderbar solarbeleuchtet und auch schon ziehmlich warm.
Wir besuchen die französische Bäckerei, wo es den leckersten Milchkaffee gibt, die sensationellsten Croissants, und eine große weiße Katze mit leuchtend blauen Augen. Sie glaubt wahrscheinlich, daß sie die Wirtin ist, denn sie läuft überall herum, und begrüßt jeden Gast freundlich. 
Auf der noch immer nicht ganz fertigen, aber bereits mautpflichtigen Autobahn erreichen wir Santo Domingo, die Haupt- und mit drei Millionen Einwohnern größte Stadt der Dominikanischen Republik. Und nach einer hochinteressanten Rundfahrt durch die modernen Stadtbezirke kommt das Unvermeidliche: wir besichtigen die Altstadt, beginnend mit dem Alcazar (nicht Gefägnis, sondern Schloß) von Diego Kolumbus (das war der älteste Sohn des berühmten Seefahrers und Vizekönig der neuen Welt). Kann es hier etwas neues geben? Doch, tatsächlich, sie haben neue, bessere Audioguides bekommen (das sind kleine Funkempfänger mit Kopfhörer, über die man auch bei Lärm den Fremdenführer gut verstehen kann). Während der Besichtigung verfinstert sich Himmel, und ich frage mich, ob ich jemals eine Altstadtbesichtigung im trockenen Zustand erleben werde. Die Antwort ist ein klares Nein. Zwar regnet es heute nicht, die Wolken sind auch schon wieder weg, aber es ist so brutal heiß, daß wir alle schweißüberströmt sind, als wir zur Mittagspause im gut gekühlten Hotel de Paris eintreffen. 
Nachmittags steht die Kathedrale auf dem Programm, anschließend eine Stunde Freizeit. Da ich die Kathedrale schon kenne, gehe ich gleich shoppen. Der Zigarrenverkäufer kennt mich noch, die Verkäuferin und gottseidank auch die T-Shirt Collection im Hard Rock Café sind neu. In den Schaufenstern der großen Läden stehen überall geschmückte Weihnachtsbäume, mitten in der Fußgängerzone schläft ein riesiger schwarzer Hund, und mein Lieblingssouvenirladen vom letzten Jahr ist jetzt eine Pizzeria.
Dann ist es Zeit für die Fahrt mit der Choo-Choo-Bahn. Das ist so ein kleines Bähnchen, das Touristen durch den Ort karrt. Die gibt es ja fast überall, aber nur hier in Santo Domingo hat sie Vorfahrt. An jeder Kreuzung springt ein Begleiter von Bord und hält den Verkehr auf, wo vorhanden, unterstützt von der Polizei. Wir haben den Zug exklusiv für uns, die Lautsprecher sind modern und die von der Konserve eingespielten Erklärungen witzig, gut verständlich und vor allem - deutsch. Dann geht es zum Bus, jeder kriegt eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt, und später noch eine kostenlose DVD über Santo Domingo. Mit fetter Beute geht es Richtung Hotel. 
Die kurze Halbzeitpause in La Romana findet diesmal in einem etwas seltsamen, heruntergekommenen Souvenirladen ohne Wände statt. Verkaufstalente sind die Leute dort nicht, dabei haben sie sehr schöne Gemälde da, aber weder Preise noch Verkäufer. Dafür gibt es eine Katze, hellgrau mit bernsteinfarbenen Augen, die sich über Streicheleinheiten freut. Ihr beiden dunkelgrauen, schon ziehmlich großen Töchter auch. Und so hängen, als ich wieder los muß, kurzzeitig drei Katzen an meinem linken Fuß. Was für ein Ausflug!

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