Also, das mit dem Hotel ist so kompliziert, daß ich es selber nicht wirklich verstanden habe. Aber manchmal hilft es ja beim Verstehen, wenn man versucht, jemandem etwas zu erklären. Dann passt mal auf: ich habe das Hotel RIU Palace Bavaro gebucht (nicht zu verwechseln mit dem RIU Palace Punta Cana), das da am Strand liegt, und einen Grundriß wie ein liegendes "E" hat, wobei die Querstriche auf das Meer zeigen. Das "E" ist ein vierstöckiges Gebäude, in dem alle öffentlichen Räume und die ganzen Zi... Nein, gibt es hier gar nicht, die ganzen Juniorsuiten liegen. Im linken Strich haben wir das Hauptrestaurant, sowie die ganzen à-la-carte-Restaurants, die man nach Reservierung alternativ abends kostenlos nutzen kann, bis auf eins, doch davon später. In Verlängerung gibt es den Swimmingpool, das Strandrestaurant (derzeit die einzige Möglichkeit zum Mittag essen), und natürlich Strand und Meer. Wir haben ganz neue Liegestühle.
Im mittleren Strich liegen ein paar Läden, das Fitness-Studio, die Showbühne, und jetzt kommt es: davor stehen sechs sogenannte Villen, in denen Juniorsuiten und ein paar Suiten sind, das sogenannte Sensimar-Hotel. Das hat eigentlich mit RIU nix zu tun. Aber davon später. Weiter auf den Strand zu haben die noch einen kleinen Pool und eine kleine Poolbar, wo die anderen nicht hindürfen. Beim rechten Strich ist es ähnlich, nur gibt es im Hauptgebäude ausschließlich Wohnraum für Urlauber. Ansonsten stehen davor sechs Villen...siehe Sensimar, nur heißen sie hier VIP-Bereich. Seid Ihr noch dabei? Prima, ich nämlich nicht, zumindest fast. Ok, das einfache zuerst: im VIP-Bereich, der zu RIU gehört, hat man, so wie ich das verstanden habe, in der Grundversion mehr Kosten ohne wirklich mehr Leistung, bis auf das kleinere Gebäude und die eigene Poolbar. Bei einigen dieser Suiten gibt es im Erdgeschoß eine zusätzliche große Whirlwanne auf der Terasse, für zweisame Stunden mit traumhaftem Blick auf den Strand. Leider hat man vom Strand aus auch einen so traumhaften Blick auf die Terassen, daß man sich dort bereits bei der Auswahl seiner Badekleidung Gedanken machen muß. Den Rest überlasse ich Eurer Phantasie. Nebenbei bemerkt, vermarktet man den VIP-Zusatz nicht in Europa. Ohne Worte.
Aber jetzt kommt's. "Sensimar", ein neues Hotelkonzept von TUI, denen 50% von RIU gehört, denen wiederum ca. 5% von TUI gehört, ist ein entschleunigtes Wellnesskonzept (ähnlich wie auf den Kreuzfahrtschiffen), und was sich als Verschärfung ausschließlich an Paare richtet, also: keine Singles, und schon gar keine Kinder erlaubt. Dafür gibt es Joga, Partnermassage, selbstfindendes Auskleiden von Kokosnußschalen mit Glitzersteinen, (das habe nicht ich erfunden, auch wenn es vielleicht so klingt) und - jetzt schließt sich der Kreis - auf Wunsch ultraleichte Küche im Kulinarium (das ist das, wo alle andern nicht reindürfen, und die Sensimar-Leute auch nur ab und zu, weil es nur 24 Plätze hat). Preise kenne ich nicht, mangels einer Gespielin - wozu auch. Architektonisch identisch mit dem VIP-Bereich, wo die Sensimar-Leute nicht hin dürfen, ebensowenig wie die VIP-Leute in den Sensimarbereich dürfen. Nebenbei bemerkt: das Gras im Garten ist dort grüner, wo alle hindürfen. Aber das mag Zufall sein. Jetzt mal im Ernst: ein Sensimar-Hotel, wo man Ruhe und Entspannung sucht, hat eigentlich auf dem Gelände eines lauten, fröhlichen RIU-Clubs nichts verloren, weil zu laut und zu wild. Um noch eins oben drauf zu setzen: die Sensimar-Villen liegen direkt vor der Freilichtbühne für die abendliche Unterhaltung. Und was hat man deswegen getan? Den ganzen großen RIU-Club entschleunigt und leiser gedreht, man glaubt es kaum. Die Putzfrauen scheppern leiser durch die Gänge, das Geschirr im Restaurant wird beim Aufräumenleiser zusammen geschmissen, und die Musik in den Bars bewegt sich zwischen leise und unhörbar. Und das beste habe ich heute Vormittag gesehen: Aerobic am Strand. Das ist, wie jeder weiß, mit lauter Musik verbunden. Früher hatte man dafür die überdimensionierten Lautsprecher an der Poolbar so laut aufgedreht, daß es 50m weiter, auf der sandigen Tanzfläche, noch richtig gekracht hat, nämlich die Musik, und gequietscht, nämlich die Kommandos, die die Trainerin in ihr Headset schrie. Das hatte man auch noch zwei Hotels weiter gehört. Und heute? Da zieht man ein langes Kabel, stellt einen Lautsprecher direkt zu den Sportlerinnen, spielt die Musik in Zimmerlautstärke ein, und läßt die Trainerin unplugged kommandieren. Welch eine Wohltat! Jetzt hört man nur noch gelegentlich das Gebrüll aus dem Iberostar nebenan. Weil, Ihr erinnert Euch vielleicht, die haben ja neue Lautsprecher...
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