Nachdem das gestern möglicherweise ein ganz klein wenig frauenfeindlich geklungen haben mag, werde ich mich heute bemühen, dagegen zu rudern. Also: wie beschäftigt man möglichst viele Männer (am besten Amerikaner, weil die das AI eh nicht begriffen haben und zu jeder Bestellung Trinkgeld geben) möglichst lange und harmlos? Indem man sie am Strand mit einer Frisbiescheibe auf eine Flasche Rum schießen läßt, die auf einem Hocker steht. Wer sie dreimal vom Hocker in den Sand schießt, darf sie mitnehmen. Es handelt sich um einen ganzen Liter (das ist die gute Nachricht), aber in einer PET-Flasche, das heißt: irgendein Supermarktzeug, was im Hotel nicht mal zum mixen verwendet wird. Mal kurz zum Luft holen: in diesem Hotel kann man ohne extra zu bezahlen alles trinken, was sie haben. An jeder Bar mixen sie mit dem guten Barceló-Rum oder dem sehr guten Brugal-Rum. In jedem Zimmer hängt unter anderem eine eingesperrte Flasche Brugal-Rum, an der man zapfen kann, so viel man möchte. Droht sie leer zu werden, bringen sie eine neue. Ok, mitnehmen kann man sie natürlich nicht.
Zurück zum Strand. Da stehen zwölf Leute in Reih' und Glied, und versuchen den Billigrum zu erbeuten. Neun davon sind Männer, zwei von den Mädchen völlig ohne Zielwasser, und die dritte zielt eher auf den gut gewachsenen Animateur hinter der Rumflasche.
Das Spiel entwickelt sich zäh. Ab und zu wird die Flasche getroffen, sehr selten fällt sie runter (3x ist notwendig für den Sieg), und die Motivation nähert sich dem Sand. Dann legt der Animateur ein knallrotes RIU-Baseballcap und ein weißes RIU-T-Shirt dazu. Hier genügen zwei Berührungen durch die Frisbiescheibe. (Wie wollte man die Sachen auch vom Hocker schießen, vor allem das T-Shirt).
Nach kaum 45 Minuten hat die Kopfbedeckung einen neuen Besitzer, eine Viertelstunde später das T-Shirt. Die Jungs legen sich ins Zeug, als wären sie bei den Olympischen Spielen.
In der Befürchtung, den Feierabend zu verpassen, hat der Animateur zwischendrin immer mal wieder den Hocker näher an die Werfer geschoben. Und schließlich ist es vollbracht: die Flasche Rum geht - an das Mädchen, das auf den Animateur gezielt hatte. Ob sie irgendwie tauschen konnte, und mit wem, weiß ich leider nicht. Die Jungs gehen an die Bar, und trinken den guten Rum. Das hätten sie vor zwei Stunden auch schon haben können.
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