Mittwoch, 24. Oktober 2012

Tischgespräche

Die Kellnerinnen und Kellner und Kellner hier im Hotel sind in der Regel sehr nett, freundlich, und zuvorkommend, dazu zeigen sie fast immer ein freundliches Gesicht. Das läuft dann ab wie folgt...Moment, erst noch eine kleine Bemerkung: falls jemand unter Euch ist, der ordentlich Spanisch kann: bitte lest über die Rechtschreibfehler hinweg, mein Spanisch ist nur unordentlich, und zumindest das schriftliche schon ziemlich eingerostet. So jetzt aber los:
Man setzt sich an einen Tisch, und ziemlich schnell, für dominikanische Verhältnisse sogar blitzartig, kommt ein fleißiges Wesen an und schmettert einem ein fröhliches "holà, Señor (Amigo)! "Còmo esta(s)?
Die Spanier unterscheiden, wie wir, zwischen "du" und "sie", Kunden werden normalerweise gesiezt, aber in einem Urlaubsclub wird das oft auch anders gemacht.
Frei übersetzt: hi, wie geht's?
Frei von allen Vertrautheitsüberlegungen, antwortet man "getàl", was genau das gleiche bedeutet, aber die korrekte Antwort ist. Ach ja, vorher sagt man noch, wie es einem wirklich geht, normalerweise "Muy bièn" für sehr gut (man hat ja Urlaub), oder "fatàl", weil einem vom Alkoholmissbrauch der Schädel dröhnt (nein, bitte nicht! Das wäre zwar korrekt, gehört hier aber nicht hin. Ich habe das mal gemacht, mit dem Ergebnis, daß das halbe Hotel gelacht hat.)
Natürlich geht es dem Servicemenschen auch gut, dazu ist er vertraglich verpflichtet, und dann beginnt der geschäftliche Teil. Man bekommt eine Frage gestellt, die auf "Tomar?" endet und den Getränkewunsch beinhaltet. Mit dem Satz "una cerveza, pòr favòr" sind die Fronten geklärt. Außer vielleicht, man möchte gar kein Bier.
Aber jetzt wird es richtig schwierig, denn wenn die Kellner keinen Stress haben, quatschen sie auch schon einmal mit einem. Aber wie? Über das Wetter? Die Ausdrücke "Mucho calòr" und "Muy caliende" für "es ist heiß" und "viel Hitze" vermische ich schon mein ganzes Leben lang, und was "der Regen wird langsam wärmer" auf Spanisch heißt, weiß ich auch nicht. Eins weiß ich noch: "Muy frío!". Aber das ist es nur im Kühlhaus. 
Dann habe ich gelernt, man soll nach dem Namen fragen. Aber der steht ja ohnehin auf dem Namensschild. Und wo jemand herkommt? Da frage ich lieber nicht, denn die meisten Dominikanischen Ortsnamen sagen mir nichts, und die haitianischen erst recht nicht. Ganz genial wäre noch die Frage, wo jemand arbeitet und als was. Aber das wurde schon damals in der Volkshochschule als touristisch ungeeignet bezeichnet, denn wir wollen die Leute ja nicht veräppeln. Mir fällt nur noch ein mitfühlendes "Mucho trabajo" (viel Arbeit) ein, woraufhin Janina, die im Hotel als Kellnerin arbeitet (habe ich alles ohne Fragen herausgefunden), lachend antwortet, was für mich klingt wie "ja, wenn Du viel Urlaub hast, habe ich viel Arbeit".
Ausnahme von der Regel: Neulich am Strand, eine etwas ältere Kollegin, die wahrscheinlich mit strenger Hand schon etliche Kinder aufgezogen und ihren rumtrinkenden Mann zum Teufel gejagt hat, sammelt die leeren Teller und Becher ein (Gläser gibt es keine am Strand, wegen Unfallgefahr, sehr löblich, und die Becher sind wiederverwendbar). Das übliche Procedere ist, wenn an einem Tisch noch jemand sitzt, daß man fragt, ob man abräumen darf, und ob man noch etwas zu trinken bringen soll. Das machen auch alle so, bis auf die besagte Kollegin. Die kommt angeschlurft, ruft Geschirr und Becher an sich und tritt den Rückzug an. Na, die teste ich jetzt! "quiero una cerveza màs, pòr favòr!" Rufe ich ihr zu (quiero ist das höchst mögliche an Höflichkeit, in etwa "ich würde mich sehr freuen über", und öffnet manchmal Tür und Tor. Manchmal.)
"SÌ!" bellt sie mit tiefer Stimme zurück, einer Stimme, die ich kurze Zeit später aus dem Bereich der Bar nochmals zu hören kriege: "CERVEZA!" herrscht sie den Barkeeper an. Als sie das Bier kurze Zeit später wortlos auf meinen Tisch stellt, und ich mich mit den Worten "Muchas Gracias, Señorita" bedanke, passiert das Wunder: ich kriege für einen ganz kleinen Moment ein strahlendes Lächeln zu sehen. Dann fällt die Klappe wieder. Schade.


Dienstag, 23. Oktober 2012

Geheimnisvoll

Ich muß noch einen Tag "nachliefern", den ich wegen meinem zweiten Rätsel bisher unter Verschluß gehalten habe. Aber hier ist er, ach ja, und extreme Tierschützer bitte weg klicken! Nein, ich war nicht auf der Jagd, höchstens nach einem Abenteuer. 
Also: Ein kleiner blauer Bus holt am frühen Nachmittag die angemeldete Gruppe von Verschwörern ab und bringt sie in ein entlegenes, ziehmlich geheimes Camp.
Dort wird man nach einer freundlichen Begrüßung von einem Diener auf sandigen Pfaden zu einem halbrunden, mit Bäumen umwachsenen Platz geführt mit einem großen, sehr ungewöhnlichen Tisch in der Mitte. Ist das etwa ein ritueller Opferplatz? Plötzlich ertönt geheimnisvolle Musik, und es erscheinen drei dunkle Männer. Aber nicht allein, sie haben etwas mitgebracht: einen weißen Kakadu, drei rote und einen blauen Ara, sowie einen Grünpapagei. Die Musik bricht ab. was geschieht jetzt nur?
Naja, sie zeigen eine nette Papageienshow.
Weiter führt uns der Diener, noch tiefer in den Wald hinein, bis zu einem Wasserbecken. Dort sitzt in aufreizender Pose die Dame Alma, die uns als die treueste Mitarbeiterin dieses seltsamen Etablissements vorgestellt wird. Sie ist dunkel wie viele Dominikanerinnen, nicht ganz schlank, aber hübsch. Sie arbeitet als Einlaßkontrolle für den nächsten Teil der Zeremonie. Wer weiter möchte, muß sich mit ihr fotografieren lassen. Dabei küsst sie einen auf die Wange. Das ist sehr angenehm, bis auf den leicht fischigen Mundgeruch.


Alma ist eine Seelöwin.
Als auch diese Prüfung bestanden ist, teilt sich das Unterholz, und wir werden von dem Diener zu einer großen Hütte geführt, von der aus man in der Ferne das Meer rauschen hört. Wer jetzt noch weiter will, muß alles von sich geben - nein, nicht so - sondern Uhren, Brillen, Ketten, Ohrringe, Nasenpiercings, Goldzähne (ok, das letzte ist erfunden), und sich all seiner Kleider entledigen (bis auf die Badehose). Dann bekommt man eine enge Weste angelegt, und wird in einen Warteraum geführt. Auf einem Flatscreen, wahres Teufelswerk, wird nun enthüllt, was einem blüht. Also mir nicht, weil ich die spanischen Texte nicht verstehe und weder die Bilder noch die englischen Untertitel erkennen kann. Wenige Minuten später erscheint wieder ein Diener, der durch einfaches Abzählen über unser weiteres Schicksal entscheidet.
Jetzt sind wir nur noch sechs.
Wir folgen dem Diener Richtung Meer, über schier endlos lange Holzstege, ohne Geländer, immer weiter hinaus auf das Meer. Zurück können wir nicht mehr, denn uns folgen dicht aufgeschlossen, zwei unheimliche, schwarz gekleidete - Kameraleute. Der eine hat sich sein Opfer wohl schon ausgesucht, denn er scheint sehr interessiert an der hübschen Russin in unserer kleinen Gruppe.
Dann haben wir das Ende unseres Wegs erreicht. Eine junge, rothaarige Hexe befiehlt uns, in das größte aller Becken zu steigen. Immerhin gibt es eine Treppe. Kaum sind wir alle im Wasser, und halten uns notdürftig am Rand fest, sind sie da: Doris und Venus. Sie tauchen direkt vor uns auf, richten ihre großen grauen Köpfe auf uns, öffnen ihre riesigen Mäuler voller scharfer Zähne und - kichern uns an. In der nächsten halben Stunde haben wir viel zu tun: Küßchen, Tanz, Singen. Dann müssen wir uns zu zweit auf das Wasser legen und aneinander festhalten, damit Doris und Venus mit uns Karussell fahren und anschließend drüber springen können. Und jetzt wird es hart: auf den Bauch legen mit seitlich ausgestreckten Armen, und sobald etwas da ist, festhalten. Das etwas sind die Rückenflossen, und man glaubt gar nicht, wie schnell man mit dem passenden Antrieb durch das Wasser pflügen kann. Oder oben drüber, denn so haben wir den Stunt aus dem Rätsel gemacht: Auf das Wasser legen, Arme nach vorn, Beine durchdrücken, breit machen, und dann viel Vertrauen in die Mädels: schon hebt man sich aus dem Wasser, ob man will oder nicht, mit der Kraft von zwei DS (= Delphinschwanzstärken). Zum Ende gibt es noch Wissenswertes, z.B. wie sieht ein Delphinmädchen von unten aus (praktisch), wie ein Junge (theoretisch), daß sich die Hautoberfläche alle zwei Stunden erneuert, die Rückenflosse aus Knorpel besteht und es weltweit keine zwei gleichen gibt, daß die Seitenflossen so viele Knochen haben wie unsere Hände, und wie fühlt sich die Haut eigentlich an. Sie fühlt sich an wie eine nasse Aubergine, die unter Strom steht, denn sie vibriert ständig. 
Offenbar haben wir Gnade vor der Hexe gefunden, denn sie erlaubt uns, das Becken nun zu verlassen. 
Als wir wieder halbwegs trocken sind, müssen wir noch einmal an das Wasserbecken von vorhin. Der große schwarze Eduardo zeigt uns, wie er seinen Menschen dressiert und gemeinsam mit ihm eine Show eingeübt hat. Danach sind dann auch schon Fotos und Video fertig, und werden zu diabolischen Preisen angeboten. Als jeder gekauft hat, führt uns der Diener wieder aus dem Dschungel heraus, und verabschiedet uns mit heftigem Blitz und Donner.
Was für ein Tag!



Zwischenspiel

Hallo, Ihr Lieben!

Da noch niemand auf den richtigen Gedanken bei unserem kleinen Ratespiel gekommen ist, gibt es heute eine Ersatzfrage:

Wie wurde der Stunt gemacht, der auf dem nachfolgenden Bild zu sehen ist?
Kleiner Hinweis: das Wasser war mehrere Meter tief. Viel Spaß beim Raten!




Montag, 22. Oktober 2012

Was ist los?

Heute liegt etwas in der Luft, d.h. im Nachgang waren da gewisse Auffälligkeiten: jeder Hotelangestellte fragt einen nach seinem Befinden, sogar die Putzfrauen (von denen tun sich manche schwer, weil sie als Haitianerinnen ungefähr so viel Spanisch verstehen wie ich), der Elektriker, der mich wegen Stromausfall heute morgen schon gesehen hat, kommt - zumindest von mir - unaufgefordert nochmal, um eine eigentlich überflüssige Glühbirne zu wechseln (nebenbei ein Lob an das Hotel: sie hatten schon vor zwei Jahren keine wirklichen Glühbirnen mehr, sondern nur Halos, Leuchtstoffröhren und wirklich sehr gute Energiesparlampen. Inzwischen wurden viele Außenleuchten und ein Teil der Bühnenscheinwerfer auf LED umgestellt), jeder Barkeeper tut so, als ob man schon seit Jahren zusammen um die Häuser zieht, und auch der Kir Royal enthält wieder eine leckere Cocktailkirsche. Was war los?
Beim Abendessen zeigt sich ganz allmählich, was gebacken ist: neben den vielen blau-gelb gekleideten Kellnern beiderlei Geschlechts sowie Putzfrauen, die immer da sind, wuseln heute ein paar junge Damen in schicken roten Hoteluniformen herum. Das sind keine Aushilfen aus dem benachbarten RIU-Hotel, und sie bringen auch keine Getränke, sondern Zettel und Stifte. Aha, heute ist Gästebefragung! Daher die Extramühe. Sogar der Chefkoch kommt bei jedem Gast mehrmals vorbei und fragt, ob alles ok ist. Dabei wäre er in der Küche besser aufgehoben. Die Schweinshaxe, die heute von einer freundlichen Köchin abgeschnitten wird (hallo Rainer, der Gag musste nochmal sein), ist nämlich furztrocken. 
Zum Schluß ein kleiner Ausblick für alle, die noch nicht eingeschlafen sind: morgen mache ich meinen ersten Ausflug. Danach gibt es bestimmt etwas cooles zu berichten.


Sonntag, 21. Oktober 2012

Freunde

Der beste Freund des Menschen, so sagt man, ist der Hund. Und der beste Freund des kreativen Urlaubers? Na, in meinem Fall sicher der iPad! Oder das iPad? Oder etwa die iPad? Spezifische Geschlechtsmerkmale konnte ich noch nicht feststellen, aber wenn ich so recht überlege: stellen wir uns einen weiblichen Teenager unserer Tage vor, einen der unten Gewichtsklasse, denken uns Arme und Beine weg, den Kopf auch, und betrachten Länge x Breite x Höhe, setzen das im Verhältnis zu den Abmessungen des iPad, also, gewisse Ähnlichkeiten würde ich da schon erkennen...
Nein, ich glaube, Computer sind schon immer männlich oder sächlich, schließlich heißt es ja auch der PC oder das Notebook.
Mit meinem kann ich zun Beispiel die Beiträge zu diesem Post schreiben, im Internet surfen, (Email-)Verkehr haben, Drehbücher schreiben, eBooks lesen, Spiele spielen, Filme anschauen (wenn ich welche hätte), Musik hören, Musik machen (ein komplettes 8-Spur-Tonstudio sowie eine gute Auswahl an Midi-Instrumenten sind dabei, da staunt Ihr!), und nicht zuletzt: fotografieren und filmen. Die beiden letzten Punkte zwar nur in eingeschränkter Qualität, aber für einen tierischen Schnappschuss (zum Beispiel kam gerade eine Schildkröte vorbei) reicht es allemal.
Einstiegsthema zurück kommen: vor vielen Jahren gab es einmal einen weiblichen Computer. Er war von Apple und hieß Lisa. über eventuelle Zickigkeit ist mir nichts bekannt.



Samstag, 20. Oktober 2012

Strandtag

Heute ist Strandtag. Warum ich das betone, weiß ich auch nicht, denn eigentlich ist jeder Tag Strandtag, dazu bin ich ja da. Aber erzählt habe ich noch nichts davon, da kommt jetzt: war man frühstücken, führt einen der Weg zum Strand direkt an der Handtuchausgabe vorbei, war man spätstücken, ist man schon am Strand und muß dann nochmal zum Pool, oder man behält das alte Handtuch. Dann entscheidet man sich zwischen Bar und Sonnenschirm. Unter dem Sonnenschirm kann man liegen, an der Bar nicht. Dafür kriegt man dort die Getränke gebracht. Ich hole mir ein Getränk und suche einen Sonnenschirm aus, wo es ruhig ist. Bis auf das feine Kreissägengeräusch aus dem Nachbarhotel, das im November neu eröffnet wird. Das Jahr haben sie sicherheitshalber nicht dazu geschrieben.
Ich gehe ins Wasser, was sich um die Tageszeit in den ersten Minuten etwas frisch anfühlt. Deshalb habe ich noch gewartet, aber genützt hat es nichts.
Das Schaukeln in den Wellen ist herrlich. Man hört nur das plätschern und rauschen des Meeres um einen herum und manchmal auch oben drüber, das sanfte Rotorgeräusch eines frühen Hubschraubers, sowie das weiche, leicht angestrengte Summen eines Motorboots, das sich damit abmüht, einen bunten Gleitschirm mit zwei daran baumelnden, gut genährten Touristen nach oben zu befördern. Die Wellen sind sanft, und alles ist ruhig und friedlich.
Da, plötzlich passiert es: kurz nach dem Durchgang jeder Wellenfront ertönt knapp hinter mir ein synchrones, vierstimmiges Quietschen. Als ich mich umdrehe, sehe ich mich einer knallbunten Luftmatratze gegenüber, auf der, eng nebeneinander, vier braune Mädchen hängen, alle noch knapp im einstelligen Bereich, und ihre Begeisterung über jede kleine Welle herausquietschen. Als ich zwanzig Meter weg bin, hört sich das ganz niedlich an. Für kurze Zeit bleibt mir Gelegenheit zu signieren, welches Getränk ich als nächstes zu mir nehmen könnte, als die nächste Störung in Form von zwei jungen deutschen Mädchen das Meer besucht. Woher ich weiß, daß sie deutsch sind? Nun, wer schreit denn sonst Sachen wie "eine Welle - schon wieder eine! Scheiße, ist die hoch" (30cm, Anm. d. Verf.), etc., etc.
Nach kurzen Schwimmversuchen hüpfen die beiden nur noch im gut knietiefen Wasser herum (da, wo sich die Wellen brechen). Während die beiden auf ihre Art philosophieren, was passiert, wenn man den Kopf unter Wasser bekommt, und ich mir denke, daß zumindest Mund halten davor bewahren könnte, voll zu laufen, wird es Neptun offenbar auch zu viel. Ich fühle mich fast einen Meter hochgehoben (sicher nicht wegen der besseren Aussicht), und als die Welle die Mädchen erreicht, sind sie erst einmal still (vermutlich, da unter Wasser), und liegen hustend auf dem Strand, als sich die Gischt zurückzieht. Nach einiger hastigen Kontrolle, ob die Bikinis noch richtig sitzen, beschließen sie, zum Pool zu wechseln. Manchmal ist das Leben gerecht.
Nach einem weiteren Drink und einem Schläfchen im Liegestuhl bekomme ich Hunger, und sehe mir nach einem Aperitif das heutige Angebot an. Grundsätzlich gibt es außer frisch gegrilltem und Salaten immer die Reste des Abendessens vom Vortag, unter anderem Sardinen, die aussehen, als ob sich meine Katzen darüber freuen würden. Aber sie riechen nicht so, und schmecken gut. Der Kartoffelbrei dagegen ist mir suspekt, aber wenigstens ist das Bier frisch. Der Caipi auch.
Vom Nebentisch lächelt mich ein süßlicher Mann süßlich an. Aber ich stehe nicht auf Männer. wenn überhaupt noch, dann auf Frauen. Als ich auf die Toilette komme, steht da eine, schreit laut "olà", verschwindet in einer Kabine und fängt laut an zu singen. Nein, ich habe keine Tür verwechselt, das war die Putzfrau.
Als ich zurück bin, frage ich den Kellner nach einem Tequila Sunrise und nach der Uhrzeit. "two Sixty-Five" meint er, und langsam wird es Zeit zu gehen.
Auf dem Heimweg merke ich, daß mir meine Zimmernummer entfallen ist, aber ich weiß noch, wo die Hütte liegt: Gleich hinter dem Springbrunnen links. 
Und während ich einschlafe, denke ich mir noch: flüssige Ernährung ist auch keine Lösung...



Freitag, 19. Oktober 2012

Geräusche

Heute herrscht brüllende Hitze. Das paßt ganz gut, denn in diesem Land ist irgendwie alles laut, doch davon später mehr.
Nach einem tierischen Frühstück (diesmal hat der dicke Hahn zwei gackernde Hennen dabei. Dafür ist er selber ruhig. Wie bei den Menschen halt) stelle ich den Rezeptionisten vor das für ihn unverständliche Problem, daß ich 2 Stunden Internetzeit haben möchte, aber einzeln. Er fragt mehrfach nach, um dann im Büro das gewünschte (in Form von gedruckten Zettelchen mit Passwort) zu holen. Das wird im Hintergrund auch noch einmal akribisch geprüft (nehme ich an), denn als er wieder kommt, ist die hinter mir wartende Menschenmenge ziemlich angewachsen. Aber alles Amerikaner, die sind daran gewöhnt, auch mal vor einem leeren Restaurant anzustehen und zu warten bis sie dran sind, in der Regel ohne murren und knurren.
Beim hochladen meiner Posts sehe ich, daß ich jetzt einen 2. follower habe. Vielleicht ist das gar keine Neuigkeit, und ich hatte es nur nicht gesehen, auf jeden Fall: Willkommen, Hans-Jörg und Kerstin!
Auch wenn das keine sehr gelungene Überleitung ist: zurück zum Thema "laut". Also früher, da hatten wir das große Strandrestaurant, da wurde Merengue gespielt, und im kleinen Bachata, und am Pool dieser Lärm, zu dem unsportliche Mädels jeder Alters- und Gewichtsklasse so unkoordiniert wie möglich die eleganten Bewegungen des körperlich phantastisch definierten Vorturners nachzuempfinden versuchen...könnt Ihr mir noch folgen? Ok., dann habt Ihr mir etwas voraus, also, von Aerobic ist die Rede.
Jede Lärmquelle hatte ihr eigenes kleines Reich, und am Strand war Ruhe, bis auf die Hubschrauber. 
Heute spielen sie Bachata im großen Restaurant, Merengue in der Strandbar, Aerobic immer noch am Pool, aber die neuen, größeren, Lautsprecher stehen jetzt woanders, und wenn man Glück hat und einen guten Platz ergattert, hört man alles auf einmal. Häufig singen die Kellner, und auch die stets fegenden und wischende Putzfrauen bei der Arbeit. Das ist eigentlich schön, aber sie fangen immer ganz spontan und laut damit an, davon dreimal genau hinter mir. Das ist nicht gut für das Herz!
Am Strand hört man jetzt auch noch das Gebrüll der Animation. wegen der neuen Lautsprecher.
Aber nachts, da ist es still. Außer um 3:15, wenn die Disco zugemacht hat, und Horden besoffener Amerikaner laut singend und gröhlend ihren teuren Appartements im Nachbarhotel Iberostar Bavaro zustreben. Was die in unserer Disco machen? Naja, die haben keine. Dort ist alles ganz anders: keine Animation, kein Merengue, noch nicht einmal Kinder sind erlaubt, dafür muß man abends in Anzug und Abendkleid erscheinen. Aber ruhig ist es da. Kein Wunder, da wohnt auch fast niemand.


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Mit den Hühnern frühstücken

Heute habe ich es hinbekommen: Frühstück in dem schmalen Zeitfenster zwischen 7:00 und 10:00 Uhr morgens, im frisch renovierten Hauptrestaurant. Der Gästebereich hat auch hier keine Wände sondern nur halbhohe Zäune, und aus dem Garten einerseits und den Wasserbecken andererseits ist dann schon einmal "tierischer" Besuch zu erwarten. Auch wenn sich die Flamingos und der Storch bisher zurückhalten, und die Schildkröten sowie die Karpfen ohnehin, werden die weißgedeckten Tische regelmäßig von kleinen schwarzen rabenartigen Vögeln von Krümeln gesäubert und manchmal von Zuckerpäckchen befreit, und als Highlight sitzt auf dem Zaun mir gegenüber ein dicker fetter Hahn und kräht mit beeindruckender Lautstärke. Ja, laut ist es hier leider: ein wundervoller Marmorboden, zusammen mit massiven Holzpfeilern, die leider aus Beton sind, bis hin zu den beiden riesigen glatten Dachflächen, geben eine Akustik, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Gut, daß ich niemanden zum unterhalten habe. Gegenseitiges Anschreien anstatt ruhigem Gespräch ist ja auch nicht so lustig.
Jetzt hätte ich fast noch den Hauptberuf des Restaurants vernachlässigt. Also, das Buffet, in einem klimatisierten Nebenraum und ohne Tiere, läßt kaum Wünsche offen. Eine wirklich große Auswahl an kalten und warmen Sachen, dazu einen Koch, der Eier und Omelette auf Wunsch macht, einen weiteren an einer Pfannkuchenstation, und eine Köchin, die Obst schneidet, wie man es möchte.
Mittags war ich nochmal dort, auch hier gab es nichts zu meckern. Frisch bekommt man hier Nudeln nach Wunsch, aber das macht ja eigentlich jeder. interessanter ist die Station, wo man Steak und Fisch frisch und wie man möchte bekommt, und eine weitere, wo vom ganzen Braten abgeschnitten wird (von einem Koch, also kein unappetitliches Gemetzel). Heute gab es Truthahn, dazu eine Orangensoße zum reinsetzen (sagt jemand, der die Soße normalerweise auch gerne mal wegläßt).
So, jetzt noch ein Caipi, und dann bin ich reif für den Mittagsschlaf!





Mittwoch, 17. Oktober 2012

Der neue Film

Heute ist schönes Wetter. Kein Wölkchen am Himmel, warm (wie immer), aber weniger schwül. Während ich den ersten Kaffee des Tages auf meinem Balkon genieße, bekomme ich Besuch von einem spatzengroßen (oder besser: spatzenkleinen) Vogel, der sich auch genau so bewegt. Allerdings hat er schwarz-weiß gestreifte Flügel und einen gelben Bauch. Leider gelingt es mir nicht, ihn zu fotografieren, er fühlt sich von dem erhobenen iPad wohl bedroht. Würden wir sicher auch, wenn irgendein Riese ein Garagentor auf uns richtet.
Heute ist so ein Tag, wo man etwas Neues versuchen könnte. So beschließe ich gleich zwei davon: 1. Frühstücken, und 2. im Hauptrestaurant. Das kenne ich noch nicht, denn bei meinem letzten Besuch wurde es gerade renoviert. Bis ich mich aber wirklich auf den Weg mache, hat es schon zu. Da ich heute keine Lust auf das Spätstück am Strand habe, vertreibe ich mir die Zeit bis zum Mittagessen mit dem sammeln von Informationen über mögliche Ausflüge, dem Kauf von neuen Badelatschen, und schreibe das Intro für meinen neuen Film. Er heißt:
QUEENIANA JONES
und das Geheimnis der Messingkugel




Wer mir zuerst schreibt, wie der Name entstanden ist, kriegt eine Einladung zur Premiere. Kleiner Hinweis: die Frage bezieht sich nicht auf den Teil mit der Messingkugel, denn das könnt Ihr nicht wissen.
Ich freue mich schon sehr auf Eure kreativen Antworten, als Kommentar im Blog, oder, wenn Ihr das nicht wollt, als Email, denn die lese ich auch.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Feuchtfröhlich

Ich bin Euch noch die Antwort zum dresscode für das Stammgästetreffen schuldig. Das bleibe ich auch, denn ich war nicht dort. Termin verpennt die zweite. Aber wozu habe ich Urlaub?
Heute schicke ich meine ersten Posts los, und hoffe, daß es auch funktioniert. Da es hier kein WLan auf den Zimmern gibt (aber immerhin Kabelmodems), bleiben zwei weitere Optionen: Internetcafé oder WLan-Zeit kaufen, die Stunde zu 7$, 2 Stunden zu 13$. Prima, nehme ich doch gleich 2! Falsch gedacht, denn die Zeit muß man auf einmal "absitzen". OK, wenn das so ist, poste ich also immer nur alle 3 Tage, das geht auch.
Die Internetverbindung, die man dann z.B. In der Hotellobby oder im Poolbereich nutzen kann, ist sogar einigermaßen flott (jedenfalls für die Karibik) und funktioniert ohne Aussetzer. Was man von der Sonne nicht sagen kann, denn die läßt sich immer wieder von kleinen aber kräftigen Regenschauern vertreten, die plötzlich, überraschend und manchmal sintflutartig auftreten. 
Um die Mittagszeit wird es besonders heftig, und hier zeigt sich das Strandrestaurant flexibel: man akzeptiert nicht nur feuchte Badehosen und -anzüge, sondern jede Art von völlig durchnässter Kleidung, und während man auf der Strandseite die überfluteten Teile des Gebäudes eilig und möglichst unauffällig "trocken legt", bedient man im restlichen Teil die tropfenden Gäste besonders schnell und gut gelaunt mit den gewünschten Getränken. Für mich hat das Wort "feuchtfröhlich" heute eine völlig neue Qualität bekommen.
Und nun noch eine Nachricht für die Fans meiner schrägen Urlaubsfilme: Seit dem dritten Cuba libre heute weiß ich, wie der neue heißen wird.





Montag, 15. Oktober 2012

... Sogar das Wetter

Heute hing an meiner Tür eine Tüte mit einem Iberostar-T-Shirt. Ob das der dresscode für heute abend sein soll? Da sind sie ja recht genau: kein freier Oberkörper in den Strandrestaurants, keine Badekleidung in den Buffetrestaurants, keine kurzen Hosen in den Buffetrestaurants abends, außer klassischen Bermudas, niemals ärmellose T-Shirts in den Buffetrestaurants, und immer lange Hosen in den Spezialitätenrestaurants. All diese Regeln gelten natürlich nur für Männer, Mädels dürfen immer fast alles, außer das mit der nassen Badekleidung, das wird nicht gerne gesehen. Und das mit dem freien Oberkörper würde vielleicht von dem einen oder gerne gesehen, aber...
Sagt mal Leute, habe ich vielleicht aus Versehen Euer Wetter mit eingepackt? Hier ist es zwar schön warm, aber auch ordentlich naß (von oben). Oder treibt gerade wieder ein Tropensturm sein Unwesen, das Flugzeug war nämlich auch ein paar Kurven geflogen, die da eigentlich nicht hingehören. Aber ansonsten ist alles im grünen Bereich, der Regen wird auch wärmer.





Das Allerletzte

Montag morgen, 9.30 Uhr. Ich genieße das wirklich sehr gute Frühstücksbuffet (das es gut ist, sollte man für 18€ auch erwarten). Eine halbe ...