Die Kellnerinnen und Kellner und Kellner hier im Hotel sind in der Regel sehr nett, freundlich, und zuvorkommend, dazu zeigen sie fast immer ein freundliches Gesicht. Das läuft dann ab wie folgt...Moment, erst noch eine kleine Bemerkung: falls jemand unter Euch ist, der ordentlich Spanisch kann: bitte lest über die Rechtschreibfehler hinweg, mein Spanisch ist nur unordentlich, und zumindest das schriftliche schon ziemlich eingerostet. So jetzt aber los:
Man setzt sich an einen Tisch, und ziemlich schnell, für dominikanische Verhältnisse sogar blitzartig, kommt ein fleißiges Wesen an und schmettert einem ein fröhliches "holà, Señor (Amigo)! "Còmo esta(s)?
Die Spanier unterscheiden, wie wir, zwischen "du" und "sie", Kunden werden normalerweise gesiezt, aber in einem Urlaubsclub wird das oft auch anders gemacht.
Frei übersetzt: hi, wie geht's?
Frei von allen Vertrautheitsüberlegungen, antwortet man "getàl", was genau das gleiche bedeutet, aber die korrekte Antwort ist. Ach ja, vorher sagt man noch, wie es einem wirklich geht, normalerweise "Muy bièn" für sehr gut (man hat ja Urlaub), oder "fatàl", weil einem vom Alkoholmissbrauch der Schädel dröhnt (nein, bitte nicht! Das wäre zwar korrekt, gehört hier aber nicht hin. Ich habe das mal gemacht, mit dem Ergebnis, daß das halbe Hotel gelacht hat.)
Natürlich geht es dem Servicemenschen auch gut, dazu ist er vertraglich verpflichtet, und dann beginnt der geschäftliche Teil. Man bekommt eine Frage gestellt, die auf "Tomar?" endet und den Getränkewunsch beinhaltet. Mit dem Satz "una cerveza, pòr favòr" sind die Fronten geklärt. Außer vielleicht, man möchte gar kein Bier.
Aber jetzt wird es richtig schwierig, denn wenn die Kellner keinen Stress haben, quatschen sie auch schon einmal mit einem. Aber wie? Über das Wetter? Die Ausdrücke "Mucho calòr" und "Muy caliende" für "es ist heiß" und "viel Hitze" vermische ich schon mein ganzes Leben lang, und was "der Regen wird langsam wärmer" auf Spanisch heißt, weiß ich auch nicht. Eins weiß ich noch: "Muy frío!". Aber das ist es nur im Kühlhaus.
Dann habe ich gelernt, man soll nach dem Namen fragen. Aber der steht ja ohnehin auf dem Namensschild. Und wo jemand herkommt? Da frage ich lieber nicht, denn die meisten Dominikanischen Ortsnamen sagen mir nichts, und die haitianischen erst recht nicht. Ganz genial wäre noch die Frage, wo jemand arbeitet und als was. Aber das wurde schon damals in der Volkshochschule als touristisch ungeeignet bezeichnet, denn wir wollen die Leute ja nicht veräppeln. Mir fällt nur noch ein mitfühlendes "Mucho trabajo" (viel Arbeit) ein, woraufhin Janina, die im Hotel als Kellnerin arbeitet (habe ich alles ohne Fragen herausgefunden), lachend antwortet, was für mich klingt wie "ja, wenn Du viel Urlaub hast, habe ich viel Arbeit".
Ausnahme von der Regel: Neulich am Strand, eine etwas ältere Kollegin, die wahrscheinlich mit strenger Hand schon etliche Kinder aufgezogen und ihren rumtrinkenden Mann zum Teufel gejagt hat, sammelt die leeren Teller und Becher ein (Gläser gibt es keine am Strand, wegen Unfallgefahr, sehr löblich, und die Becher sind wiederverwendbar). Das übliche Procedere ist, wenn an einem Tisch noch jemand sitzt, daß man fragt, ob man abräumen darf, und ob man noch etwas zu trinken bringen soll. Das machen auch alle so, bis auf die besagte Kollegin. Die kommt angeschlurft, ruft Geschirr und Becher an sich und tritt den Rückzug an. Na, die teste ich jetzt! "quiero una cerveza màs, pòr favòr!" Rufe ich ihr zu (quiero ist das höchst mögliche an Höflichkeit, in etwa "ich würde mich sehr freuen über", und öffnet manchmal Tür und Tor. Manchmal.)
"SÌ!" bellt sie mit tiefer Stimme zurück, einer Stimme, die ich kurze Zeit später aus dem Bereich der Bar nochmals zu hören kriege: "CERVEZA!" herrscht sie den Barkeeper an. Als sie das Bier kurze Zeit später wortlos auf meinen Tisch stellt, und ich mich mit den Worten "Muchas Gracias, Señorita" bedanke, passiert das Wunder: ich kriege für einen ganz kleinen Moment ein strahlendes Lächeln zu sehen. Dann fällt die Klappe wieder. Schade.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen