Es war wie immer: die ersten Tage wollen und wollen nicht vergehen, was ja nicht schlimm ist im Urlaub, und je mehr man sich dem Urlaubsende nähert, desto mehr gewinnt man den Eindruck, dass die Tage und Stunden ins galoppieren geraten.
Bis 12.00 Uhr habe ich noch mein Zimmer, werde aber erst nach 16.00 Uhr abgeholt. Das Zimmer drei Stunden länger behalten für nur 15€? Ein guter Plan, nur leider nicht machbar, denn es kommen zu viele neue Gäste an. OK, Koffer in den Aufbewahrungsraum, Mittag essen, und dann den Rest der Zeit auf einem der unbequemsten Barhocker ever absitzen. Diese letzten zwei Stunden dehnen sich. Ebenso wie die Wartezeit vor dem Hotel auf den Transferbus, obwohl der für spanische Verhältnisse relativ pünktlich kommt.
Die Fahrt über die spätnachmittäglich beleuchtete Insel ist noch einmal sehr schön, und als der Flughafen „César Manrique“ (auch die haben ihren Flughafen inzwischen nach ihrem größten Künstler benannt) in Sicht kommt, mache ich mir Gedanken, ob ich den Koffer wieder über endlose, sich gabelnde rote Wege zerren muss, um in den Flughafen zu gelangen. Nein, kein Problem. Der Bus stoppt direkt vor der Tür zur Abflughalle. Nur wenige Schritte, und ich stehe - ganz am Ende einer von zwei fürchterlich langen Warteschlangen an den beiden Corendon-Schaltern Richtung Nürnberg. Es dauert fast 1 1/2 endlose Stunden in der warmen, stickigen Abflughalle, bis ich endlich dran bin. Mittlerweile hat das Gepäcktransportband an meinem, natürlich dem deutlich langsameren Schalter, den Geist aufgegeben, und ich muss nach dem Einchecken mit dem Koffer nochmal durch die halbe Halle bis zum Sondergepäckschalter. Hier steht allerdings keine lange Schlange, höchstens ein kleiner Wurm.
Dann im Laufschritt durch lange, warme, stickige Gänge, der Sicherheitskontrolle, dem Riesen Duty-Free-Bereich, bis hin zum Gate - es ist bereits Boarding Zeit - wo auch schin wieder eine Riesenschlange steht, natürlich, die gleiche, nur ohne Koffer, daher kürzer.
Die Einsteigezeit wird eine Viertelstunde nach hinten versetzt, die Passagiere in zwei Schlangen geteilt (vorderer und hinterer Teil der Maschine), und der Schweiß fliest bei allen in Strömen. Der eine oder andere beginnt muffig zu riechen oder gar aggressiv zu werden. Aber dann ist auch das überstanden. Wir werden alle platzsparend in die enge und unbequeme Maschine gefaltet, überstehen einen sehr spartanisch ausgestatteten Flug von vier Stunden, der sich deutlich länger anfühlt, bis wir weit nach Mitternacht endlich in Nürnberg ankommen.
Zum ersten Mal im Leben komme ich als allererster aus einem Flugzeug und fühle mich fast wie ein Staatsgast, obwohl mir keiner zujubelt. Noch eine kleine Fahrt im engen Flughafenbus, ein Marsch zum Gepäckband. Die Luft hier ist lau, angenehm und frisch, und das laufen tut richtig gut. Mein Koffer in ferrarirot mit verchromten Felgen kommt als einer der allerersten, raus aus dem Airport, rein ins Taxi, und eine Viertelstunde später bin ich endlich zuhause. Was freue ich mich, auch für Euch, dass ich wieder so viel schräges Zeug erlebt habe.
Und wenn ich wieder einmal verreise, wann und wohin steht noch in den Sternen, kommt Ihr alle hoffentlich wieder mit.
Euer
Captain Spareribs
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