Dienstag, 7. Juni 2022

Kartenspiel

 

Wenn man in diesem Hotel wohnen möchte, hat man verschiedene Möglichkeiten der Gastronomie: Übernachtung mit Frühstück, Halbpension, also Abendessen dazu, normales all inclusive, sowie all inklusive „prestige“. „prestige“ bedeutet viel mehr Geld für wenig mehr. Noch dazu müssen nur die Gäste mit dem teuersten Paket ein AI-Armband tragen, was mit den Karten zu tun hat. Zu denen komme ich jetzt.

Beim einchecken bekommt jeder erwachsene Gast eine Karte, auf der gespeichert ist, was man gebucht hat. Klar, das ist überall auf der Welt und auch auf den meisten Schiffen so: sie öffnet die Zimmertür, schaltet den Strom ein, man kann kostenpflichtiges innerhalb des Hotels damit bezahlen, man muss sie allerdings nicht durchziehen, wenn man das Hotel verlässt oder wiederkommt, denn es fährt ja abends nicht weg und wird auch nach der härtesten Kneipentour (oder Liebesnacht mit einer hübschen Einheimischen) drei Tage später noch da sein, im Gegensatz zu einem Schiff. Kommen wir zur Gastronomie. Beim Frühstück braucht man die Karte nicht, außer um danach wieder das Zimmer zu betreten. Wer hier wohnt, hat auch Zutritt zu dem wirklich guten, vielseitigen und reichhaltigen Frühstücksbuffet. Ebenso zu dem lächerlichen, nicht erwähnenswerten kontinentalen Frühstück danach.

Das Mittagsbuffet wird im Poolrestaurant aufgebaut, und weil hier nicht jeder Mittagessen gebucht hat, und die Getränke inkludiert sind, hat man nur mit Kartenkontrolle Zutritt. Theoretisch. Praktisch wurde ich bisher nur einmal danach gefragt. Das Buffet selbst ist eher auf gutem Imbißniveau, von jedem etwas, aber es gibt immer auch eine Art Paella, sowie 1-2 Sorten Fleisch und 1-2 Sorten Fisch, frisch und nach Wunsch von den anwesenden Köchen auf der Grillplatte gebraten.

Beim Abendessen, das es wieder im Hauptrestaurant gibt, muss man seine Karte zunächst nicht vorzeigen, sondern erst wenn der Kellner kommt, und man etwas zu trinken bestellt. Dann muss man ihm die Karte mitgeben, und beim einbuchen des Getränks sieht er dann, ob man überhaupt da sein darf. Das Buffet selbst ist eher auf gutem Imbißniveau, von jedem etwas, aber es gibt immer auch eine Art Paella, sowie 1-2 Sorten Fleisch und 1-2 Sorten Fisch, frisch und nach Wunsch von den anwesenden Köchen auf der Grillplatte gebraten. Diese Wiederholung war leider beabsichtigt. Tatsächlich sieht das Abendbuffet schöner aus, weil das Restaurant schöner ist. Dafür sind leider immer die Nudeln kalt, und gewürzt wird häufig wie bei Muttern, also meiner, das heißt gar nicht. Aber manchmal schmeckt es auch großartig. Es gab mal ganz tollen Safranreis, und auch die Schnitzel Wieder Art waren echt ok. Also, man wird satt, keine Problem. Aber ausschließlich zum Essen gehen allerdings, käme ich nicht hierher. Außer vielleicht zum Frühstück.

Es gibt auch zwei Bars, eigentlich drei, aber die dritte habe ich noch nicht gefunden, Ihr wisst ja, das Hotel ist viele Schiffe groß. Auch hier bestellt man, läßt die Karte einlesen, und gut ist. Ab dem zweiten Getränk brauchen sie die Karte nicht mehr, außer der Barkeeper wechselt dazwischen. Bei manchen entfällt der Kartencheck schon ab dem ersten drink, je nach Bekanntheitsgrad des Gastes.  All diese Kartenchecks erspart man den AIP-Gästen durch das Armband, auch wenn mancher von ihnen, anstatt das lästige Plastikding zu tragen, lieber die Karte auf den Tisch legen würde.

Kommen wir zur hochkomplizierten Getränkekarte. Hauptproblem: sie ist nirgends im ganzen Hotel auch nur ausgehängt. Vermutlich findet man sie in der Hotel-App, deren QR-Code zwar überall angeschlagen ist, die sich aber beharrlich weigert, auf einem iphone zu laufen, und man findet sie auf der Homepage des Hotels. was zwar eine einigermaßen praktikable Lösung ist, wenn man auf das hoteleigen WLan verzichtet, aber natürlich eine scharfe Brille braucht, um das Smartphone abzulesen. Vielmehr haben sich folgende drei Methoden durchgesetzt: 

  1. einfach bestellen, was man möchte. Wenn es nicht im AI enthalten ist, kriegt man das gesagt und könnte dann den gepfefferten Preis dafür bezahlen (wenn man ÜF oder HP hat.da muss man das immer), oder den halben mit AI. Weitere Möglichkeit: sie haben es gar nicht. Aber sie haben recht viel.
  2. einfach vor der Bestellung fragen, ob sie das gewünschte haben
  3. auch clever: wenn ein anderer Gast etwas interessantes hat, den fragen was es ist und selbst bestellen.

Zum Schluss noch ein Bild von dem scönsten drink, den ich hier bisher hatte: Ein Sangria.


Leider hat er nicht geschmeckt.




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