Am nächste Morgen. Der Blick aus dem Fenster zeigt - das Meer. Mehr auch schon nicht. Sollte da nicht Neapel sein? Merkwürdig. Ein Blick auf den Kursmonitor zeigt, dass das Schiff heute Nacht für etwa zwei Stunden in die Gegenrichtung gefahren ist, und danach wieder in die richtige. Sturm gab es keinen, Wasserrohrbruch auch nicht, sondern viel schlimmer: ein ernster medizinischer Notfall hatte den Einsatz eines Rettungshubschraubers erfordert, und weil der nicht so weit fliegen kann (hin schon, aber zurück würde es nicht mehr reichen) mussten wir ihm zwei Stunden lang entgegen flie... nein, fahren. Könnten wir fliegen, hätte es die Aktion wahrscheinlich erleichtert. Die Patientenübergabe war sicher nicht ganz einfach, denn als relativ kleines Schiff haben wir keinen Helilandeplatz und müssen die Rettungswinde des Hubschraubers benutzen. Wie man hört, hat alles problemlos geklappt, auch dem Patienten (wider Erwarten einem Besatzungsmitglied) geht es schon besser. Das war die wichtige und gute Nachricht. Die mittelgute ist: alles Ausflüge finden statt, aber vier Stunden später. Die nicht ganz so gute ist, dass dafür der nachmittägliche Besuch von Sorrent ausfällt. Sorrent bei Nacht ist sicher romantisch, ausbooten im dunkeln aber eher gefährlich. Außerdem müssen wir morgen früh in Messina sein.
Für alle Leute mit hellseherischen Fähigkeiten hätte es auch einen Ausflug gegeben von Neapel nach Sorrent. Den konnte man vorher im Internet buchen. Wenn man noch einen Platz bekommen hat. Wenn nicht, könnte man Neapel zu Fuß erkunden. Muss man aber nicht, ist nicht schön da.
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