Dienstag, 27. Oktober 2015

Heimkehr

Heute ist unser Tag der touristischen Flutwellen. Aber so schlimm wird es wohl nicht werden, denn gemessen an der Konkurrenz, sind wir ja nur ein kleines Familienschiff. Das sagt zumindest unser Kreuzfahrtdirektor.

Wir sind in Genua, und haben soeben die Überreste der "Costa Concordia" passiert. Der Tag beginnt mit dem Abschied von der Kabine und fällt mir nicht weiter schwer. Die verschiedenen Gruppen von Abreisenden werden nach und nach aufgerufen, und nach dem Mittagessen bin auch ich dran. Voller Freude auf zuhause verlasse ich das Schiff. Mein Koffer ist planmäßig schon vorher ausgestiegen, und leuchtet mir aus der Gruppe der grauen, braunen und schwarzen Gepäckstücke, schon durch die halbe Gepäckhalle entgegen. Orange, halt. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zum Bus, der uns nach Mailand bringen soll. Hat Genua eigentlich keinen Flughafen? Mailand hat jedenfalls einen, und einen komplizierten dazu, denn es ist alles nur italienisch beschriftet. Zum Glück gibt es Infostände mit englischsprechenden Angestellten. Bis wir abfliegen, ist es 19:00 Uhr. Auf dem einstündigen Flug nach Frankfurt wird ein Sandwich ausgegeben, Weißbrot der klebrigsten Art, und belegt mit einer Pampe aus Aubergine, Zucchini und Mozarella. Der Herr auf dem Gangplatz isst es mit Todesverachtung, das norwegische Mädchen in der Mitte beißt einmal hinein und rümpft die Nase, und ich lasse die Packung lieber zu. Wenn nicht einmal Mädchen so etwas mögen! Zum Glück gib es freie Auswahl bei den Getränken, und so ernähre ich mich flüssig.

In Frankfurt lege ich den Weg von A 52 bis A 6 in Rekordzeit zurück. Das muß ich auch, denn ich will ja nachhause. Als ich ankomme, hat das boarding auch schon begonnen. Nach 3x Fenster habe ich jetzt erstmalig auf dieser Reise einen Gangplatz, aber das ist mir egal. Der Platzinhaberin des Fensterplatzes, einer älteren Frau, die gerade aus Tel Aviv kommt, ist die Sitzplatzwahl gar nicht recht, weil sie Flugangst hat. Ihrer Bitte um Platztausch komme ich gerne nach, und sie bedankz sich mit einem israelischen Fruchtbonbon. Schmeckt nicht schlecht. Das Flugzeug startet pünktlich, erreicht seine Flughöhe, und setzt nach wenigen Minuten wieder zum Sinkflug an. Pünktlich landen wir in Nürnberg, auch der Koffer, und jetzt freue ich mich auf mein eigenes Bett.


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