Bei TUI-Cruises geht das so: ein paar Monate vor Abfahrt kann man im Internet buchen, welche Ausflüge man machen möchte. Die Auswahl ist groß, es gibt Ganz- und Halbtagesausflüge, und bei letzeren kann man sich zwischen Vor- und Nachmittag entscheiden. Kommt man zum ersten mal in seine Kabine, wird man von einem Briefumschlag voller Ausflugstickets erwartet, auf denen jeweils Datum und Uhrzeit des Ausflugs vermerkt sind. Bei Phoenix, der Reederei der "Artania", geht das so: ein paar Monate vor Abfahrt kann man im Internet buchen, welche Ausflüge man machen möchte. Die Auswahl ist nicht sehr groß, es gibt Ganz- und Halbtagesausflüge, und man kann sich nur dafür oder dagegen entscheiden. Kommt man in seine Kabine, wird man von einem Briefumschlag voller Ausflugstickets erwartet, auf denen jeweils das Datum vermerkt ist, und ob der Ausflug vormittags oder nachmittags stattfinden wird. Die genaue Uhrzeit erfährt man erst am Vorabend, wenn sie einem das Programm für den nächsten Tag in den Briefkasten stecken. Richtig, hier hat jede Kabine einen Briefkasten. Bei TUI schieben sie einem das Programm unter der Tür durch, aber vermutlich ist das bei der hier vorherrschenden 70+Klientel nicht mehr so ganz angebracht. Fakt ist, dass ich dadurch erst gestern gegen 23:00 erfahren habe, dass ich heute schon um 6:30 Uhr aufstehen muß. Und das an einem Sonntag! OK, ich kriege es hin, und als ich gegen 7:30 im Buffetrestaurant aufschlage, liegt das Schlaraffenland vor mir. Es gibt hier einfach alles, außer: freie Plätze! Die Rentnergang war schneller. Wahrscheinlich sitzen hier sogar diejenigen, die noch schlafen könnten. Das Schlafbedürfnis soll mit steigendem Alter ja sinken. Das kann ich so nicht bestätigen, zumindest meins steigt. Und zwar stetig. Aber ich verplaudere mich. Zurück zum Frühstück. Fünf Etagen tiefer soll es auch welches geben. Das Buffett ist hier zwar kleiner, aber es gibt jede Menge freie Plätze. Und wenn man Spiegeleier möchte, nimmt man sie nicht aus der Warmhaltetheke, sondern bestellt sie beim Kellner, der sie nach kurzer Zeit bringt, ganz frisch gebraten. Ein Bedienrestaurant hat auch seine Vorteile.
Und dann geht es endlich los mit dem Ausflug. Ach so, wo sind wir eigentlich? Die schöne saubere Stadt heißt "Koper" und liegt in Slowenien. Gebucht wurde ein Fahrt im Minibus, aber mini ist nur das Platzangebot auf den immerhin 28 Sitzen. Bei heiterem bis lustigen Wetter geht es in die nahe gelegene Altstadt, wo die einheimische Reiseleiterin diverse Gebäude und Plätze präsentiert, und betont, daß es in ihrem Land mit der Aufsplittung von Jugoslawien seinerzeit keinerlei Zerstörungen gab: die Gebäude blieben erhalten, und auch der Tito-Platz heißt noch immer so. Außerdem lieben die Slowenen Imobilien: 80% der Einwohner besitzen Wohneigentum, viele haben sogar zusätzlich ein Sommerhaus. Es gibt Weinbauern, im kleinen Tourismus (groß geht auch nicht, bei nur 2,5 Mio Einwohnern) und ein bißchen Industrie. Es scheint den Menschen hier ganz gut zu gehen, sie erzeugen Oliven und andere Agrarprodukte sehr viel selbst und nützen - wie immer wieder betont wird - das mediterranische Klima. Nach viel auf und ab erreichen wir den malerischen Fischerort Piran, dessen Name natürlich nichts mit dem bissigen Fisch zu tun hat (der, nebenbei bemerkt, nur im Süßwasser Südamerikas lebt), sondern griechischen Ursprungs ist und "Feuer" bedeuten soll. Warum, weiß man nicht mehr. Vielleicht gab es hier in der Antike einen Leuchtturm mit offenem Feuer. Jedenfalls gibt es hier hübsche Gebäude, einen gut gebuchten Jachthafen, und tolle Kaffeespezialitäten für wenig Geld. Als die ausgetrunken sind, soll noch ein malerisches Dorf besichtigt werden. Wenn malerisch bedeutet halb verfallen, dann sind wir hier richtig. Niemand kann sich erklären, warum das Dorf auf dem Grund eines Tals besichtigt wird, das nur über eine steile, schmale, kurvige und enge Landstraße zu erreichen ist. Bis zum Zeitpunkt der Rückfahrt. In dem Dorf gibt es nämlich keine Wendemöglichkeit für unseren zu groß geratenen Minibus, und er muß ca. 600m bergauf rückwärts fahren. Kein Problem? Falsch, denn es gibt keine moderne Rückfahrkamera, sondern nur die beiden Außenspiegel. So ein bißchen Abenteuer ist also auch bei Artania-Ausflügen möglich.

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