Kennt Ihr nicht (Beides)? Habe ich früher auch nicht. Terceira ist eine der Azoreninseln, und heute steht uns, obwohl windig, durchaus ein Hoch bevor, das aus diversen Wetterberichten bekannte Azorenhoch. Wer Zeit hat und möchte, kann mit einem kostenpflichtigen Shuttlebus bis zu einer zentrumsnahen Haltestelle in Praia da Vitória fahren, und auch wieder zurück. Wer mehr Zeit hat und möchte, kann die ca. 4 km vom Schiff bis in die Stadt auch laufen, und ebenfalls wieder zurück. Man könnte auch eine Strecke laufen und eine fahren, und da das Ticket den ganzen Tag gilt, könnte man auch früh in die Stadt fahren, zum Mittagessen aufs Schiff zurück kehren, und zum Kaffee trinken wieder in die Stadt fahre, wie auch immer, und bevor es albern wird, ist der Bus, in dem ich sitze weil ich Zeit habe und möchte, unterwegs in die Stadt. Landschaftlich sieht es hier so ähnlich aus wie in Irland: ehemals weiße und jetzt verwitterte Häuser, sanfte Hügel, sehr viel Grün und an jeder Ecke ein bis mehrere dunkle Rinder, allesamt frei zugänglich, aber mit Nasenring und Kette vor allzu viel Bewegungsdrang ihrerseits dezent gesichert. An der Haltestelle passiert es dann wieder: Donald, Daisy und Daniel waren auch im Bus, und als ich als einer der letzten aussteige, werde ich mit fröhlichem Winken begrüßt. Diesmal hat Daniel sogar seine Frau dabei und stellt sie mir vor. Aber ich glaube, das war keine gute Idee, denn seitdem darf er wohl nicht mehr weggehen. Zumindest habe ich ihn - falsche Zeit - werde ich ihn mindestens bis Gran Canaria nicht mehr gesehen haben. (Manchmal macht es richtig Spaß, etwas später aufzuschreiben und damit für die Gegenwart den auktorialen Erzählstil verwenden zu können).
Unser aller Wege trennen sich, und jeder für sich geht die mehr oder weniger sanft abwärts führende Fußgänger-Hauptstraße durch das Örtchen. Es geht vorbei an bröselnden Häusern, sehr vielen Banken (nicht Bänken, wirklich Banken), Cafés, Geschäften, manche mit kleinen Grünanlagen davor, sehr kleinen, was ein paar vereinzelte, recht große Hühner nicht davon abhält, sich dort aufzuhalten, vollkommen egal, wie viele Touris vorbei marschieren und Fotos machen. Irgendwann endet der relativ gerade Weg in einer hübschen weitgeschwungener Bucht mit ebensolcher Uferpromenade voller kleiner Lokale. Aber hier müsste man ja portugiesisch sprechen, oder vielleicht englisch, was aber die wenigsten verstehen. Da macht man sich lieber auf den Rückweg zum Bus, auch wenn es jetzt ordentlich bergauf geht, schlimmer als man das bergab empfunden hat. Zum Glück gibt es auf halbem Weg einen kleinen Platz mit Kirche und malerischen Bauzaun - oder was es ein malerischer Platz mit Kirche und Bauzaun, oder ein malerischer Platz mit … egal, auf jeden Fall stehen dort, und nur das ist wichtig, etliche Bänke, die zum Pause machen einladen, was auch reichlich genutzt wird. Was wollte ich Euch eigentlich gerade erzählen? Ach ja, das portugiesische Sprachproblem. Das habe ich ja leider auch, denn trotz eines ernstzunehmenden Versuchs, diese Sprache in der VHS (nein, nicht in der Vidokassette) zu lernen, der kläglich scheitern musste , weil 10 der 11 Mitschüler brasilianische Lebenspartner und entsprechend endlose Vorkenntnisse hatten, - kriege ich den Satz noch zuende? - beschränkt sich mein portugiesisch auf drei Wörter - nein, inzwischen sind es vier, was prozentual eine riesige Steigerung, praktisch aber sinnfrei ist. Ich habe zufällig einen Trick gefunden, mich den Portugiesen verständlich zu machen. Ich hatte also in Lissabon einen Laden betreten, den Leuten mit „bom dia“ (guten Tag) 25% meiner Vokabeln entgegen geschmettert, und „no hablo portugués“ (ich spreche kein portugiesisch) angefügt, allerdings ist das spanisch. Egal, man hat mich verstanden. Kann also weiter helfen. Ansonsten - Hände und Füße haben wir alle, und die Menschen auf den Azoren sind offen und freundlich, ganz besonders zu Touristen, die in ihre Geschäfte kommen.

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