Heute bekomme ich eine Sportmassage, was ja gut zu mir passt (Spässle). Und auch zu meiner Kabine, denn die liegt weit weg von jedem Restaurant, aber nahe an Pool und Spa, auf die Länge des Schiffs gesehen. Ansonsten ist sie weit weg von allem, außer dem Theater vielleicht. Sie liegt auf Deck 6, ist also nahe am Wasser gebaut. Noch weiter unten gibt es noch Kabinen auf Deck 3, aber nur ohne Balkon. Das ist auch besser so, denn die wären bei diesem Wetter sonst im Wasser gebaut.
Ich fahre sportlich mit dem Lift nach oben (6 Decks nicht auf einer schaukelnden Treppe zu überwinden, möge mir gegönnt sein), schwanke durch mehrere Gänge und überwinde eine Art Catwalk, von dem es links und rechts ordentlich abwärts geht, der zum Glück beidseitig Geänder hat und an der Spa-Rezeption endet. Dort übergibt man mich einem kleinen, sehr schlanken, sehr zarten, sehr hübschen, afrikanisch aussehenden Mädchen, das mich während der nächsten Dreiviertelstunde heftig durchknetet. Sie macht das sehr gut, aber ganz ehrlich, ich möchte nicht auf ihrem Tisch liegen, wenn die mal richtig böse wird…
Danach geht es zu einem späten Frühstück, zumindest wäre das der Plan gewesen. Problem: das Schiff ist voll von Menschen, die meiner Generation über Jahrzehnte blödsinnigerweise beigebracht haben, dass Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, und man das dementsprechend zu zelebrieren hat. Infolgedessen sind alle Frühstücksrestaurants noch immer voll gestopft mit emsig Nahrung in großen Mengen aufnehmenden Rentnern. Egal, Erholung ist mir erst einmal wichtiger als Kalorien. Sollte ich vielleicht öfter so handhaben.
Wie vom Captain versprochen, empfängt uns die Biskaya zwischenzeitlich mit der einen oder anderen Welle, was zur Folge hat, dass Kotztüten ausgehängt werden und es mittags im Hauptrestaurant nicht ganz so wimmelt wie sonst an Seetagen. Und es wird schlimmer, also der Seegang, nicht gleich, aber allmählich. Den Nachmittag und Abend verbringe ich in ständig wechselnder angenehmer Gesellschaft in verschiedenen Bars, die alle gut besucht sind. Eigentlich zu gut, denn aufgrund der feuchtfröhlichen Wetterlage mit heftigen frischen Winden hat man die reichhaltige Außengastronomie derzeit geschlossen. Sicher ist sicher.
Zugegeben - über Nacht wird es deutlich heftiger mit dem Seegang. Aber weit weg von Sturm. Und niemand wird seekrank. Dachte ich zumindest.
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