Montenegro ist eigentlich gar nicht so weit weg, also rein geographisch, aber wenn man dann tatsächlich hin will, dann fühlt man sich wie ein Schauspieler beim Filmdreh. Das ist nämlich auch oft mehr warten als dass es voran geht.
Ich warte heute auf das Taxi - nein, das kommt gleich - aber auf den verspäteten Zug, daraufhin in München auf die S-Bahn, gar nicht beim gut organisierten check-in der Lufthansa, dafür dann zwei Stunden bis ich ins Flugzeug nach Dubrovnik darf, das liegt zwar in Kroatien, aber anders geht es nicht. Der Flug selbst dauert nur eine Stunde, und dan warte ich eine ganze Weile auf das Gepäck. Als ich dann endlich aus dem Flughafen komme, also, wartet dort ein TUI-Mitarbeiter. Den Bartstoppeln nach auch schon länger, und zwar auf mich, ausschließlich. Nein, ich habe mir keinen Privattranfer geleistet. Ich bin nur der einzige, der nach Montenegro will. dS macht mich nachdenklich. Aber egal, erst einmal abwarten.
Die Fahrt geht heraus aus Dubrovnik, durch Täler voller Zypressen, die Küste entlang, bis zu einer kleinen Grenzstation, dessen Posten sich noch nicht einmal die Mühe macht, einen einzigen Blick ins innere des abgedunkelten Busses zu werfen, sondern nur den vom Fahrer heraus gereichten Pass abstempelt und zurück gibt. Hauptsache Pass, und wenn er von Tante Eulalie stammt. Nach einer Stunde überqueren wir die Meerenge von Kotor per Fähre, um dann nach einer weiteren Stunde voller spektakuärer Fahrteindrücke - zunächst über enge Serpentinenstraßen, danach an der abendlichen Steilküste - das gebuchte Hotel in Petrovac zu erreichen. Es ist wirklich da, auch wenn man es wegen einer Baustelle nicht sieht. Der Kleinbus rollt in eine Art Tiefgarage, in der es neben einem Hinweisschild auf das Hotel sogar einen roten Teppich gibt und einen Angestellten, der sich um meinen Koffer kümmert. Und wenn Ihr wissen wollt, was mich hinter den Betonwänden erwartet hat, müsst Ihr leider bis zum nächstenmal warten.
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