Man kann ja lange im Hotel sitzen und vorgeben, an einem Drehbuch zu arbeiten. Irgendwann zieht es einen doch nach draußen. Nicht nur die Neugierde ist es, nein, auch das eine oder andere Souvenir muß noch gekauft werden. Ob dafür der späte Sonntag vormittag der richtige Zeitpunkt ist, sei dahin gestellt. Der in der Hotelhalle auf russisch ausliegende Plan, sagt mir - trotz oberflächlicher Kenntnis der kyrillischen Schrift - erst einmal gar nichts. Doch Versuch macht klug - oder auch nicht, denn die Rückseite zeigt nicht nur Petrovac (der kleine Ort, in dem ich seit ein paar Tagen hause), sondern ganz Montenegro auf kyrillisch. Noch ein Versuch - es gibt die Karte auch auf englisch. Und da finde ich einen Supermarkt, ganz am anderen Ende der halbrunden Bucht. (Mein Hotel steht ganz an dem einen Ende), aber da Petrovac so "groß" ist, schaft die Strecke selbst ein Langsamläufer wie ich in maximal 20 Minuten. Auf dem Weg dorthin, immer die Strandpromenade entlang, die direkt an den extrem schmalen Kiesstrand anschließt, wo die Leute Nummern ziehen, um sich mal hinlegen zu können (ok, ist ein bißchen übertrieben. Stellt Euch das ohne Nummern vor) wechseln sich Imbißbuden, Souvenirshops, Minimärkte und schöne Restaurants mit nur einem "t", mit kleineren Hotels und Pensionen ab, und überall flanieren Leute, zu zweit, zu dritt, Pärchen, Familien, in sehr entspannter Atmosphäre, bei strahlendem Sonnenschein und sanfter Meeresbrise.
Wie schon angedeutet, habe ich das Ende der Bucht problemlos erreicht. Ich mach die beiden einzigen Fotos auf dieser Reise, nämlich vom Hotel, sagen wir, ich versuche es, weil die Bäume stehen ziehmlich hoch. Vielleicht werde ich etwas photoshoppen müssen.
Nützt nicht viel, deswegen nur kurz: das Hotel, obwohl es aussieht wie 3.Reihe, liegt mit dem Garten direkt am Meer.
Nach einer guten Stunde bin ich wieder dort und habe auch alles bekommen, was ich wollte - unterwegs, in den kleinen Läden. Ob der Supermarkt auch offen hatte, weiß ich nicht. Ich habe ihn nämlich leider nicht gefunden.
Ach ja, Restaurant mit einem "t", das muss ich noch thematisieren (was für ein Wortspiel, zumindest, wenn man es laut liest). Also: was würdet Ihr Euch denken (falls überhaupt) wenn die Leuchtschrift eines Restaurants nur ein "Restauran" anpreist? Klar, ist die Leuchtschrift ausgefallen. Und wenn das "t" bei Tageslicht immer noch fehlt? Macht keinen guten Eindruck. Aber wenn sich das häuft? Genau, dann ist es richtig. Montenegro hat sich hier über die international übliche Schreibweise tatsächlich hinweg gesetzt.
Wie es schmeckt, erzähle ich Euch morgen, so wie noch vieles andere zum Thema "Information"

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