Dienstag, 2. Dezember 2014

Europa 2

Heute hat das Schiff an einer Insel festgemacht, deren Namen mit einem herzhaften Gähnen beginnt: "Guuuaaaaaaa....", den Rest könnt Ihr Euch denken: wir sind auf Guadeloupe, oder kreolisch auch: Gwadeloup. Ebenso wie Martinique ist diese Insel Bestandteil Frankreichs, EU-Mitglied und damit Euroland. Und so wie immer ist das Wetter schwülwarm mit viel Sonne und ganz selten mal ein paar Regentropfen, oder, wie man hier sagt, flüssiger Sonnenschein. Der Hafen ist hier kleiner, die Straßen sind ordentlich beschildert, und so spart man sich die wegweisenden Mädchen, die wir von Martinique her kennen.
Folgt man den Wegweisern, und passt man auf, wohin man tritt (das sollte man eigentlich immer, ganz besonders in der Karibik, denn die lassen auch mal einen Gulli auf, einfach so), dann kommt man nach einer Viertelstunde auf einen wundervoll duftenden Markt voller Gewürze und Honigspezialitäten. Dieser Markt ist umgeben von mehr oder weniger vertrauenswürdig aussehenden Kneipen, Bars und Souvenirläden. Dem am wenigsten baufällig aussehenden Laden der letzten Kategorie nähere mich vorsichtig, gehe rein, und werde auf Französisch nach meinen Wünschen gefragt. Ich erzähle ihm, das ich leider kein Französisch spreche, nur englisch und deutsch (draußen steht, daß sie das auch können. Hoffentlich ist das Schild nicht noch vom alten Pächter). Der junge Mann ist etwas irritiert, weil ich ihm bisher noch alles auf französisch erzählen konnte, holt mit aber dann doch lieber eine englischsprachige Kollegin, die mit freundlich weiterhilft, und ich meinen Einkauf bald beenden kann.
Mittags auf dem Schiff ist das Restaurant so leer, daß ich erst einmal nachfrage, ob ich zu früh dran bin. bin ich aber gar nicht, sondern die anderen Gäste eher zu spät. Eigentlich kommen auch fast keine mehr, und so genieße ich mein Mittagessen neben dem größten unserer vielen Weihnachtsbäume an Bord, der inzwischen Gesellschaft bekommen hat von einem wirklich großen Lebkuchenhaus, an dessen beiden Seiten man jederzeit einen riesigen Teller voller Plätzchen zur freien Verfügung vorfindet, aber nur mit Zange nehmen, wegen der Hygiene. Im Büffettrestaurant steht auch so eins, und das in der Naschbar bietet jetzt ebenfalls Plätzchen an. Wenigstens spielen sie Latinomusik. Sonst kriegt man in dem gut klimatisierten Restaurant wirklich noch Weihnachtsgefühle.

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