Heute hat das Schiff Geburtstag. Bestimmt ist es ganz aufgeregt, denn es schaukelt schon die ganze Nacht von links nach rechts, was durchaus unterstützend wirken kann, wenn man sich im Bett umdrehen möchte. Es ist aber etwas hinderlich, wenn man von einer Seite des Schiffs zur anderen geht, denn man hat immer drei Schritte bergauf und dann sofort zwei bergab, oder umgekehrt. Ein Schiff bewegt sich leider nicht so regelmäßig wie eine Schaukel, sondern so, wie die Wellen eben gerade kommen. Die meisten Leute stört es nicht, aber manche habe sich ein paar von den ausliegenden Spucktüten mitgenommen.
Aber zurück zum aktuellen Anlaß: die Mein Schiff 1 feiert heute ihren 4. Geburtstag, obwohl sie eigentlich schon 17 und im besten Teenageralter ist. Damals wurde Sie als "Celebrity Galaxy" gebaut und getauft, und war bei Indienststellung das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Dann hat man Sie 2009 umgebaut und neu getauft auf den Namen "Mein Schiff". Das feiern wir heute. Seit Ende 2010 heißt sie Mein Schiff 1, was wir aber nicht feiern. Das hatte nämlich nur kosmetische Gründe, weil sie eine jüngere Schwester bekommen hat, die Mein Schiff 2. Oder vielleicht wiederbekommen hat, denn die jüngere hieß ursprünglich "Celebrity Mercury" und war auch da schon die jüngere Schwester. Es gibt auch noch ein "Sandwichkind", dessen Name mir aber entfallen und dessen Verbleib mir nicht bekannt ist.
Genug verwirrt? Dann zurück zu den Feierlichkeiten. Ich weiß nicht, was man einem Schiff schenken könnte, außer vielleicht Bewunderung oder Aufmerksamkeit. Die Crew hat ihm jedenfalls eine große Torte gebacken, der Capatain und die Taufpatin Ina Müller haben sie angeschnitten, und da Schiffe keine Torte essen, hat man sie an die Passagiere verteilt, und die Reste an die Crew. Einen Riesenauftrieb war das, mit mindestens 1000 Passagieren wo 500 hinpassen, ein Hauen, Treten und Kratzen um die besten Plätze, wo es gar keine guten gab, und nach 10 Minuten war alles vorbei. So richtig gut sehen konnte Ina, die selbst nicht die größte sein soll, wohl kaum jemand.
Abends das gleiche Bild: Für das Konzert um 21:30 stehen die ersten Leute schon zwei Stunden vorher Schlange, ein Hype wie bei einem Popstar. Von Siebzig- bis Achtzigjährigen habe ich das nicht erwartet. Mit dem sicheren Wissen, daß das Theater nur die Hälfte der Passagiere fasst, beschließe ich, mich nicht an der Schlacht der Stöcke und Rolatoren zu beteiligen, was am nächsten Tag prompt belohnt wird: auch wenn Ina das Schiff bereits verlassen hat, und ihr Pianist wohl schon schläft, gibt es mit dem Rest der Band gemeinsames Trinken und ein privates Foto:
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