Heute ist Seetag. Das ist so ein Tag, wo man normalerweise früh aufsteht, den Vorhang öffnet, und das Meer sieht. Mehr aber auch nicht. Heute ist das anders. Wir haben ein Begleitschiff, das in mehr oder weniger respektvollem Abstand neben uns her fährt:
Keine geringere als die QM2 durchpflügt im hellen Sonnenschein das etwas aufgewühlte Meer. Im Augenblick fahren wir den gleichen Kurs. Dann habe ich einen Massagetermin. Die Masseurin fühlt sich nicht besonders. Als sie mich fragt, ob mir die Schiffsbewegungen etwas ausmachen, und ich das verneine, meint sie nur kleinlaut, ihr schon. Ich verkneife mir die Frage, warum sie dann auf einem Schiff arbeitet. Massieren kann sie jedenfalls. Wir haben herrlichen Sonnenschein, üppige 9 Grad Celsius und ein steife Brise. Die Offiziersbegrüßung wurde ins Theater verlegt, das Vormittagsbuffet ins Restaurant, und meine Lieblingsbar hat zu. Jetzt sieht niemand mehr, was der Pool für schöne Wellen macht, außer dem Koch an der Grilltheke. Und gerade haben sie überall Spuktüten aufgehängt. Ich weiß auch nicht, warum. Obwohl, geradeaus gehen kann man auf dem Schiff inzwischen nicht mehr. Alle laufen in Schlangenlinien, auch die Nüchternen.
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