Sonntag, 23. November 2014

Sonniges Holland

Pünktlich wie gewohnt ist das Schiff auf Curaçao angekommen, das Wetter ist schön, die Häuser bunt, und alle gut gelaunt. Mir ist schlecht und der Kopf tut weh, denn gestern habe ich mit Martina und Milan von der Schiffsband Wiedersehen gefeiert.
Trotzdem spiele ich den Wachen, und stürme in den Ausflugssammelraum mit einem lautstarken "guten Morgen". Das hätte ich besser gelassen, denn die schon anwesenden 20-30 Leute antworten zu meiner Überraschung genauso lautstark. Mein armer Kopf!
Auf der Insel selbst ist es ordentlich warm, aber der Bus modern und gut klimatisiert. Es ist Sonntag, und kaum jemand unterwegs. Ein rasterhaariges junges Mädchen fährt den Bus, und eine holländische Mutti um die sechzig erklärt alles. Sprachlich klingt sie tatsächlich wie Kees van de Stang, nur daß der nicht auch noch komplette holländische Sätze einfügt.
In der Likörfabrik lernen wir, daß nur der orangefarbene Curaçao-Likör original ist, gefärbt mit der Schale einer äußerst bitteren Orange, die es nur hier gibt. Den dürfen wir auch probieren, ebenso welchen mit Schokolade-, Kaffee- und Erdbeergeschmack. Die bei uns bekannten Färbungen in blau, rot und was auch immer, wurden - im Gegensatz zu Camapari in früheren Zeiten - noch nie aus ekligen Tierprodukten, sondern schon immer mit leckeren Chemiefarben erzeugt.
Entlang an teilweise sehr schönen bunten Häusern und derzeit viel grün (das ist nicht immer so) geht es zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man die Nachbarinsel Bonaire und manchmal auch Venezuela sehen kann, und dann in die Stadt Willemstadt, wo es die weltweit einzige Schwimmbrücke für Seeschiffe gibt. Wir besuchen die schwimmenden Märkte, die die Insel traditionell mit Fisch, Obst und Gemüse direkt von den venezolanischen Erzeugern versorgen, und zum Schluß sehen wir ein kleines unscheinbares Marinemuseum, das jeden Besucher mit einem holländischen Spekulatiusplätzchen und einem Glas selbstgemachter Zitronenlimonade begrüßt. Der eigentliche Grund, hierher zu kommen, ist aber eine gut gemachte maritime Historie Curaçaos vom 12. Jahrhundert bis heute. Als Sahnehäubchen präsentieren sie sogar Originalseekarten von Christoph Kolumbus.

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