Heute ist das Schiff am südlichsten Punkt seiner Reise angekommen, was man deutlich an der schwülen Hitze merkt. Beim letzten Besuch, vor zwei Wochen, soll es den ganzen Tag geregnet haben. Da frage ich mich: was ist besser, und wo sind wir hier überhaupt?
Die zweite Frage kann ich beantworten: Wir sind auf Tobago, das ist die noch kleinere Hälfte des kleinen Zwei-Inselstaates Trinidad & Tobago. wir haben an der Hauptstadt Scarborough angedockt, oder fast schon mittendrin, und müssen uns heute nicht über lange Wege beklagen. Höchstens über unebene, bergige, wenig zielführende, denn hier gibt es außer buntem Chaos nichts zu sehen. Auch nichts zu kaufen, denn die meisten Läden werden entweder gerade renoviert oder haben noch zu. Ok, zurück in den Hafen. Hier gibt es alles, was ich will, und dann zurück aufs Schiff, wo es gekühlte Räume und klimatisierte Getränke gibt, oder umgekehrt, was für eine Hitze!
Aber auch heute wird es Irgendwann Zeit zum auslaufen, der Captain hält für die morgen abreisenden seine "letzter-Abend-Rede", verwechselt bei der anschließenden Kurserklärung mehrfach sowohl Backbord und Steuerbord als auch ost und west. Ja, und als er dann noch erzählt, daß der Lotse auf der Pier zurück bleibt, und den mit dem Captain vorher besprochenen Kurs von da aus beobachten will, habe ich sofort Kopfkino: ein Rasta mit Häkelmütze und langen Dreadlocks sitzt auf einem Klappstühlchen auf der Pier, eine Rumflasche in der Hand, und sieht unserem Schiff hinterher, so gerade es geht. Daneben noch ein Klappstühlchen und eine weitere Rumflasche, beide leer. Dort hatte unser Captain gesessen. Close-up auf den Rasta-Lotsen, der trotz der Dunkelheit seine Augen mit der Hand beschattet und dem Schiff sehr relaxt hinterher ruft: "Ey Mann, fahr rechts - rechts - mehr rechts...nein, anderes rechts, Bruder!
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