Es ist dann doch alles gut gegangen, und wir liegen seit den frühen Morgenstunden fest vertäut in Georgetown. Das ist der Tiefsee- und Containerhafen von Barbados, und dementsprechend malerisch ist unser Liegeplatz. Bis tief in die Nacht karren hier hier mehrere seltsame achträdrige Gefährte große und kleine Container von A nach B und manchmal auch nach C, und das unter entsprechender Lärmentwicklung. Es ist halt nicht überall so still wie auf Tobago, obwohl, da gab es jede Menge Autohupen und den ganzen Nachmittag eine lautstarke Steelband, ey Mann, habe ich vergessen zu erwähnen.
Barbados - das ist eine von den wirklich reichen Inseln der Karibik, auch wenn man das dem Shuttlebus, der die Passagiere vom Schiff zum Hafenausgang bringt, nicht wirklich ansieht. Im gut klimatisierten Hafengebäude dagegen drängt sich alles an Geschäften, was gut und teuer ist. Barbados ist Duty-Free-Zone, und gegen vorzeigen seiner Bordkarte darf man hier entsprechend zollfrei einkaufen, was den Einheimischen verwehrt ist. Rein könnten die nämlich auch ins Hafengebäude, es wird nur kontrolliert, wer mit einer großen Tasche rauskommt. Oder, wer auf ein Schiff will. Aber das wiederum nicht von den Behörden. Aber ich verplaudere mich.
Beim Erreichen des Hafenausgangs wird der Bus gegen einen etwas moderneren getauscht, der nicht ganz ausreicht, also, an den ohnehin etwas zu kleinen Sitzplätzen. Aber kein Problem, karibische Busse haben auch noch Notsitze, die man in den Mittelgang hinein klappen kann. Funktioniert prima, jedenfalls dann, wenn alle das gleiche Ziel haben, wie in unserem Fall die nahegelegene U-Boot-Station "Atlantis". Naja, wenigstens nicht "Titanic".
Das Geschäft mit U-Bootfahrten schein gut zu laufen, sie haben aktuell 4 Stück, und das größte, mit 48 Passagierplätzen, wartet schon auf uns. Allerdings vor dem Hafen, ein sehr großes Motorboot bringt uns hin. Dort wird schaukelig übergestiegen, und über eine Leiter hinunter in das U-Boot, wo man in zwei Reihen, Rücken an Rücken, sitzt, und jeder hat ein rundes Panoramafenster vor sich. Dann geht es los: die Sicht ist relativ trüb am Anfang, später besser, und aufgrund des hellen Sonnenscheins ist es auch in 50m Tiefe noch einigermaßen hell. Man sieht einzelne Fische, größere und kleinere, manchmal Rochen, und einmal eine Schildkröte. Wir durchqueren einen ganzen Fischschwarm, und manche Fische sind so gewöhnt an unser seltsames, nahezu geräuschloses Gefährt, daß sie neugierig ins Fenster reinschauen, ohne Scheu. Haie und ähnliche große Tiere gibt es nicht zu sehen, das größte anwesende Lebewesen ist der fast zwei Meter große Captain, der nach der interessanten Tauchfahrt wieder am Motorboot andockt, wo schon die nächste Gruppe wartet. Wie gesagt, U-Boot-Touren verkaufen sich gut.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen