Sonntag, 28. Oktober 2018

Lange Reise

Eigentlich ist es gar nicht so weit von Nürnberg nach Genua, wo das Schiff auf seine Gäste lauert. Würde man beispielsweise an einem schönen Sonntag wie heute, gut ausgeschlafen, da mit einstündiger Nachtverlängerung zur Winterzeit hin, früh um sieben in ein Auto steigen und nicht allzu viele Pausen machen, könnte man mit Glück gegen sechzehn Uhr in Genua sein. Fliegen geht natürlich schneller.

Ich steige also gegen sieben Uhr morgens in ein Auto, so eins mit einem gelben Schild auf dem Dach, und mache zwanzig Minuten später die erste Kaffepause auf dem Flughafen NUE. Der liegt zwar in der falschen Richtung, aber wer wird denn schon kleinlich sein. Nach langer Pause und zwanzig Minuten Flug erreiche ich den Flughafen MUC gegen 10.00 Uhr. Mit dem Auto könnte man in der Zeit schon das Land verlassen haben. Das mache ich jetzt mit einem weiteren Flugzeug, nicht gleich, irgendwann, und nach einem vierzigminütigen Flughopser, erreicht es Mailand. Hier treffen wir das fiktive Auto vom Anfang ungefähr wieder. Während das ungehindert weiter fährt, warten wir Fluggäste auf die Koffer, werden von Mitarbeitern des Reiseveranstalters durch den riesigen Flughafen getrieben. Da viele Gäste eher schwergängig sind, was sie nicht daran hindert, riesige Koffer hinter sich her zu zerren, dauert der Auftrieb seine Zeit. Dass der Bustreffpunkt von einer Baustelle blockiert wird und damit nur über einen Umweg erreichbar ist, beschleunigt den Rentnerauftrieb auch nicht gerade. Aber schließlich sind alle da, etwas später auch die Busse. Es liegen noch zwei Stunden Busfahrt vor uns, durch Stadt und Land, Ebenen und Serpentinen, vorbei an einer kaputten Brücke, und die "übersichtlichen" Hafenanlagen. Als die drei Stunden vorbei sind und das Schiff zwischen all den sehr viel größeren gefunden wurde, steht unser fiktives Auto schon eine Stunde auf einem fiktiven Hafenparkplatz, wahrscheinlich fiktiv nicht lange. So viel zum Thema "Fliegen ist schneller". Nähern wir uns der "Grand Lady", wie die "Artania" im Fernsehen immer genannt wird. Am Eingang steht wie immer der diensthabende Kreuzfahrtdirektor, diesmal Klaus Gruschka, und begrüsst jeden Gast mit den Worten "willkommen zuhause". Alles ganz normal, nur dass ihm diesmal eine große Kamera dabei zusieht. Das geht ja gut los. Eine Ecke weiter gibt es ein Glas Sekt, und fünf Minuten später stehe ich zum ersten Mal auf der großen Artania Showbühne. Nein, Ihr habt nichts verpasst. Auf die Bühne muss jeder, denn da gibt es heute die Bordkarten und die Kabinenschlüssel. Danach wird jeder Gast von einem Kabinensteward persönlich zu seiner Kabine geführt. Warum in dem Briefkasten davor (jeder hat einen persönlichen Briefkasten) erst ein Plan für den nächsten Tag liegt, und später ein zweiter, anderer, das erzähle ich Euch morgen. Jetzt fährt das Schiff erst einmal los und besucht in den kommenden siebzehn Tagen sieben Länder: Frankreich, Spanien, Italien, Malta, Griechenland, Montenegro und Kroatien.






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