Montag, 19. März 2012

Schau(kel)tag



Also ehrlich, obwohl ein alter Seebär (hihi) mag ich diese Tage auf See nicht besonders. Kaum schläft man mal aus, sind die ganzen Restaurants frühstücksseitig schon geschlossen, oder, noch schlimmer, völlig überfüllt. Heute ist wieder so ein Tag. Aber gut. Während ich blogge, rollt das Schiff bei Windstärke 4-5 (das sind Wellen von 3 m Höhe) durch den Atlantik. Überall haben sie Kotztüten verteilt, neben meinem Computer hier liegt auch eine. Rollen bedeutet übrigens nicht, daß das Schiff wie auf Schienen fährt, ganz im Gegenteil. Es sind nicht unbedeutende Bewegungen zwischen Back- und Steuerbord, so als ob das Schiff schunkelt, allerdings nicht im Takt. Den meisten Leuten macht es nichts aus, nur wirken alle irgendwie volltrunken, wenn sie über die Decks torkeln. Ich habe heute vormittag einen Termin im Wohlfühletablissement gebucht, und wenn ich den Anfang erzähle, werden zumindest die wenigen, die schon tiefer in die Story von "Wrong World" eindringen konnten, wahrscheinlich grinsen: Die Tür des Wartezimmers geht auf, eine zarte Blondine mit dem Händedruck eines Bergarbeiters begrüßt mich mit den Worten: "Hallo, ich bin Jaqueline! Sie hatten eine Ganzkörpermassage gebucht?". Und das ganze noch mit holländischem Akzent...
Dann fragt sie mich, ob ich die Schaukelei gut vertrage. Tue ich, aber ich habe den Eindruck,, daß sie etwas blass um die Nase ist. OK, sie macht ihre Sache sehr gut. Ich hoffe nur, daß mich bei meinem nächsten Besuch keine Chantal begrüßt, denn dann wäre es mit meiner Contenance entgültig vorbei.
Der nächste Termin an diesem Tag ist das Barbeque auf dem vom übergeschwappten Pool etwas feucht gewordene Deck, aber den lasse ich aus. Der Captain hat geladen, zu einem exklusiven Empfang für die "Wiederholungstäter". Vom letzten Mal weiß ich, daß das eine eher öde und überfüllte Veranstaltung ist, darum gehe ich nur hin, bis ich ein Foto vom Captain (das ist der Jungspund mit dem Mikrofon) im Kasten habe, dann gehe ich wieder.
Nach dem Mittagsschlaf gibt es Abendessen, dann eine Musicalshow (die "Laienspielgruppe" von 2009 hat sich zu einer sehenswerten Showtruppe weiterentwickelt), und außerdem hatte ich dem musikalischen Japaner versprochen, mal ins Theater zu kommen. Danach treiben wir die Band in der TUI-Bar durch frenetischen Applaus für durchschnittliche Darbietungen so lange zum Wahnsinn, bis auf der Bühne mehr Leute sind als im Publikum. So endet ein dann doch noch gelungener Tag auf See. Morgen besuchen wir Teneriffa.

2 Kommentare:

  1. Hallo Capain Spareribs, lesen täglich deinen Blog. Und warten auf Neuigkeiten.

    Viel Spaß beim Feiern.
    Gruß
    HaJo und Kerstin

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  2. Paß nur auf, daß Jaqueline und Chantal (falls es sie gibt) Dich nicht mit einem gewissen Kees van der Stang verwechseln, hihi.

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