Sonntag, 25. März 2012
Durchblick?
Seit vier Uhr Morgens führt unser Captain das dreistündige, sehr beliebte Werk "Solo für Nebelhorn in tut-moll" auf. (Ist eigentlich gar nicht so sehr laut, aber ich musste ja inbedingt eine Kabine knapp unter dem Schornstein haben.) Dann hat er offensichtlich den Hafen getroffen, jedenfalls bewegt sich das Schiff nicht mehr. Fröhlich und gut ausgeruht stürme ich auf meine Veranda und genieße die Aussicht. Allerdings - das Einzige, was aus dem Einheitsbrei von österreichischer Kriegsflagge hervorsticht, ist ein riesiger, rostig-gelber Kranhaken, der nur ein paar Meter vor meiner Nase hin- und herschaukelt. Aha, wir liegen also wieder einmal in einem Industriehafen, aber gnädigerweise sieht man ihn nicht wirklich. Manchmal kann man tief unten schemenhaft die bunten Ausflugsbusse erkennen, die auf ihre Fahrgäste warten. Allerdings nicht auf mich, denn ich freue mich auf einen ruhigen Tag an Bord. Leider sind die Seepferde der gleichen Meinung, aber wenigstens sitzen die nicht an der Bar, und auch nicht im Hauptrestaurant, wo ich einen Platz an den großen Aussichtsfenstern am Heck ergattert habe. Schade nur, daß auch da die oben genannten Flaggen davor hängen.
Am späten Nachmittag wird es dann ganz dramatisch: aus dem dichten Nebel tauchen urplötzlich die Lichter und schemenhaften Umrisse eines riesigen weißen Schiffes auf: Unbemerkt und ganz ohne Nebelhorn taucht sie auf, die riesige Bedrohung, vor der sich jeder gefürchtet hat ... (oh, Edgar Wallace wäre stolz auf mich, oder?) ... und da ist sie, die gelbschornsteinige Gefahr, kein Zweifel, sie ist es wirklich: die COSTA..., nein, nicht die, sondern die COSTA PACIFICA hat sich unbemerkt in den Hafen geschlichen. Spaziergänger behaupten allerdings, die läge schon den ganzen Tag da...
Kurz vor dem Auslaufen hat sich der Nebel dann doch noch verzogen, und man hatte eine wunderbare Sicht auf - weiß ich auch nicht so wirklich, denn inzwischen ist es stockfinster.
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