5 Uhr Morgens singt mir mein Handy fröhliche Lieder vor (wer könnte das sonst noch), es ist dunkel, aber was so ein richtiger Formel-1-Fan ist...
Allerdings, das public viewing auf dem Achterdeck verkneife ich mir. (Alle anderen auch, wie ich später gehört habe). Im Bett ist es doch gemütlicher.
Zwischenzeitlich betreibt der Captain in Agadir Rückwärtseinparken für sehr Fortgeschrittene. Immerhin ist unser Schiff m her als 260m lang, das braucht doch einen gewissen Überblick. Und dann geht es los: Sämtliche (immerhin 1900) Gäste werden nach ihren Buchungen aufgeteilt und von Bord geschleust. Bei mir geht es per Bus zunächst auf die Kasba in Agadir, das sind gigantische Überreste einer völlig zerstörten Stadt, nach einem gigantischen Erdbeben anfang der 60er Jahre. Abgesehen von der Aussicht ist es da nicht so toll, kaum hat man den Bus verlassen, hängt einem eine Schlange um den Hals, ein Lamm in Arm, silberne Armreife am anderen, und man selbst sitzt auf einem Kamel. Es ist halt so, wie man sich marokkanische Händler vorstellt: Hektisch und aufdringlich. Der nächste Fotostop läßt uns eine große Moschee von außen fotografieren, hinein darf man nicht, das ist in Marokko allgemein so, wenn man kein Moslem ist. Und wenn man es dürfte, dann Männer und Frauen nacheinander (dazwischen können Stunden liegen), nicht sehr praktisch für einen Ausflug. Un der endet damit, daß man uns auf der (zugegebenermaßen sehr schönen und gepflegten) Strandpromenade aussetzt, und nach einer Stunde wieder einsammelt. Da heute Sonntag ist, haben aber fast alle Geschäfte zu, was die Stunde länger macht als sie ist.
Nachmittags wird es spannend: Kamelreiten ist angesagt, unter der Leitung von keinem geringeren als dem musikalischen Leiter des Schiffstheates. Da er aber Japaner ist, kriegt das mit seinem Namen niemand hin. Macht nichts, er spricht deutsch mit schweizer Akzent.
Ein Bus bringt uns in die marokkanische Pampa, wo sie schon auf uns warten: Eine Kreuzung zwischen Dromedar und Motorrad. Jedes Tier hat nämlich auf seinen Höcker geschnallt einen Doppelsitz (hintereinander) und vorne eine Art Lenkstange zum festhalten. Das ist auch nötig. Mein Kamel heißt "Capuccino" und hat Glück, weil es nur mich tragen muß. Es hat aber trotzdem nicht viel Lust und steht auch schon einmal auf, bevor man darauf sitzt. Die Kamele werden aneinander gehängt, und los geht die afrikanische Eisenbahn. Capucino hoppelt mehr, als daß er schaukelt, aber alles geht gut und der Ritt von 1 1/2 Stunden durch Parks und auch über Straßen macht Spaß. Lustig ist: da ein Dromedar sehr hoch ist, kann man allen Leuten in die Gärten gucken.
Am Schluß gibts eine marokkanische Teezeremonie mit Obst und Süßigkeiten, und wer möchte kann sogar noch gratis auf einem Esel reiten. Was will man mehr!
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War bei dem Kameloped der Auspuff seitlich oder mehr so hinten?
AntwortenLöschenHallo Andre, ist ja lustig was Du so alles erlebst, wir sind ganz traurig das wir nicht dabei sein können! Aber irgendwann hoffen wird das es mal klappt das wir zusammen mit Dir auf Mein Schiff gehen können! Laß es Dir gut gehen und wir sind schon gespannt was Du noch alles berichten wirst! LG Doris und Markus
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