Montag, 4. Dezember 2023

Das letzte Land

Heute besuche ich das letzte von vielen Ländern auf meiner langen Reise: Das Miniatur Wunderland. Da freue ich mich schon sehr lange drauf, besonders, weil es im Frühling nicht geklappt hatte.

Den Weg dahin kann man mit der gleichen U-Bahn zurücklegen wie gestern, man müsste nur früher aussteigen und etwas weiter laufen als zum HRC. Muss man aber nicht. Vor dem Hotel langweilen sich gerade ein paar Taxis, und angesichts der Kälte und einsetzendem Schneefall nehme ich eins. Angenehme Überraschung: Taxis in Hamburg sind deutlich günstiger als beispielsweise in Hamburg, wenngleich nicht ganz so günstig wie in Lissabon. Aber das liegt ja auch in Portugal, wo fast alles etwas günstiger ist. Und dann ist es erreicht, mitten in der Speicherstadt: Das Miniatur Wunderland!

Ich habe eine Führung hinter den Kulissen gebucht um 9:30 Uhr, und in der Beschreibung stand, man soll eine Dreiviertelstunde vorher da sein. Was sie nicht geschrieben haben ist dass sie den Eingang meinen, denn man braucht ja erst noch ein richtiges Ticket (wenn man, so wie ich, reserviert hat muss man dazu die Reservierung erst einlesen lassen), und auch innerhalb des Wunderlands sind etliche Schritte zu gehen, bis man am Desk der Tourguides ankommt, nachdem man vorher noch durch das Bistro muss, hinter dem Schließfächer für Taschen und Jacken sind. Deshalb bin ich schon um 8:30 Uhr da, und schnattere im zugigen (schönes Wortspiel) Treppenhaus erst einmal eine halbe Stunde, bis ich zu den Zügen darf. Immerhin ist die Aussicht schön, trotz des Wetters.
Doch dann bin ich endlich drin. Es ist zunächst so ganz anders, als ich es vom Fernsehen kenne, also nicht die Exponate, sondern die Leute davor. Die sind nämlich kaum vorhanden, und das bleibt auch noch längere Zeit so. Fast stoße ich mit Gerrit, einem der Inhaber, zusammen, der mir ein freundliches "Hallo!" zuruft, und dann in der noch immer deckenhoch eingezäunten Miniaturwelt von Monaco verschwindet. Leider fahren heute keinenFormel-1 Autos, jedenfalls nicht, so lange ich da bin. Aber egal, es ist auch sonst mega-toll.

Und dann erst die Führung: In Gruppen von maximal sechs Leuten (wir sind sogar nur drei, also die absolute Minimalzahl) bekommt man zu sehen: riesige Schattenbahnhöfe, den Ätna von unten, den Flughafen mit seinen beiden Wolkenliften von hinten, die Ladestation der selbstfahrenden Autos, verglaste Kabelkanäle in denen Züge fahren über den Gästen, verglaste Treppenstufen, ebenfalls mit fahrenden Zügen unter den Gästen, Südfrankreich von hinten, und die Schweiz von unten. An einer Stelle, unweit dem Matterhorn, das immerhin fast 6m (!) hoch ist und sich über zwei Etagen zieht, läuft eine Besucherbrücke, bereits in der oberen Etage. Von da aus hat man einen großartigen Blick auf die ganze Schweiz. Und, ganz am Fuß des Matterhorns, gibt es eine von vielen kleinen Wartungsklappen. Unser Guide sagt uns, wir sollen lächeln und winken. Dann öffnet sie die Klappe, ich bin der erste, der sie benutzen darf. Wie riesig das Matterhorn von hier aus wirkt, wie groß die künstlichen Leute auf der Anlage und wie klein die echten auf der Brücke über mir, die fröhlich lachend mein winken erwidern. Ein cooles Gefühl!

Zum Schluss werden wir noch in den beliebtesten Knopfdrücker, den der Schokoladenfabrik eingeweiht: Obwohl es rund um die Fabrik nach Schokolade duftet, und die Modellbauer die Illusion der Schokoladenherstellung einschließlich dem einpacken in Goldfolie perfekt nachgebildet haben, bekommt man sie nicht aus der Fabrik sondern aus einem verborgenen Vorratslager. Aber immerhin ist sie wirklich von Lindt & Sprüngli aus der Schweiz. Wir drei Männer der Führung bekommen auch welche, ganz ohne Knopf drücken, einfach aus dem gekühlten Vorratsschrank. Absolut lecker!

Damit endet die Führung. Ich mache noch einen Besuch beim DJ-Bobo-Konzert, und bekomme dann Hunger. Im Bistro wähle ich die von Gerrit in irgendeiner Fernsehsendung mal angepriesenen Riesencurrywurst, die zusammen mit Pommes und einem großen Getränk für 10,20€ zu haben ist, superfreundliches Personal überall inklusive. Schlechter gegessen habe ich auch schon. Da kann man also nicht meckern.

Während meiner Mahlzeit wird es rundum auffällig lauter. Das liegt daran, dass Kita-Woche ist, und etliche Erzieherinnen jetzt mit ihren Fünfjährigen herum laufen. (eine Aktion der Inhaber: jedes Hamburger Kind sollte kostenlos das MIWULA besuchen dürfen). Aber auch die Besucher von mehr als einem Meter Höhe sind deutlich mehr geworden, und da ich sowieso nichts mehr aufnehmen kann, trete ich den Rückzug an. Gut so, als ich das Gebäude verlasse, wälzt sich mir eine richtig große Menschenmenge entgegen, die wohl alle nur ein einziges Ziel haben...

Den Rest des Tages widme ich der Erholung, packe den Koffer, und verbringe die letzte Nacht in meinem herrlich bequemen Hotelbett.





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