Freitag, 6. November 2026

Ein schrecklich langer Tag

Vier Uhr morgens. Das iPhone singt ein Lied, das ich von ihm noch nicht kenne, aber ich wache trotzdem auf. Schnell zum Bahnhof, wo der volle ICE Richtung Hamburg mich zum Flughafen bringt. Dort hat man die früher sehr komfortablen Laufbänder entfernt, und ich muss etliche Schiffe weit mit meinen beiden Koffern (dem bekannten roten großen und dem neuen blauen kleinen) zu Fuß gehen, um die Abflughalle von Condor zu erreichen. Dort gibt es vier Schalter für meinen Flug. An zweien ringelt sich eine sehr lange Schlange, an den anderen beiden - denen für Premium Economy und Business Class - ist gar nichts los. Sogar noch weniger, denn es sitzt auch niemand am Schalter. Hier spart Condor wie folgt: Sobald jemand bei BC oder PE erscheint, wird er einfach sofort drangenommen, was die Wartezeit in der langen Schlange nochmal verlängert. Aber so ist es eben. Der Check In dauert Sekunden, und jetzt habe ich Zeit für’s Frühstück. Da Condor keine Lounge hat, darf ich in die Lufthansa Business Lounge, wo es essen und trinken genug gibt, außerdem eigene Toiletten, Schließfächer, Ruheräume, Arbeitsplätze, WLan, alles im Flugpreis inkludiert.

In das braun geringelte Flugzeug darf ich als einer ersten einsteigen, gleich nach Familien mit Kindern und Rollstuhlfahrern. Das Flugzeug hat drei Türen, und es gibt auch drei Fahrgastbrücken dafür in Frankfurt, was das Einsteigen zumindest für BC- und PE-Gäste sehr entspannt macht.

Die großen Sitze sind sensationell, aber so wuchtig, dass die beiden Gänge etwas eng geraten sind. So eng, dass die drei Flugbegleiter (nur für die 30 BC-Gäste) fast alles auf Tabletts tragend servieren, weil die üblichen Rollwagen zwar durch die Gänge passen, aber etwas unpraktisch sind. Der Flug beginnt mit einem Glas Sekt (früh um acht!) geht über in ein mehrgängiges Mittagessen um zehn und endet mit einem etwas hektischen Imbiß um 11.00, weil wegen dem teilweise recht schlechten Wetter erst später serviert werden konnte.

Wer jetzt wegen den Uhrzeiten ins grübeln gerät: ich meine 11.00 Uhr dominikanische Ortszeit, das wäre bei uns 16.00 Uhr. Da es in La Romana nur zwei sehr, sehr wackelige Gangways gibt, also nur zwei Türen bestückt werden können, müssen die PE-Gäste warten, bis die BC-Gäste ausgestiegen sind. Übrigens ist zumindest unsere Gangway auch zu niedrig, so dass der erste Schritt sehr tief geht. Zum Glück schaffen es alle unfallfrei. Wir werden übers Flugfeld geführt, hinter einen Stacheldrahtzaun, und dort in dominikanische Busse gepfercht, deren Sitzabstand vermutlich für schlecht ernährte dominikanische Grundschulkinder designt wurde. Und obwohl viele Busse da sind, wird gnadenlos jedes Sitzchen darin besetzt, egal wie groß und breit der Tourist ist. Zum Glück dauert die Fahrt zum Cruiseterminal nur wenige Minuten, die Touristen sind noch nicht ganz ineinander verschmolzen und lassen sich einigermaßen leicht wieder voneinander trennen. 

Warm ist es hier, deutlich über 30 Grad, aber jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Schiff. Nur noch einchecken. Zum Glück darf ich auch hier die „kurze Schlange“ benutzen, die in dem Fall für Suiten-Gäste (bin ich nicht) und für Schwerbehinderte gilt. Noch ein paar Schritte, vorbei an diversen Imbißbuden und Souvenirläden, die sich während des letzten Jahres offenbar noch einmal vermehrt haben, und da liegt sie, die MeinSchiff1, genau wie im letzten Jahr, nur ohne Schlange davor. Meine Kabine ist auch schon fertig, und da der Tag soo lang war, erzähle ich Euch den Rest dann morgen. 



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